29. Juni 2018, 15:23
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Der Pflege-Engpass rückt näher – welche Finanzierung ist gerecht?

Pflegeheime werden mehrheitlich von privaten Unternehmer geführt. Dabei sind Hauptkostenpunkt und damit die größte Möglichkeit der Ersparnis die Personalkosten. Die Mitarbeiter sind zum größten Teil auf Teilzeit- oder Minijob-Basis beschäftigt, sind im Durchschnitt 10 Jahre in der Altenpflege tätig und klagen häufig über körperliche Beschwerden. Muss Deutschland bei der Pflege seiner alten Menschen hohe Renditen erzielen oder sind vom Staat geführte Heime zweckmäßiger?

Berechnung Elternunterhalt

Sozialämter gehen in Vorlage bei der Bezahlung der Pflegeheime und machen durch Überleitungsanspruch die Kosten bei den Kindern geltend. In einem aufwendigen Verfahren klären die Mitarbeiter des Amtes, wer in welcher Höhe für seine Eltern zahlt. Dafür werden immer mehr Mitarbeiter gebraucht. Bei der Grundsicherung hingegen ist das Verfahren sehr einfach: Verdienen Kinder mehr als 100.000 Euro im Jahr, werden sie herangezogen.

Bei Kommunen steigen die Schulden – bei der Bevölkerung wächst das Vermögen

Wenn also die Bevölkerung in einer nie dagewesenen Größenordnung über Vermögen verfügt, warum sollte der Staat mehr bei der Pflege bezahlen? In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden Vermögensanlagen und Häuser, Lebenswerke der Betroffenen, nicht in die nächste Generation vererbt, sondern den Pflegekosten zum Opfer fallen.

Minister Spahn lehnt die Finanzierung der Pflege aus Steuermitteln ab. Die Eigenverantwortung müsse im Vordergrund stehen. Die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebedürftige Menschen weist darauf hin, dass dieses Risiko völlig unterschätzt wird. Das Pflegerisiko betrifft die Bevölkerungsgruppe der Babyboomer, die ab 2035 pflegebedürftig werden und aktuell das Rentenalter erreichen. Danach gibt es sowohl für Rente als auch für den Pflegefall wieder genügend Beitragszahler.

Autorin Margit Winkler ist Geschäftsführerin des Instituts GenerationenBeratung (IGB).

Foto: IGB

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