Anzeige
28. November 2017, 09:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD-Umsetzung: So nehmen Vermittler die Hürden

Am 23. Februar kommenden Jahres tritt das IDD-Umsetzungsgesetz in seinen wesentlichen Teilen in Kraft. Noch offene Details könnten bis zum Jahresende geklärt werden. Der Branche bleibt damit nicht viel Zeit, um die neuen Anforderungen umzusetzen. Gastbeitrag von Prof. Dr. Matthias Beenken, Fachhochschule Dortmund, und Uwe Baumann, Swiss Compare

Prof -Dr -Matthias-Beenken Fachhochschule-Dortmund in IDD-Umsetzung: So nehmen Vermittler die Hürden

Matthias Beenken: “Die neuen Auflagen kommen zu einer Zeit, in der viele Vermittler mit dem Rücken zur Wand stehen.”

Im Grundsatz verlangt der Gesetzgeber, dass die Vermittler objektiver und kundenorientierter agieren. Dazu sollen Berater die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Klienten ermitteln, ein detailliertes Risikoprofil erstellen und im bestmöglichen Kundeninteresse umsetzen.

Erwartet wird insbesondere, dem Kunden mitzuteilen, aus welcher Auswahl die Empfehlung generiert wird. Und natürlich ist der gesamte Beratungsprozess rechtskonform zu dokumentieren. Wird nachweislich ein ungeeigneter Vertrag lediglich aus Provisionsinteresse vermittelt, kann dies zukünftig sanktioniert werden.

Provisionsmodelle weiter zulässig

Darüber hinaus nutzt die Bundesregierung die IDD-Richtlinie der EU, um zusätzliche nationale Ziele in ihrem Umsetzungsgesetz zu verankern. Berlin wollte ursprünglich unter anderem die Honorarberatung stärken, bei der sich Berater direkt vom Endkunden entlohnen lassen. Es ist allerdings fraglich, ob sich die Honorarberatung nachhaltig etablieren kann, denn Beispiele aus dem Ausland belegen, dass Menschen nur sehr ungern für eine Beratung bezahlen.

In Deutschland jedenfalls sind Provisionsmodelle auch unter IDD weiter zulässig. Provisionsbasierte Vertriebe können aber entscheiden, ob sie ihr Vergütungsmodell ganz oder teilweise auf eine neue Grundlage stellen. Daher erwarten wir, dass sich die Honorarberatung nur dann nachhaltig etablieren kann, wenn sie in Mischformen mit Provisionsmodellen angeboten wird. Diese dürfen allerdings nicht zu einer Benachteiligung des Kunden führen, beispielsweise indem dieselbe Leistung doppelt abgerechnet wird.

Große Anbieter machen das Geschäft

Die neuen Auflagen kommen zu einer Zeit, in der viele Vermittler mit dem Rücken zur Wand stehen. So recherchieren IT-affine Verbraucher Versicherungslösungen im Internet und konfrontieren ihre Berater mit den Ergebnissen. In diesem Umfeld fällt es einer Vielzahl an kleineren Vertrieben schwer, angemessene Erträge zu erzielen. Nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens 67rockwell im Auftrag von Swiss Life Deutschland aus dem Herbst 2016 erzielt nicht einmal jeder zweite Vermittler einen Honorarumsatz von 100.000 Euro oder mehr. Bei einem Drittel der Befragten unterschreiten die Provisionen sogar die Schwelle von 50.000 Euro.

Aus diesen Einnahmen müssen nicht nur der aufgrund der Regulierung erheblich wachsende administrative Aufwand, sondern gegebenenfalls auch die Investitionen in eine leistungsfähige und moderne IT-Infrastruktur, die diese Prozesse bestmöglich unterstützen, bestritten werden. Gerade kleinere Marktteilnehmer könnten daher in eine existenzielle Krise schlittern. Unterbleiben Schritte zur Umsetzung der beschlossenen Gesetzgebung bzw. zur erforderlichen Digitalisierung der Prozesse, könnte schlimmstenfalls der Marktaustritt drohen.

Seite zwei: Mit neuer Struktur auf der Gewinnerseite

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Wird der Beratungsprozess nach DIN ISO 22222 aufgezeigt, versteht die Zielkundschaft auf Anhieb, dass der Beratungsprozess honoriert werden muss, wenn es nicht zum Abschluss mit entsprechenden Vergütungen kommt, wie in eBooks bei mwsbraun beschrieben.
    Das perfekte, rechtssichere Mischmodell mit Beweislastumkehr-Vorteil, welches zusätzlich das Berufsimage steigert.

    Kommentar von Frank L. Braun — 29. November 2017 @ 09:59

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Munich Re: Finanzvorstand Jörg Schneider übergibt an Christoph Jurecka

Nach mehr als 18 Jahren im Vorstand scheidet der bisherige Finanzvorstand der Munich Re,  Dr. Jörg Schneider, nach Vollendung des 60. Lebensjahres auf eigenen Wunsch am 31. Dezember aus dem Vorstand von Munich Re aus. Der Betriebswirt und promovierte Jurist ist der am längsten amtierende Chief Financial Officer (CFO) sowohl im deutschen Börsenindex Dax 30 als auch unter den großen europäischen Versicherungsunternehmen.

mehr ...

Immobilien

Kaufpreise bei Eigentumswohnungen ziehen weiter kräftig an

Seit Jahren kennen Immobilienpreise nur eine Richtung: Nach oben. Manch Beobachter fühlt sich an die “Preisblasen” erinnert, die vor zehn Jahren eine globale Finanzkrise auslösten.

mehr ...

Investmentfonds

Chancen im IT-Sektor

Die US-Wirtschaft wäre ohne den IT-Sektor bedeutungslos. Der Sektor hat den US-Aktienmarkt getrieben und macht mehr als ein Viertel des Marktes aus. Welche Gründe noch dafür sprechen, in Technologietitel aus den USA zu investieren: Gastbeitrag von Tine Choi, Danske Invest.

mehr ...

Berater

Roboadvisor in der Anlageberatung – Sie werden immer besser

Robo-Advisor von Fintech-Unternehmen oder Banken sollen die Anlageberatung beleben und Privatkunden eine komfortable Hilfe bei der Geldanlage bieten. Wie gut die digitalen Helfer sind, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das im Auftrag des Nachrichtensenders n-t 17 Robo-Advisor-Lösungen von 15 Anbietern unter die Lupe genommen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse warnt erneut vor “Lockangebot”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG entrüstet sich erneut über ein Angebot, wonach den Anlegern der Kauf ihrer Fondsanteile weit unter dem Zweitmarktkurs angeboten wird. In diesem Fall ist die Diskrepanz besonders groß.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...