19. Dezember 2018, 12:21
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Fondspolicen: “Die Spanne ist beträchtlich”

Zum Fondspolicenangebot: Wo sehen Sie aktuell die größten Defizite der Lebensversicherer hierzulande?

Schmidt: Aus unserer Sicht gibt es mehrere Ursachen für dieses eher enttäuschende Ergebnis. Die Fondsqualität im Fondsuniversum ist manchmal schon bei der Konzeption eines Tarifs nicht optimal.

Häufig ist die Auswahl der Anlageklassen im Zielfondsuniversum nicht ideal, und manchmal dominieren konzerneigene Fonds, die unter Performance-Gesichtspunkten nicht immer überzeugen können.

Das Kernproblem liegt allerdings in der mangelnden Überprüfung und Betreuung der Fondsportfolios. Hier ist nicht nur der Berater gefragt, sondern auch der Versicherer, der Berater und Endkunden bei der laufenden Betreuung und Anpassung besser unterstützen sollte.

Warum investiert das Gros der Lebensversicherer nur in durchschnittliche oder sogar unterdurchschnittliche Fonds?

Schmidt: Das liegt nur zum Teil daran, dass bereits zu Beginn die falschen Fonds gewählt werden. Was anfänglich gut war, muss nicht immer gut bleiben, denn kein Anlagekonzept und insbesondere kein Fonds liefert über 20 oder 30 Jahre kontinuierlich gleich gute Erträge.

Manche Fonds schneiden in steigenden, andere in fallenden Märkten besser ab, Fondsmanager wechseln, und das eine oder andere Management-Konzept erweist sich nach einigen Jahren als nicht nachhaltig. Insofern ist es normal, dass sich die Qualität eines Fonds im Zeitverlauf ändert.

Man muss diese Entwicklung allerdings verfolgen und gegebenenfalls handeln, also dauerhaft suboptimale Fonds durch bessere ersetzen, um die anfangs gesteckten Ziele bezüglich Rendite und Ablaufleistung auch tatsächlich erreichen zu können.

Seite drei: Fondskonzepte im Fokus der Unternehmen

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1 Kommentar

  1. Wenn der Berater resp. die Beraterin dem Kunden in punkto Fondspolicen nur diese zwei Fragen stellen würde, würden 90 % der Versicherer angesichts folgerichtiger Entscheidungen potenzieller Kunden ein echtes Problem bekommen:

    1. Weist Du (Kunde), woher die Renditen kommen?
    2. Wenn Du Dir (Kunde) von den 4 grds. vorhandenen Risiken
    eines klassischen Aktienfonds 3 sparen könntest, wäre das
    für Dich interessant?

    Bestünde Klarheit über diese beiden Fragen, würde jeder einigermaßen intelligente Mensch ausschließlich extrem kostengünstige Fonds mit nur dem einen – nicht wegdiversifizierbaren – MarktRisiko nachfragen, bei denen man nicht einmal hohe (und für den Anleger völlig sinnlose) Transaktionskostenbelastungen von so hoch gepriesenen Index-Fonds (infolge turnusmäßiger Neugewichtungen) in Kauf zu nehmen braucht.

    Um sukzessiv mit der Kunden-Verdummung Schluss zu machen, habe ich einen kostenfreien, jedermann zugänglichen, Online-Kurs unter dem Titel “Bezahle Dich zuerst” in meine Webseite eingestellt.

    Informierte Kunden befinden sich im Einklang mit ihren Entscheidungen, schätzen dauerhaft gute Gespräche während ihrer Vertragsbegleitung und zahlen deshalb auch gern ein Honorar als Gegenwert an ihren Berater resp. ihre Beraterin.

    Sobald und solange der Bedarf aus dem Produkt heraus (also initiiert durch den Produktgeber) definiert wird, klafft zwingend eine Lücke zwischen dem Investor und seinem und seinem Investment. Zu divergierend sind die Interessen.

    Gute Beratung ist teuer – Schlechte hingegen unbezahlbar.

    Ich mache ständig die Erfahrung, dass Kunden meine Honorare als äußerst fair und angemessen empfinden, nachdem sie das wahre Kostenausmaß herkömmlicher Fondspolicen präsentiert bekommen.

    Kommentar von Susanne Richter — 20. Dezember 2018 @ 16:57

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