2. März 2017, 12:01
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Versicherungsmakler und der Mythos von der Unabhängigkeit

Wann ist ein Makler wirklich unabhängig? Mit Poolanbindung? Mit Direktanbindung? Weder noch! Im Grunde geht es nicht um die Frage von Abhängigkeiten. Es geht um das Gewicht des Vorteils.

Die Pradetto-Kolumne

Versicherungsmakler

“Es gibt viele sachlich fundierte Gründe, einer Direktvereinbarung den Vorzug zu geben. Die Frage der Abhängigkeit ist keine davon.”

Immer mal wieder kommt in irgendwelchen Foren oder Facebookgruppen die Sprache auf die Zusammenarbeit mit Pools.

Auf die Frage welchen Pool man denn empfehlen könne, folgen so viele verschiedene glühend leidenschaftliche Antworten wie es Maklerpools gibt.

Auch diese Meinung wird bekundet: Eine Zusammenarbeit mit Pools sei grundsätzlich falsch. Man müsse als Makler unabhängig bleiben und dem widerspräche eine Poolanbindung.

Maklerpool versus Versicherer

Dieses Argument der Unabhängigkeit konnte ich schon rein inhaltlich nie nachvollziehen. Wenn mich die Vermittlung eines Vertrags über einen Pool von diesem abhängig macht, warum macht mich dann die einzig mögliche Alternative dazu – die Vermittlung direkt an den Versicherer – “unabhängig”?

Bin ich nicht erst recht davon abhängig, dass der sehr viel größere Versicherer meine Interessen angemessen berücksichtigt? Besitze ich denn größere Verhandlungsmacht, wenn ich als Einzelkämpfer und mit geringer Einkaufsmacht verhandele?

Die Antwort aus Maklersicht klingt dann fast immer so: “Wenn der Versicherer mir blöd kommt, bediene ich ihn einfach nicht mehr und wähle den nächsten. Wenn aber mein Pool mir blöd kommt, ist mein gesamtes vermitteltes Geschäft betroffen.”

Scheinlogik vom Mono-Pool

Das klingt erstmal sehr schön logisch, denn über den Pool bündelt der Makler normalerweise sein Geschäft. Statt eines Versicherers sind in der Regel zahlreiche Anbindungen betroffen, wenn es zum Konflikt kommt. Doch das ist eine Scheinlogik.

Niemand zwingt mich lediglich auf einen einzigen Pool zu setzen. Ich kann den Pool zudem leichter wechseln, weil ich in der Regel alle meine Verträge zum neuen Pool mitnehmen kann. Die Verträge in einer Direktanbindung kann ich hingegen nicht einfach so mitnehmen, da hat der Kunde nämlich noch ein Wörtchen mitzureden.

Seite zwei: Ach ja, der Kunde! Da war doch was!

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3 Kommentare

  1. Eigentlich reicht ein Pool der sowieso fast 100 Gesellschaften anbietet.
    Mehrere Pools sind dann das Sahnehäubchen drauf.
    Im Vergleich mit einem Einfirmenvertreter ist das wie Fahrrad-oder Porsche fahren. Aber das einem Verbraucherschützer, Beamten oder Politiker klarzumachen, ist halt eine schwirige Kiste. Dummerweise zahlt allerdings bei der aktuellen Sachlage der Kunde einen höheren Preis. Und das ist genau der den man schützen will. Da könnte man glatt behaupten Trump schützt mit seiner Mauer die Mexikaner….

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 7. März 2017 @ 14:40

  2. Ich halte wenig von Beiträgen, in denen die Autoren versuchen, Ihr Firmenmäntelchen werbewirksam in den Wind zu hängen.
    Natürlich gibt es zu viele Vermittler, die sich unberechtigter Weise Versicherungsmakler nennen, die nur Kontakte zu einem oder zwei Pools haben oder/und einem Versicherer.
    Aber diese Situation hat der deutsche Gesetzgeber durch eine handwerklich schlecht gemachte Umsetzung europäischer Vorgaben herbei geführt.
    Sich aber hinzustellen, das zu ignorieren, um dann sich als Situationskenner dazustellen, halte ich für wenig hilfreich.

    Kommentar von Eberhard Julius Rüdiger — 7. März 2017 @ 12:21

  3. Anstatt immer mal wieder zynische Kommentare abzugeben, sollte sich ein Herr Pradetto mit seinem eigenen Maklerpool beschäftigen. Als wir noch eine aktive Anbindung an Blaudirekt hatten, gab es beispielsweise die Aussage: Axa-Kfz-Versicherung haben wir für junge Fahrer nicht im Angebot. Trotz des Hinweises, dass Axa für junge Fahrer zum Teil eine günstige Einstufung/Prämie bietet, wurde gar nicht erst eingegangen. Das ist nur ein Beispiel! Wasser predigen und Wein trinken, so schaut`s aus!

    Kommentar von Axel Götz — 6. März 2017 @ 17:00

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