13. April 2018, 14:11
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Pensionsrückstellungen: Mittelstand immer stärker belastet

Direktzusagen für die Betriebsrenten stellen in der Niedrigzinsphase eine wachsende finanzielle Belastung für mittelständische Unternehmen in Deutschland dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des internationalen Kreditversicherers Atradius.

Pensionsrückstellungen: Mittelstand immer stärker belastet

Da sie den Rechnungszinssatz nach HGB anwenden, betrifft die aktuelle Problematik mittelständische Unternehmen besonders stark.

Der Analyse, für die insgesamt 22.000 deutsche Abnehmer der Kunden von Atradius untersucht wurden, zufolge lastet besonders auf Firmen der Finanz-, Elektronik- und Lebensmittelbranche erhöhter Druck.

Befinde sich ein Abnehmer bereits in einer schwierigen Lage, so können die höheren Pensionsrückstellungen zum entscheidenden Faktor für Zahlungsausfälle werden.

Bei den Direktzusagen bilde das Unternehmen selbst die entsprechenden Rücklagen für die Altersvorsorge der Mitarbeiter und lege diese möglichst gewinnbringend an den Kapitalmärkten an.

Zahlungsverpflichtungen schwer zu erfüllen

“Dieses Modell hat in der Vergangenheit gut funktioniert, in den zurückliegenden Jahren jedoch sind die Zinsen deutlich gefallen”, sagt Michael Karrenberg, Regional Director Risk Services Germany, North, East Europe & Russia/CIS von Atradius.

Er erklärt weiter: “Viele Firmen sehen sich deshalb mittlerweile einem deutlich niedrigeren Rechnungszinssatz ausgesetzt und müssen höhere Rückstellungen bilden, um ihre zukünftig fälligen Zahlungsverpflichtungen vollständig erfüllen zu können.”

Niedrige Rechnungszinsen verringern ihm zufolge nicht nur die Erträge auf das Deckungsvermögen, sondern zwingen betroffene Unternehmen auch dazu, die Finanzierungslücke mit anderen Mitteln auszugleichen. So könne vereinzelt auch das Forderungsrisiko steigen.

Rechnungszinssatz reagiert langsam

Diese Problematik betrifft laut Atradius vor allem mittelständische Firmen, da diese den Rechnungszinssatz nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) anwenden.

Dieser reagiere deutlich zeitverzögert auf steigende Zinsen, so dass auch in den kommenden Jahren noch Zusatzmittel der Unternehmen in die Bilanzen eingestellt werden müssen.

Die Höhe der zusätzlichen Belastung hänge zusätzlich auch von der Durchschnittshöhe der Gehälter in einem Unternehmen und der durchschnittlichen Zugehörigkeit der Belegschaft der Unternehmen ab.

Seite zwei: Große Unterschiede in den Branchen

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1 Kommentar

  1. Herr Draghi kümmert es nicht, er lässt alle Sparer bluten damit die EU billig an Geld kommt. Die Frage bleibt wie hier die Wende klappen soll?

    Kommentar von Jan Lanc, Neu-Isenburg — 16. April 2018 @ 20:10

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