WWK: „Wer sagt, Riester lohnt sich nicht, täuscht die Menschen“

Die Kritik lautet immer wieder, dass die Renditen dürftig sind. Nicht zuletzt wegen der sicheren Kapitalanlage.

Eckert: Das ist nachvollziehbar, wenn vorwiegend festverzinslich angelegt wird. Wir haben sehr hohe Aktienquoten und insbesondere durch unseren Absicherungsmodus die nötige Sicherheit. Wir können für jeden einzelnen Vertrag zu jedem Zeitpunkt exakt ausweisen, wie hoch das Investitionsvolumen beziehungsweise der Anteil in Aktienfonds ist. Zudem können wir für jeden Vertrag tagtäglich die Fondsanteile herausnehmen oder erhöhen. Nur so lassen sich hohe Aktienquoten generieren. Und das bei 100-prozentiger Garantie.

Sie haben ein erklärungsbedürftiges Riester-Investmentprodukt. Wie steht es mit der Bereitschaft eines Kunden abzuschließen, wenn er volle Sicherheit möchte?

Gebhart: Die Bedenken verschwinden, weil wir eine 100-prozentige Garantie bieten. Nur eben auf der Basis unserer Wertsicherungsstrategie Intelliprotect. Das ist ja das Thema in der Niedrigzinsphase. Wenn Sie an der Börse spürbar dabei sein können, ohne dass Sie Angst haben müssen, zu verlieren. Und gerade dies ist das Asset, das wir im Verkaufsgespräch haben.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge sieht im Verzicht auf Garantien den Ausweg aus der Krise. Wie stehen Sie dazu?

Heß: Nur ein Verzicht auf die 100-prozentige Garantie ermöglicht attraktive Renditen, heißt es. Mit einem Garantieanteil von 80 Prozent bestünde die Möglichkeit einer höheren Aktienanlage. Wir haben anders als bei anderen Anbietern auch bei 100 Prozent Garantie einen sehr hohen Investitionsanteil in Aktien. Früher hatten wir in der dritten Schicht immer Angebote für unsere Kunden mit 100 Prozent Garantie, mit 90, mit 80, mit 70, mit 60. Wir haben allerdings festgestellt, dass die Kunden und vermutlich auch Vermittler nicht Absicherungsniveaus unterhalb der 100 Prozent wünschen. Der Kunde möchte sein Geld auf alle Fälle zurück und nicht beispielsweise nur 70 Prozent. Daher glaube ich nicht, dass Kunden das annehmen.

Damit unterlaufen Sie allerdings die Meinung des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV), der hat ja vor kurzem noch einmal andere Vorstellungen formuliert.

Gebhart: Momentan fokussiert das Riester-Geschäft auf immer weniger Anbieter, weil sich herausstellt, dass nur noch wenige Gesellschaften ein für den Kunden attraktiven Riester anbieten können. Also ändert man das Spiel. Der GDV will nun auch anderen Anbietern die Chance geben, unter 100 Prozent Beitragsgarantie am Markt zu partizipieren. Wir sehen dafür keine Notwendigkeit, sind aber auch nicht gegen den Vorschlag. Wir möchten es nur gern dem freien Spiel der Märkte überlassen, ob der Kunde ein solches Angebot überhaupt will. Schlimm wäre es, wenn es nur noch Riester-Renten geben darf, die keine vollständige Beitragsgarantie mehr garantierten. Das wird von einigen der Marktteilnehmer favorisiert. Mit niedrigeren Garantien werden sie wieder konkurrenzfähig.

Seite 3: Riester läuft nicht, weil es sich für die Anbieter nicht mehr lohnt

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