Hanse Merkur: „In Leben treten wir auf die Bremse“

Die Hanse Merkur konnte ihre laufenden Beiträge im Geschäftsjahr 2016 um 4,1 Prozent steigern. Eine deutliche Reduzierung der Einmalbeiträge im Geschäftsfeld Risiko- und Altersvorsorge um 235,4 Millionen Euro beeinflusste allerdings die Bruttobeitragseinnahmen, die um 8,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro sanken.

Vorstand
Der Vorstand der Hanse Merkur: Raik Mildner, Holger Ehses, Eberhard Sautter, Eric Bussert und Dr. Andreas Gent (von links)

Das Eigenkapital konnte um 73,2 Millionen Euro auf 426 Millionen Euro gesteigert werden und erreichte nach Angaben der Hanse Merkur den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte.

Der Jahresüberschuss nach Steuern ging von 62,6 Millionen Euro auf 55,3 Millionen Euro zurück. Der Bestand an Kapitalanlagen lag mit 7,5 Millionen Euro erstmals über der Schwelle von sieben Milliarden Euro.

Das Neugeschäft legte sowohl in der Krankenversicherung (6,8 Prozent) als auch in der Komposit- (23,1 Prozent) und Reiseversicherung (zwei Prozent) zu. Mit einem Netto-Neuzugang von 7.441 Personen (Vorjahr: 5.816) hielt der Aufwärtstrend in der privaten Krankheitskostenvollversicherung an.

Fast zehn Millionen Kunden

Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege stiegen die Beitragseinnahmen um 5,1 Prozent. Im Geschäftsfeld Schaden und Unfall betrug das Prämienwachstum 14,3 Prozent. Die Reiseversicherung erzielte ein Prämienplus von 2,5 Prozent. Insgesamt stieg der Kundenbestand um rund 300.000 auf 9,6 Millionen Versicherte.

Bei der Entwicklung des Geschäftsfeldes Risiko- und Altersvorsorge verfolgt die Hanse Merkur nach eigenen Angaben vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes, der Anforderungen rund um Solvency II und der hohen Zuführungen zur Zinszusatzreserve die Strategie, unternehmerisch auf „Stand-by“ zu gehen. So habe man das Neugeschäft nur noch bei ausreichend großen Margen betrieben und die Einmalbeiträge in der Lebensversicherung um 235,4 Millionen Euro deutlich reduziert. „In Leben treten wir auf die Bremse“, sagte Vorstandschef Eberhard Sautter auf der Bilanzpressekonferenz in Hamburg.

Seite zwei: Kritik an Plänen für eine Bürgerversicherung

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