8. November 2019, 08:57
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Allianz wird zuversichtlicher fürs Gesamtjahr

Europas größter Versicherer Allianz wird nach einem stabilen Gewinn im Sommerquartal zuversichtlicher für das laufende Jahr. Das operative Ergebnis werde 2019 voraussichtlich die obere Hälfte der Zielspanne von elf bis zwölf Milliarden Euro erreichen, teilte der Dax-Konzern am Freitag in München mit. Analysten rechnen im Schnitt allerdings ohnehin schon mit rund 11,9 Milliarden Euro.

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Der Umsatz stieg konzernweit um acht Prozent auf 33,4 Milliarden Euro.

Europas größter Versicherer Allianz wird nach einem stabilen Gewinn im Sommerquartal etwas zuversichtlicher für das laufende Jahr. Das operative Ergebnis werde 2019 voraussichtlich die obere Hälfte der Zielspanne von 11 bis 12 Milliarden Euro erreichen, teilte der Dax-Konzern am Freitag in München mit. Analysten rechnen im Schnitt allerdings ohnehin schon mit rund 11,9 Milliarden Euro.

Am Finanzmarkt zündeten die Nachrichten zunächst nicht. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate sank der Kurs der Allianz-Aktie um 0,4 Prozent. Seit Jahresbeginn hatte das Papier aber bereits fast 29 Prozent an Wert gewonnen.

Operativer Gewinn auf Vorjahresniveau

Im dritten Quartal konnte die Allianz einen Gewinnrückgang im Schaden- und Unfallgeschäft durch verbesserte Ergebnisse in den übrigen Bereichen auffangen. Der Umsatz stieg konzernweit um gut acht Prozent auf 33,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn blieb mit 2,98 Milliarden Euro praktisch auf Vorjahresniveau und übertraf damit knapp die Erwartungen von Branchenexperten.

Auf die Aktionäre entfiel ein Überschuss von 1,95 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor sowie mehr als von Analysten erwartet. Dabei profitierte die Allianz von einem höheren Ergebnis aus Kapitalanlagen und geringeren Steuern.

Gut lief es im Fondsgeschäft. Das verwaltete Kundenvermögen bei der Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors (AGI) wuchs von Ende Juni bis Ende September um 90 Milliarden auf den historischen Höchststand von fast 1,7 Billionen Euro. Der Großteil des Anstiegs kam zwar durch günstige Wechselkurse und Wertsteigerungen zustande. Allerdings investierten die Kunden unter dem Strich auch 22 Milliarden Euro frisches Geld in die Pimco-Fonds, während AGI Abflüsse von 4 Milliarden Euro verbuchte. Der operative Gewinn der Allianz-Fondssparte stieg dabei um acht Prozent auf 703 Millionen Euro.

Zuwächse in den Sparten Leben und Kranken

Auch die Lebens- und Krankenversicherung warf mehr ab. Der operative Gewinn stieg um drei Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro, auch weil die Allianz in Deutschland und in der Region Asien-Pazifik mehr Lebensversicherungen verkaufte. Die Marge im Neugeschäft ging allerdings von 3,5 auf 3,1 Prozent zurück. “Unser Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft ist klar auf Kurs, um unsere Jahresziele zu erreichen”, sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol.

Unterdessen hat die Allianz der US-Investmentbank Goldman Sachs einen vierprozentigen Anteil an dem chinesischen Lebensversicherer Taikang abgekauft. Man habe dafür rund 800 Millionen Euro bezahlt, sagte Terzariol am Morgen dem Sender Bloomberg TV. Aus der Beteiligung könnten sich auch Kooperationen mit den Chinesen ergeben.

Herausforderungen bei Schaden- und Unfall

Den Gewinnrückgang im Schaden- und Unfallgeschäft führte die Allianz nicht auf höhere Schäden oder gestiegene Verwaltungskosten, sondern auf einen Effekt aus dem Vorjahr zurück. Da hatte der Konzern in seinem größten Geschäftsbereich mehr Rückstellungen für Schäden aus frühen Jahren aufgelöst. Der operative Gewinn des Segments ging im dritten Quartal nun um ein Zehntel auf 1,3 Milliarden Euro zurück.

Die Prämieneinnahmen reichten allerdings locker aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag mit 94,3 Prozent immer noch deutlich unter der kritischen 100-Prozent-Marke.

(dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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