10. September 2018, 13:08
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Studie: Vier Millionen Pflegebedürftige bis 2035

Bis zum Jahr 2035 sind nach einer Studie voraussichtlich vier Millionen alte Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen. Ausgangspunkt der Berechnung sei die Versorgung der Bevölkerung der kommenden Jahrzehnte zu heutigen Bedingungen, teilte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Montag in Berlin mit.

Studie: Vier Millionen Pflegebedürftige bis 2035

Schon heute fehlen vielerorts Fachkräfte für die Pflege, und die Lücke wird in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Die Zahl der Pflegefachkräfte müsse angesichts der steigenden Zahlen deutschlandweit bis 2035 um 44 Prozent auf rund eine halbe Million steigen.

Damit die Betroffenen nicht immer höhere Eigenanteile für die Pflege zahlen müssten und die Pflege nicht zur “Politik nach Kassenlage” werde, forderte das Institut eine automatische Anpassung der Leistungen der Pflegeversicherung an die Entwicklung der Pflegepreise. Im Jahr 2015 waren rund drei Millionen Menschen pflegebedürftig.

Vor allem in Ostdeutschland sei der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung hoch, mit zum Beispiel rund fünf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bei 3,7 Prozent im Bundesschnitt.

Fachkräftemangel intensiviert sich

“Schon heute fehlen entsprechende Fachkräfte – und die Lücke wird stetig größer”, mahnte das Institut. Derzeit kommen laut IW auf 100 bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldete Stellen für Altenpfleger gerade einmal 22 arbeitslose Fachkräfte.

Dabei werde nur etwa jede zweite offene Stelle bei der BA gemeldet. Als Altenpfleger arbeiteten derzeit 244.000 Menschen, dazu 228.700 Altenpflegehelfer. “Die Lücke wird größer”, sagte die IW-Expertin Susanna Kochskämper. Um einen Kollaps zu verhindern, müsse der Pflege-Beruf attraktiver werden.

Angesetzt werden sollte laut IW einerseits beim Geld. Altenpfleger verdienten mit 2.621 Euro monatlich im Schnitt 19 Prozent weniger als Gesundheits- und Krankenpfleger, auch wenn die Löhne in den vergangenen Jahren gestiegen seien.

Seite zwei: Reformpläne reichen nicht aus

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