16. Juli 2018, 10:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ein Pflegegeld wie das Elterngeld? Sozialverband regt Debatte an

Wer sich zu Hause um pflegebedürftige Angehörige kümmert, sollte aus Sicht des Sozialverbands VdK ein Pflegegeld nach Vorbild des Elterngelds bekommen. Das sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

Ein Pflegegeld wie das Elterngeld? Sozialverband regt Debatte an

Ohne die pflegenden Angehörigen würde die Pflege in Deutschland zusammenbrechen, so VdK-Präsidentin Bentele.

“Eine Lohnersatzleistung wie das Elterngeld brauchen wir auch in der Pflege.” Das CDU-geführte Bundesgesundheitsministerium reagierte zurückhaltend: Derzeit stünde die professionelle Pflege im Fokus. In der SPD gibt es dagegen Sympathie für die Idee.

Beim Elterngeld erhalten Mütter und Väter, die nicht arbeiten, vorübergehend staatliche Leistungen von bis zu 1800 Euro im Monat. Für 2019 rechnet die Bundesregierung dafür mit Ausgaben von 6,86 Milliarden Euro.

Ein Pflegegeld gibt es auch jetzt schon, es gehört zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Je nach Pflegegrad des Angehörigen, um den jemand sich ehrenamtlich kümmert, liegt es maximal bei 316 bis 901 Euro pro Monat. Es wird aber nicht an die Person gezahlt, die pflegt, sondern an die Person, die gepflegt wird.

Hohe Belastung für pflegende Angehörige

Bentele vom VdK beklagte, Pflege finde meist noch im Verborgenen statt und genieße nicht die Anerkennung, die die immens fordernde und wichtige Tätigkeit verdiene.

Ohne die pflegenden Angehörigen würde die Pflege in Deutschland jedoch zusammenbrechen. Die Pflege der Angehörigen sei für die Steuer- und Beitragszahler kostengünstig.

“Den Preis dafür zahlen oft die pflegenden Angehörigen, sie sind hoch belastet, geben ihren Beruf auf, verzichten auf Einkommen und müssen mit niedrigen Renten auskommen.” Nach eigenen Angaben hat der VdK knapp 1,9 Millionen Mitglieder.

Pflegekräfte aktuell im Fokus

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die Idee im Grundsatz richtig. “Es ist falsch, dass wir die Pflege von Eltern anders behandeln als die Erziehung von kleinen Kindern”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. “Beides muss unserer Gesellschaft gleich viel wert sein.”

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, bereits in der vergangenen Legislaturperiode sei viel getan worden, was pflegenden Angehörigen zugute komme – darunter die Einführung neuer Pflegegrade, die zum Beispiel Demenz stärker berücksichtigen.

Derzeit stünden die Pflegekräfte im Fokus. Unter anderem sollen die Pflegeberufe attraktiver gemacht und neue Stellen geschaffen werden. Für pflegende Angehörige sei eine Leistungsverbesserung “im Moment nicht konkret geplant”.

Seite zwei: “Helden unseres Alltags”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ausreißer oder Serienschaden? Elementarschäden werden Normalität

In der öffentlichen Wahrnehmung werden die mittlerweile üblichen Herbst-Stürme kaum noch beachtet. Kein Wunder, denn die Gefahr „Sturm“ ist als „Klassiker“ in aller Regel ohne Selbstbeteiligung im Hausrat- oder Wohngebäudetarif mitversichert. Ein Beitrag von Michael Neuhalfen, Leiter Vertrieb ALTE LEIPZIGER

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

ifo Institut: Ein Fünftel der deutschen Firmen hält sich für gefährdet

Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht sein Überleben durch die Coronakrise gefährdet. Das ergibt sich aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts. 21 Prozent der Firmen antworteten im Juni, die Beeinträchtigungen durch Corona seien existenzbedrohend. „In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen“, sagt ifo-Forscher Stefan Sauer. Welche Branche sich als besonders gefährdet einschätzt.

mehr ...

Berater

Soli-Umfrage: Mehrheit der Deutschen erwägt Soli-Ersparnis in Altersvorsorge zu investieren

Willkommener Geldsegen für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft: Die Deutschen begrüßen die „Soli-Abschaffung“ und erwägen die Ersparnis für die eigene Altersvorsorge einzusetzen. Das geht aus einer von Swiss Life Select in Auftrag gegebenen repräsentativen YouGov-Studie mit 2.048 Personen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...