30. Mai 2018, 11:10
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Versicherer investieren immer stärker in Insurtechs

Die digitale Transformation nimmt Fahrt auf und damit steigen die Investitionen der Versicherungsunternehmen in Insurtechs: Das zeigt das aktuelle Insurtech Briefing für das 1. Quartal 2018 von Willis Towers Watson.

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Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson.

Demnach hat die Anzahl der Investitionen in Insurtechs einen neuen Höchststand erreicht: In 66 Transaktionen investierten im ersten Quartal 2018 (Rück-)Versicherer und Risikokapitalgeber in versicherungsorientierte Startups weltweit. Auch die Investitionsvolumina stiegen weiter. Das Investitionsvolumen lag mit 724 Millionen US-Dollar um 16 Prozent über dem Wert im vierten Quartal 2017 und um 155 Prozent über dem Vorjahresquartal.

Ein Plus von 155 Prozent – in einem Jahr

Das zeigt das InsurTech Briefing für das erste Quartal 2018 von Willis Towers Watson, einem der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions und dem Research-Unternehmen CB Insights. „Die Finanzierungsformen für Insurtechs verwischen zunehmend“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung von Willis Towers Watson in Deutschland. „Wurden die Startups früher entweder von etablierten (Rück-)Versicherern oder von traditionellem Risikokapital finanziert, so entstehen heute immer mehr hybride Investitionsmodelle.“

Allein im ersten Quartal seien sieben sehr große Investitionsrunden im Wert von über 30 Millionen Dollar abgeschlossen worden. „Etablierte Versicherungsunternehmen bevorzugen Minderheitsbeteiligungen an solchen Start-ups, die Technologien entwickeln, welche ihre eigenen kommerziellen Schmerzpunkte, einschließlich Vertriebskosten, Schadenbearbeitung und Underwriting, erleichtern“, erklärt Klüttgens. Sie suchen also nach verbesserten Prozessen und konzentrieren sich auf die Schritte innerhalb der Wertschöpfungskette, die die größten Herausforderungen für sie als Unternehmen darstellen.

Im Gegensatz dazu investieren traditionelle Venture Capital (VC)-Investoren eher in Insurtechs, die mit Innovationen die Bedürfnisse des Endkunden ansprechen, beispielsweise in punkto Preis, Erreichbarkeit oder der Schaffung von Angeboten in unterversorgten Märkten. Sie sind in der Regel produkt- und nicht prozessorientiert und suchen nach Ideen, die auch auf andere Branchen übertragbar sind. Im Gegensatz zu den etablierten (Rück-)Versicherern gehen VC-Investoren eher auch Mehrheitsbeteiligungen ein. Sie sind klar renditegetrieben, haben aber häufig keinen direkten Zugang zum Versicherungsmarkt. Um weniger vom Marktzugang abhängig zu sein, verfolgen sie eher Investitionen in neue wegweisende und skalierbare Entwicklungen.

Hybrides Modell vereint beide Geschäftsansätze

Während die Investitionen in Insurtechs durch Versicherer und VC-Geber steigen, findet der Markt immer häufiger noch einen dritten Weg: Eine Untergruppe von spezialisierten Versicherungsinvestoren will die Mentalität der Risikokapital-Geber mit der Branchenexpertise der etablierten Versicherer kombinieren: Die Spezialisten wollen so ein individuelleres Modell für Beteiligungen schaffen, das sowohl finanziellen als auch strategischen Gewinn für Investoren ermöglicht.

Karsten Wantia, bei Willis Towers Watson verantwortlich für Digitalisierungsthemen, sieht in dieser Entwicklung neue Chancen für Insurtechs auf der Suche nach Kapital: „Für die Insurtechs wird die Finanzierungslandschaft zwar komplexer und die Suche nach dem richtigen Investitionspartner schwieriger. Aber diese hybriden Investment-Modelle werden sich weiterentwickeln und könnten die ultimative Antwort für diejenigen Startup-Unternehmer sein, die von der Branchenexpertise der Versicherer und der Wertschöpfungsmentalität durch Venture Capital profitieren wollen.” (dr)

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