Versicherungsmakler und der Mythos von der Unabhängigkeit

Wann ist ein Makler wirklich unabhängig? Mit Poolanbindung? Mit Direktanbindung? Weder noch! Im Grunde geht es nicht um die Frage von Abhängigkeiten. Es geht um das Gewicht des Vorteils.

Die Pradetto-Kolumne

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„Es gibt viele sachlich fundierte Gründe, einer Direktvereinbarung den Vorzug zu geben. Die Frage der Abhängigkeit ist keine davon.“

Immer mal wieder kommt in irgendwelchen Foren oder Facebookgruppen die Sprache auf die Zusammenarbeit mit Pools.

Auf die Frage welchen Pool man denn empfehlen könne, folgen so viele verschiedene glühend leidenschaftliche Antworten wie es Maklerpools gibt.

Auch diese Meinung wird bekundet: Eine Zusammenarbeit mit Pools sei grundsätzlich falsch. Man müsse als Makler unabhängig bleiben und dem widerspräche eine Poolanbindung.

Maklerpool versus Versicherer

Dieses Argument der Unabhängigkeit konnte ich schon rein inhaltlich nie nachvollziehen. Wenn mich die Vermittlung eines Vertrags über einen Pool von diesem abhängig macht, warum macht mich dann die einzig mögliche Alternative dazu – die Vermittlung direkt an den Versicherer – „unabhängig“?

Bin ich nicht erst recht davon abhängig, dass der sehr viel größere Versicherer meine Interessen angemessen berücksichtigt? Besitze ich denn größere Verhandlungsmacht, wenn ich als Einzelkämpfer und mit geringer Einkaufsmacht verhandele?

Die Antwort aus Maklersicht klingt dann fast immer so: „Wenn der Versicherer mir blöd kommt, bediene ich ihn einfach nicht mehr und wähle den nächsten. Wenn aber mein Pool mir blöd kommt, ist mein gesamtes vermitteltes Geschäft betroffen.“

Scheinlogik vom Mono-Pool

Das klingt erstmal sehr schön logisch, denn über den Pool bündelt der Makler normalerweise sein Geschäft. Statt eines Versicherers sind in der Regel zahlreiche Anbindungen betroffen, wenn es zum Konflikt kommt. Doch das ist eine Scheinlogik.

Niemand zwingt mich lediglich auf einen einzigen Pool zu setzen. Ich kann den Pool zudem leichter wechseln, weil ich in der Regel alle meine Verträge zum neuen Pool mitnehmen kann. Die Verträge in einer Direktanbindung kann ich hingegen nicht einfach so mitnehmen, da hat der Kunde nämlich noch ein Wörtchen mitzureden.

Seite zwei: Ach ja, der Kunde! Da war doch was!

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