22. August 2017, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wahlkämpfer kümmern sich zu wenig um Pflege

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Parteien im Bundestag vorgeworfen, sich im Wahlkampf zu wenig mit dem Thema Pflege auseinanderzusetzen. Dabei sei das Thema für viele Menschen in Deutschland wahlentscheidend, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Shutterstock 154658546 in Wahlkämpfer kümmern sich zu wenig um Pflege

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht Ungerechtigkeiten in der medizinischen Behandlungspflege.

So fehlten konkrete Verbesserungen für den bundeseinheitlichen Pflegepersonalschlüssel ebenso wie für die finanzielle Unterstützung pflegender Angehöriger. Diese Themen müssten sofort nach der Wahl angegangen werden.

Brysch bekräftigte seine Kritik, dass Sterbende in Pflegeheimen schlechter gestellt würden als in Hospizen. In den 13.600 stationären Pflegeeinrichtungen benötigten gut 204.000 schwerst kranke Menschen palliative Sterbebegleitung. Für diese Menschen im Pflegeheim stünden lediglich bis zu 2.005 Euro im Monat zur Verfügung. Für die 25.000 Menschen, die jährlich in den 230 stationären Hospizen sterben, würden von den Sozialkassen monatlich rund 8.300 Euro pro Person aufgewendet.

Höhere Kosten für Pflegeheimbewohner

Er kritisierte zudem Ungerechtigkeiten in der medizinischen Behandlungspflege. Bei Patienten daheim trügen die Krankenkassen dafür die Kosten. Bewohner im Pflegeheim müssen Kosten für Medikamentengabe, Blutdruckmessung oder Wundversorgung selbst tragen. Durchschnittlich seien das für jeden Pflegeheimbewohner 475 Euro monatlich. Die 800.000 Pflegeheimbewohner zahlten hier also mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr aus eigener Tasche. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Pflege ist sicherlich kein Wahlkampf-Thema. Denn würde man dieses in den Vordergrund stellen, müßten auch Lösungen her und kommuniziert werden. Leider gibt es die nicht, vor allem weil die knappen Kassen in den seniorengeprägten Folgejahren immer wieder nach kaschierten, aber medienunwirksamen Lösungen schreien. Ein Pflegefall ist heute ein Armutszeunis unseres merkelbetonten “reichen” Deutschlands.

    Kommentar von B. Nuber — 22. August 2017 @ 19:20

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Dafür lässt sich ein Bausparvertrag einsetzen

Wer Geld in einen Bausparvertrag anlegt, kann seinen Traum von den eigenen vier Wänden mit einem zinsgünstigen Darlehen finanzieren – das wissen die meisten. Doch neben Kaufen und Bauen gibt es noch viele weitere Vorhaben, die mithilfe eines Bauspardarlehens realisiert werden können. Einzige Voraussetzung: Das Geld muss für eine wohnwirtschaftliche Maßnahme verwendet werden. Annkathrin Bernritter von der Bausparkasse Schwäbisch Hall klärt auf, welche Bau- und Renovierungsmöglichkeiten sich hinter diesem Schlagwort verbergen.

mehr ...

Immobilien

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...

Investmentfonds

Facebook plant Weltwährung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will die Finanzwelt umkrempeln und hat eine neue globale Währung erfunden. Für Milliarden Nutzer weltweit – wie er hofft. Was es damit auf sich hat

mehr ...

Berater

Nullzinspolitik: Banken werden bei Digitalisierung ausgebremst

Nach dem Willen der EZB bleiben die Nullzinsen im Euroraum noch mindestens bis 2020 bestehen. Viele Banken stellt das vor ernsthafte Probleme. 80 Prozent der Institute sagen, dass die Zinsen steigen müssen, damit sie wieder Geld verdienen. Drei Viertel verlangen von der Politik, Banken besser zu schützen und mehr zu deregulieren. Das geht aus einer Umfrage der Software-Firma Camunda hervor. 102 Führungskräfte und Projektleiter wurden befragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Landesgesetz zur Mietpreisdeckelung verhindern Regelungen des Bundes

Das von der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Die Linke), vorgelegte Eckpunktepapier soll am 18. Juni 2019 vom Berliner Senat beschlossen werden und ein erster Gesetzesentwurf bereits Ende August vorliegen. Ein entsprechendes Gesetz könnte damit schon im Januar 2020 verkündet werden. Ein Gesetz in dieser Form wird einer umfassenden verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten. Ein Kommentar von Dr. Markus Boertz, Kanzlei bethge | immobilienanwälte.steuerberater.notar.

mehr ...