Altenpflege: Finanzierungs-Debatte heizt sich auf

In der Debatte um die künftige Ausrichtung der Pflegepolitik werden Rufe nach einer breiteren Finanzierung lauter. Immer mehr Verbände, Parteien und Politiker schalten sich aktuell in die Diskussion ein.

Ist ein Systemwechsel notwendig, damit Pflegebedürftigkeit nicht zum Armutsrisiko wird?

Nötig sei ein Mix aus Beiträgen der Versicherten, einem Steuerzuschuss des Bundes und Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen, so Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Aus der CSU im Bundestag kam die Forderung nach einer Begrenzung der Kosten für Pflegebedürftige.

Befeuert wird die Debatte durch Vorbereitungen für einen Tarifvertrag Altenpflege, wie er auch von der Koalition unterstützt wird.

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Freitag Forderungen für so einen Tarifvertrag aufgestellt. Verdi verlangt einen Stundenlohn von mindestens 16 Euro für Fachkräfte.

Zutiefst unsolidarisches Prinzip

Brysch sagte: „Der Flächentarif in der Altenpflege ist wichtig.“ Anständige Löhne seien die Basis für attraktive Arbeitsplätze und engagierte Mitarbeiter.

„Ohne Zweifel wird das Geld kosten, das viele Pflegebedürftige aber nicht haben“, sagte der Experte. „Denn selbst der Zuschuss der Pflegeversicherung reicht nicht aus, um den Pflegesatz eines Heimes zu bezahlen.“

Bisher sei Hilfe zur Pflege ein persönliches Lebensrisiko. „Ein solches Prinzip ist zutiefst unsolidarisch“, bemängelte er.

Seite zwei: Wie in der Krankenversicherung, so in der Pflege?

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