22. Mai 2019, 11:35
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Allianz sieht im Versicherungsmarkt Luft nach oben

Die globalen Versicherungsprämien steigen 2018 um 3,3% auf 3.655 Milliarden Euro. Dabei erweisen sich USA und Japan als Wachstumslokomotiven. Deutschland besitzt ein solides Wachstum, was aber (viel) Luft nach oben lässt. Insbesondere der Rückgang im Lebensversicherungsgeschäft ist besorgniserregend.

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Die Allianz sieht viel Luft nach oben im Wachstumsmarkt.

Nach Hochrechnungen von Allianz Research ist das globale Prämienvolumen im vergangenen Jahr auf 3.655 Milliarden Euro gestiegen (ohne Krankenversicherung). Gegenüber 2017 errechnet sich ein um Wechselkurseffekte bereinigter nominaler Anstieg von 3,3%.
2018 war damit das dritte Jahr in Folge (oder das zwölfte innerhalb der letzten 15 Jahre), in dem das Prämien- hinter dem Wirtschaftswachstum zurückblieb (die Weltwirtschaft wuchs 2018 um 5,7% nominal).

Die Konsequenz

Die Versicherungsdurchdringung (Prämien in Prozent des BIP) fiel weiter, auf nur mehr 5,4% – dem tiefsten Wert in den letzten 30 Jahren. Die Risiken steigen, aber die Absicherung dagegen geht zurück. 2018 war auch das dritte Jahr in Folge, in dem das Sachversicherungsgeschäft deutlich dynamischer (+4,7%) wuchs als die Lebenssparte (+2,5%).

Dies waren aber nicht die einzigen Anomalitäten des abgelaufenen Versicherungsjahrs. Waren es 2016 Westeuropa und 2017 die USA, kam im abgelaufenen Jahr nun China die Rolle als Bremsklotz zu. Haupttreiber des weltweiten Wachstums 2018 waren zwei „alte“ Bekannte:

Die USA und Japan, auf die zusammen über 50% des Prämienzuwachses entfielen. China dagegen, in den vergangenen Jahren Wachstumsmotor und im Jahr 2017 noch für knapp 60% des Prämienzuwachses verantwortlich, trug gerade einmal 4% bei.

Die Ursache

Im Lebensversicherungsgeschäft waren die Einnahmen rückläufig, Folge der strengeren Aufsicht im Graubereich der sog. „Wealth Management“-Produkte. „2018 markiert keinesfalls das Ende der chinesischen Wachstumsstory“, kommentierte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. „Im Gegenteil. Mehr Aufsicht ist willkommen. Das Marktwachstum wird dadurch nachhaltiger.

China steht auch längst nicht mehr nur für hohes Wachstum. Der technische Fortschritt ist ebenso atemberaubend. Chinesische Versicherer sind beim Einsatz künstlicher Intelligenz, innovativer Bezahlungslösungen und dem Aufbau von digitalen Ökosystemen deutlich weiter als wir. China zeigt uns die Zukunft der Assekuranz.“

Die europäischen Versicherer konnten sich 2018 über ein Prämienplus von 2,1% freuen, das gesamte Prämienvolumen durchbrach erstmals die EUR 1000 Mrd.-Marke. Das Sachgeschäft verzeichnete dabei mit 3,1% ein Rekordwachstum – einen stärkeren Zuwachs gab es zuletzt im Jahr 2003. Das Prämienvolumen in dieser Sparte lag damit Ende 2018 (EUR 328 Mrd.) um knapp 16% über dem Vorkrisenwert.

Im Lebensversicherungsgeschäft stieg das Prämienvolumen hingegen lediglich um 1,7%, erreichte jedoch mit EUR 674 Mrd. nahezu wieder den Vorkrisenstand von EUR 681 Mrd. im Jahr 2007. Während die Versicherungsdurchdringung in der Sachversicherung daher weitgehend stabil blieb – 2,1% im Jahr 2018 gegenüber 2,3% 2007 – ist sie in der Sparte Leben kräftig gefallen, von 5,6% (2007) auf jetzt 4,4%.

„Der Rückgang im Lebensgeschäft ist dramatisch“

Michaela Grimm, Ökonomin bei Allianz Research sagt:. „Die Ursachen sind natürlich vielfältig und von Land zu Land verschieden. Aber die andauernden Niedrigzinsen spielen dabei natürlich eine unrühmliche Hauptrolle. Es hat viel zu lange gedauert, bis sich Sparer aber auch Anbieter auf die neue Situation eingestellt haben, wohl in der Hoffnung auf eine Rückkehr zu früheren Zinsniveaus. Die wird es aber nicht geben. Die Lebensversicherung muss sich vom Zins unabhängiger machen.“

 

Seite 2: Prämieneinnahmen steigen nach wie vor

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