Anzeige
31. Juli 2018, 13:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Run-Offs: Sind Abwicklungsplattformen alternativlos?

Der externe Run-Off von Versicherungsbeständen als strategische Handlungsoption bewegt die Gemüter von Experten und Öffentlichkeit. Finanziell ist er aber häufig sinnvoll – sowohl für Versicherer als auch für Kunden.

 

Pressefoto Michael-Klu Ttgens Leiter-der-Versicherungsberatung-bei-Willis-Towers-Watson in Run-Offs: Sind Abwicklungsplattformen alternativlos?

Michael Klüttgens ist Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson

 

Das Modell eines externen Run-Offs von Beständen in der Lebensversicherung ist höchst umstritten – dennoch könnten die aktuellen Ereignisse den Bann für den deutschen Versicherungsmarkt brechen und weitere Nachahmer auf den Plan rufen. Bereits seit einigen Jahren trennen sich Versicherer von Beständen oder Teilbeständen und übergeben diese an andere Versicherer oder Abwicklungsplattformen.

Studien zufolge erwägen die deutschen Anbieter zunehmend die Abwicklung von Beständen, in denen kein Neugeschäft mehr geschrieben wird. Ihre Energie wollen sie entweder auf zukunftsträchtige Bereiche verwenden oder sich noch weitere Segmente mit Potenzial erschließen.

Verbesserung der Kapital der Kapitalposition und Profitabilität

Ziel der Run-Off-Aktivitäten ist die Verbesserung von Kapitalpositionen und Profitabilität – Solvency II, die Zinszusatzreserve und sinkende Neugeschäftszahlen setzen die Versicherer unter Druck. Weitere Treiber für das Schließen von Produktlinien: zu hohe Kosten für die Bestandsverwaltung, geringe Produktprofitabilität und häufig auch zu kleine Portfolien. Früher hat ein Versicherer ohne große Schwierigkeiten weit mehr Kapitalerträge verdient als das gegebene Zinsversprechen.

Da spielte die Höhe der Kosten keine entscheidende Rolle. Das hat sich gravierend geändert – und man sucht nach Wegen, mit denen die Versicherer ihre Kostenbasis senken können. Dabei muss es nicht immer nur die eine Lösung sein, denn der Markt kennt durchaus Alternativen zum Run-Off über eine externe Plattform.

Mehr Versicherungsbestände im Run-Off als bekannt

Tatsächlich befinden sich bereits mehr Versicherungsbestände im Run-Off als öffentlich wahrgenommen. So bieten viele Gesellschaften das klassische Geschäft mit Lebensversicherungen gar nicht mehr an, sondern haben Produkte mit alternativen kapitalschonenderen Garantiekonzepten im Programm – der alte Bestand läuft aus.

Ein anderes Modell ist der vollständige Run-Off – sprich, eine rechtliche Einheit des Versicherers wird kein Neugeschäft mehr schreiben. Wenn das Versicherungsunternehmen Teil einer Gruppe ist, kann die Run-Off Entscheidung die alleinige Konsequenz haben, dass das Neugeschäft in einer anderen Gesellschaft gezeichnet wird.

Seite 2: Kunden profitieren

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Assekuranz 4.0: Wie der Sprung in die Zukunft gelingt

In zehn bis fünfzehn Jahren wird die Branche kaum wiederzuerkennen sein. Welche Änderungen und Herausforderungen auf die einzelnen Geschäftsbereiche jetzt zukommen.

Gastbeitrag von Dr. Holger Rommel, Adcubum AG und Vincent Wolff-Marting, Versicherungsforen Leipzig

mehr ...

Immobilien

Bauboom schließt Lücken auf dem Wohnungsmarkt nicht

Auf dem Bau in Deutschland herrscht Hochkonjunktur – trotzdem mangelt es an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. Die aktuelle Entwicklung reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, konstatieren die Immobilienverbände und mahnen weitere Maßnahmen an.

mehr ...

Investmentfonds

Türkei-Krise: Nach 2008 haben sich Anleger viel Hornhaut zugelegt

Die Währung ist der Aktienkurs eines Landes. Angesichts des aktuellen dramatischen Verfalls der türkischen Lira haben wir es also mit einem “Mega-Aktiencrash” zu tun. Dabei war das Land früher ein wahrer Outperformer, ein Aktienstar. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident ab 2002 hat ein gewisser Herr Erdogan eine marode türkische Volkswirtschaft mit harten Wirtschaftsreformen in eine blühende Landschaft verwandelt. Doch dann wiederholten sich die typischen Fehler von Schwellenländern. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt-Börse forciert ihre Erstmarkt-Aktivität

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG hat ihre Website Erstmarkt.de einem Relaunch unterzogen und unternimmt einen Neustart mit zunächst fünf Fonds. Zielsetzung ist der Online-Vertrieb neuer Publikums-AIFs.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...