Lebensversicherungen: „Etwas liegt tief im Argen“

Dr. Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherung, hat klargestellt, dass der Verkauf von Lebensversicherungsbeständen für sein Unternehmen kein Thema sei. Hintergrund sind Medienberichte darüber, dass einige große Versicherer den Verkauf von Lebensversicherungs-Beständen planen.

Aus Sicht des BdV stellt die radikale Abkehr vom Geschäftsmodell der Lebensversicherung eine Zäsur dar.
Aus Sicht des BdV stellt die radikale Abkehr vom Geschäftsmodell der Lebensversicherung eine Zäsur dar.

„Wir stehen zu unseren Kunden, ohne Wenn und Aber. Wir möchten weiter Kunden gewinnen, nicht loswerden“, sagte Faulhaber. „Unsere Kunden müssen wissen, dass sie sich auf uns verlassen können – heute und in Zukunft. Und wir erfüllen bei allen Verträgen selbstverständlich die zugesagten Garantien.“ Einige Konkurrenten haben offenbar andere Pläne.

Der Bund der Versicherten (BdV) sieht die Pläne von bestimmten Versicherern, mehr als zehn Millionen klassische Lebensversicherungsverträge zu verkaufen, als „Erdbeben in der deutschen Versicherungslandschaft“ und warnt vor großen Gefahren für die Kunden.

Renommierte Marken betroffen

„Wenn ein Investor diese Bestände kauft, dann tut er das mit dem Ziel, möglichst viel Rendite zu erwirtschaften. Das geht aber nur, wenn er den Versicherten möglichst viele Überschüsse vorenthält und in die eigene Tasche steckt“, sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. Angesichts der großen Bedeutung der Ergo und einer vermutlich schwachen Aufsichtsbehörde sehe sich der Verband in der Pflicht: „Wir werden ein sehr scharfes Auge auf diejenigen haben, die diese Verträge aufkaufen.“

Anders als bei den bisherigen eher kleinen Verkäufen seien bei den avisierten Verkäufen nun etwa zehn Millionen Verträge ehemals renommierter Marken betroffen. Nach Ansicht Kleinleins ein Hinweis auf tieferliegende Probleme: „Wenn Traditionsversicherer wie die Hamburg-Mannheimer oder die Victoria erst den eigenen Namen verleugnen und dann die Verträge verschachern wollen, dann liegt etwas tief im Argen.“

Seite zwei: „Jahresmitteilung nicht einfach nur abheften“

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