Anzeige
23. April 2018, 15:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Heute-und-Morgen-Studie: Hohes Interesse von GKV-Versicherten an digitalen Angeboten

Jeder zweite gesetzlich Versicherte wünscht sich mehr digitale Angebote von seiner Krankenkasse. Besonders digitale Angebote, die den GKV-Versicherten echten Mehrwert bieten, Transparenz schaffen und die Abläufe vereinfachen, haben das Potenzial, Kassenmitglieder zu begeistern.

Portrait Tanja Hoellger-1 in Heute-und-Morgen-Studie: Hohes Interesse von GKV-Versicherten an digitalen Angeboten

Tanja Höllger, Geschäftsführerin bei Heute und Morgen

Deutlichen Nachholbedarf gibt es bei der Informationspolitik der Kassen zu den bestehenden oder geplanten digitalen Leistungsangeboten. Das sind einige Ergebnisse der aktuellen Trendstudie „Digitalisierung in der GKV – Was sich Mitglieder an digitalen Lösungen von ihrer Kasse wünschen“ des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts Heute und Morgen.

Hoch im Kurs bei den Versicherten stehen beispielsweise Therapie-App-Lösungen wie Migräne-, Tinnitus- oder Pflege-Apps, die als besonders attraktiv und innovativ wahrgenommen werden. Ausgeprägt ist zudem der Wunsch, sämtliche Krankenkassen- Angelegenheiten über Online-Kundenportale regeln zu können. Auf wenig Gegenliebe stoßen hingegen primär werbliche digitale Aktivitäten der Krankenkassen, etwa in den Sozialen Medien. „Die Kassenmitglieder zeigen sich mehrheitlich sehr aufgeschlossen für gute digitale Lösungen und wünschen sich deutliche Entwicklungsfortschritte bei der Digitalisierung“, sagt Tanja Höllger, Geschäftsführerin bei Heute und Morgen. „Leider gelingt es den gesetzlichen Krankenversicherern bislang zu selten, dieses Potenzial auf die Strecke zu bringen. Neben zahlreichen Regulierungen und ungenügenden Infrastrukturen ist hierfür auch eine unzureichende Kommunikation mit den Versicherten verantwortlich.“

Patientenrechte und elektronische Gesundheitsakte

Neben der Kenntnis und Nutzung einer Vielzahl digitaler Angebote und Services sowie den digitalen Wünschen der GKV-Versicherten, wurden im Rahmen der Trendstudie auch die Themen „Patientenrechte“ und „Elektronische Gesundheitsakte“ (eGA) untersucht. Auch dort zeigen sich die Versicherten nicht nur gut informiert, sondern auch aufgeschlossen. So ist die grundlegenden Patientenrechte einer großen Mehrheit der GKV-Versicherten bekannt. Genutzt wurden bisher am häufigsten das Recht auf freie Arztwahl (67 Prozent) und auf freie Krankenkassenwahl (53 Prozent).

Bemerkenswert ist die hohe Zustimmung der Versicherten zur eGA: 90 Prozent der GKV-Versicherten beurteilen die Idee der eGA mindestens „gut“, 64 Prozent davon als „sehr gut“ oder sogar als „hervorragend“. Das Konzept der elektronischen Gesundheitsakte ist 58 Prozent der GKV-Versicherten bereits bekannt. Dabei hofft die große Mehrheit (88 Prozent) hofft, dass durch die eGA eine bessere medizinische Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte und Therapeuten erfolgt . Zugleich erwarten die Versicherten mit der eGA auch selbst ein umfassenderes Bild ihres eigenen Gesundheitszustandes zu gewinnen.

Kaum Interesse an Gesundheitstrackern

Gering ist dagegen das Interesse an Gesundheits-Gadgets wie Fitnessarmbändern mit Aktivitätstrackern zur Erfassung von Bewegungs- und Ernährungsdaten. Nur jeder Vierte möchte dort seine Daten zur Verfügung stellen. Dagegen sind allerdings 70 Prozent der GKV-Versicherten bereit, ihrer eigenen Krankenkasse Gesundheits- und Fitnessdaten zum Zwecke der Früherkennung oder Diagnose zur Verfügung zu stellen. Lediglich 14 Prozent der GKV-Versicherten lehnen eine Datenweitergabe an die Krankenkassen grundsätzlich ab. Welche Gesundheitsdaten allerdings auf der eGA gespeichert und weitergegeben werden, möchten die Versicherten (69 Prozent) dagegen selbst bestimmen.

„Die Bereitschaft, persönliche Gesundheitsdaten oder auch selbst gemessene Fitnessdaten zu bestimmten Zwecken an die eigene Krankenkasse weiterzugeben, ist erstaunlich hoch“, sagt denn auch Höllger. „Ob dies später auch in der Praxis der Fall sein wird, bleibt noch abzuwarten. Dies hängt nicht zuletzt von überzeugenden Transparenz-, Datenschutz- und Verschlüsselungskonzepten ab. Einem Daten-GAU wie kürzlich bei Facebook, käme im hochsensiblen Gesundheitsdatenfeld einer Katastrophe gleich und würde die bisher überwiegend positive Wahrnehmung der eGA schnell ins Gegenteil verkehren“, so das Fazit.

Für die repräsentative Studie hatten die Heute und Morgen Marktforscher 1.500 GKV-Versicherte Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren befragt. (dr)

Foto: Heute und Morgen

 

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Studie: Digitale Medien stressen mehr als jeden dritten jungen Bundesbürger

Obwohl in die Welt des Internets hineingeboren, empfinden jüngere Bundesbürger digitalen Stress: 36 Prozent der 14- bis 34-Jährigen fühlen sich durch digitale Medien unter Druck gesetzt. Interessanterweise sind Männer mit 38 Prozent sogar etwas stärker betroffen als Frauen (34 Prozent). Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit 2018“ der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“.

 

mehr ...

Immobilien

Immobilienverband: Mieten in kleineren Städten ziehen kräftig an

Nach Einschätzung des Immobilienverbands IVD ziehen auch die Mieten in kleineren Städten deutlich an. Dort kostet Wohnen zwar noch deutlich weniger – jedoch steigen die Mieten auch dort aktuell rasant an.

mehr ...

Investmentfonds

Italien sieht kein Risiko durch höhere Schulden

Italiens Finanzminister Giovanni Tria verteidigt den italienischen Haushaltsplan für der EU-Kommission. Tria ist bewusst, dass die Pläne den Stabilitätskriterien widersprechen, ändern wolle er sie deshalb trotzdem nicht. Seine Entscheidung begründet er heute in Brüssel.

mehr ...

Berater

Bankenverband: Stresstest hat Stärken und Schwächen

Der Bankenverband BdB dämpft die Erwartungen an den diesjährigen Banken-Krisentest der europäischen Aufseher. So seien Stresstests keine Wunderwaffe, wie der BdB am Montag in Frankfurt erklärte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kein Prospekt: BaFin untersagt Holz-Investment

Die Finanzaufsicht BaFin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt.

mehr ...

Recht

Einmal Teilzeit und zurück? So funktioniert die Brückenteilzeit

Der Bundestag hat das neue Gesetz zum Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit verabschiedet. Arbeitnehmer in Unternehmen ab 45 Angestellten können ab 2019 die so genannte Brückenteilzeit wählen. Arbeitsrechtsexperten der Arag haben das Gesetz unter die Lupe genommen.

mehr ...