9. Mai 2018, 14:07
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Allianz-Chef Bäte verordnet Einfachheit – Länderchefs an die Zügel

Allianz-Chef Oliver Bäte verordnet dem Konzern ein für Versicherungen unübliches Ziel: Einfachheit. Um die Profitabilität zu erhöhen und der Konkurrenz durch Internet-Plattformen und Start-ups vorzubeugen, will Bäte die Vielzahl der verschiedenen Policen reduzieren.

Allianz-Chef Bäte verordnet Einfachheit - Länderchefs an die Zügel

Bäte will die zahlreichen Ländergesellschaften der Allianz durch stärkere Zentralisierung an die Kandare nehmen.

Zudem verschreibt er den ziemlich eigenständigen 70 Ländergesellschaften weltweit standardisierte Produkte. “Wir arbeiten an vielen Stellen viel zu komplex”, sagte er am Mittwoch bei der Hauptversammlung in München. “Die Straußeneier des Wettbewerbs sind Produktivität, Einfachheit und Innovation.”

Als positives Beispiel hob der Manager Spanien hervor, wo die Allianz nur noch zwei Tarife in der Kfz-Versicherung anstelle mehrerer Dutzend wie in anderen Ländern anbietet. Die Allianz hat 70 Ländergesellschaften, die seit jeher weitgehend selbstständig operieren.

Bäte will diese Ländergesellschaften nun durch stärkere Zentralisierung an die Kandare nehmen. Produkte, Systeme und Prozesse würden drastisch vereinfacht und harmonisiert, sagte der Konzernchef.

Eigenkapitalrendite soll steigen

Darüber wachen soll im Vorstand der eigens für die “Transformation” berufene Manager Ivan de la Sota. Das Direktgeschäft – also den Verkauf von Versicherungen über Internet und Telefon – will Bäte “bündeln”. Er nannte aber keine Einzelheiten, ob das etwa die Gründung einer global agierenden Direktversicherungstochter bedeuten könnte.

Ziel der Operation ist nicht nur, mehr Policen zu verkaufen, sondern auch die Profitabilität zu steigern: Die Eigenkapitalrendite – also das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital – soll auf 13 Prozent steigen.

Kritik an Bätes Einfach-Plan kam von den Aktionären nicht, wohl aber Skepsis: “Ist das die Lösung, wenn man von vierzig Varianten in der Kfz-Versicherung auf zwei zusammenstreicht?”, fragte Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, eine wegen ihrer kampfstarken Auftritte bei vielen Hauptversammlungen bekannte Aktionärsvertreterin. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

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1 Kommentar

  1. Wenn Hr. Baete jetzt noch meine Geschäftsidee umsetzt, kann er diese Ziele- Einfachheit-höhere Rendite-Internationale Umsetzbarkeit- mit einem völlig neuen Ansatz, sehr zügig umsetzen. Groß denken-solche Chancen bieten sich vielleicht nur alle 10 Jahre. Verhinderer dafür gibt es täglich Tausende.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 11. Mai 2018 @ 10:07

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