17. Juli 2017, 10:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gesundheitsfragen: Bei Falschangabe des Vertreters greift BU-Schutz

Erwähnt ein Versicherungsnehmer bei Abschluss einer BU-Police seinem Versicherungsvertreter gegenüber Vorerkrankungen und lässt letzterer diese Information bei den Gesundheitsfragen unberücksichtigt, hat der Versicherte seine Anzeigeobliegenheit gegenüber dem Versicherer erfüllt.

Gesundheitsfragen

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat zugunsten des BU-Versicherten entschieden.

Der Kläger fordert Leistungen aus zwei bei einer Versicherungsgesellschaft abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) wegen einer behaupteten Erkrankung an Morbus Bechterew.

BU-Vertragsabschluss mit Versicherungsvertreter

Der Versicherungsnehmer hatte den BU-Antrag mithilfe eines Versicherungsvertreters abgeschlossen. Letzterer hatte in dem Antrag bei den Gesundheitsfragen das Bestehen von Vorerkrankungen und Arztbesuchen in den letzten fünf Jahren schriftlich verneint.

Nachdem der Leistungsfall eingetreten war, stellte der Versicherer fest, dass der Versicherte sehr wohl unter Vorerkrankungen gelitten hatte und sich kurz vor BU-Abschluss mehrfach in ärztlicher Behandlung befand. Aus diesem Grund focht er den Vertrag wegen “arglistiger Täuschung” an.

“Auge- und Ohr-Rechtsprechung” maßgeblich

Nachdem der Kläger in den Vorinstanzen gescheitert war, landete sein Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Dieser hebt mit seinem Urteil vom 5. Juli 2017 (Az.: IV ZR 508/14) die Vorentscheide auf und gibt dem Versicherungsnehmer recht.

Seiner Aussage nach hat das Berufungsgericht “die in der so genannten Auge- und Ohr-Rechtsprechung des Senats entwickelten Maßstäbe” verkannt.

Seite zwei: Antragsteller hat Anzeigeobliegenheit erfüllt

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

myLife mit leichtem Gewinn

Die myLife Lebensversicherung AG, Göttingen, hat mit ihrem Fokus auf provisionsfreie Netto-Produkte weiter Erfolg. Im Geschäftsjahr 2017 wuchs das Neugeschäft im strategischen Kerngeschäft deutlich um 82,1 Prozent – von 60,8 Millionen Euro (2016) auf 110,7 Millionen Euro.

mehr ...

Immobilien

Immobiliendarlehen: DKB wegen Rückabwicklung verurteilt

Wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg aktuell feststellte, war ein Kunde der Deutsche Kreditbank AG (DKB) aufgrund seines erklärten Widerrufs nicht mehr verpflichtet, die in einem Darlehensvertrag vereinbarten Zins- und Tilgungsraten zu leisten.

mehr ...

Investmentfonds

20 Jahre EZB: Das Urteil der Ökonomen

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt es seit 20 Jahren. Aus diesem Anlass haben deutsche Volkswirte die Arbeit des Instituts bewertet. Grundsätzlich fällt ihr Urteil positiv aus, doch nicht alle Ökonomen sind zufrieden.

mehr ...

Berater

Viele Kunden wollen auf Briefe nicht verzichten

Nur sechs Prozent der Versicherten lehnen digitale Angebote ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Kubus Privatkunden” von MSR Insights. Die Studie zeigt allerdings auch, dass nach wie vor Kundensegmente existieren, die auf klassische Kommunikation via Briefpost nicht verzichten wollen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vorstandswechsel bei der Immac-KVG

Mit Wirkung zum 1. Mai 2018 wurde Elisabeth Janssen zum Vorstandsmitglied der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG bestellt. Frank Iggesen verlässt das Unternehmen.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Demenz und Testierfähigkeit bei notariellem Testament

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Alzheimerdemenz. In einem aktuellen Urteil musste das Oberlandesgericht (OLG) Hamm nun darüber entscheiden, ob eine derartige Erkrankung ein notarielles Testament wegen Testierunfähigkeit unwirksam macht.

mehr ...