10. Dezember 2019, 08:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Die Beitragsgarantie ist der Klotz am Bein der Riester-Rente“

Die gesetzliche Rente allein wird nicht immer sicher reichen. Auch aus demografischen Gründen müssen daher neben der 1. Säule der Altersvorsorge (gesetzliche Rente) auch die 2. und 3. Säule (betriebliche und private Altersvorsorge) gestärkt werden. Um die private Altersvorsorge für alle Einkommensgruppen attraktiver zu machen, schlägt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vor, künftig bei der Riester-Rente auf die Beitragsgarantie zu verzichten.

107423891 in „Die Beitragsgarantie ist der Klotz am Bein der Riester-Rente“

In einem Gutachten für die INSM hat Prof. Dr. Christian Hagist (WHU) aktuelle Vorschläge verglichen, mit denen die Kapitaldeckung in der Altersvorsorge verbessert werden soll. Hagist kommt zu dem Schluss, dass „eine Weiterentwicklung der Riester-Rente der am einfachsten umzusetzende Vorschlag“ sei. Durch den Verzicht auf die Beitragsgarantie könnte die Rendite der Riester-Verträge um zwei bis drei Prozentpunkte pro Jahr steigen. Bei einem 40-jährigen Anlagehorizont führt das zu 60 Prozent mehr Kapital am Ende der Laufzeit. Wer pro Jahr 1000 Euro inklusive der staatlichen Zulagen anlege, hätte dann im Alter rund 120.000 Euro und damit rund 45.000 Euro mehr, als mit Beitragsgarantie. „Das Risiko eines teilweisen Verlustes der eingezahlten Beiträge dürfte angesichts des langen Anlagezeitraumes sehr gering ausfallen“, so Hagist. Diese Überzeugung teilen inzwischen viele. Auch der Dachverband der Verbraucherzentralen (vzbv) stellt daher die Beitragsgarantie infrage. 

Die INSM appelliert eindringlich an die Bundesregierung, bei Förderung der privaten Altersvorsorge ordnungspolitische Grundsätze zu beachten. „Der Staat darf seine Bürger dazu verpflichten, für ihr Alter vorzusorgen. Es gehört dann auch zu seinen Aufgaben, die Bürger bei der privaten Altersvorsorge zu unterstützen. Es wäre aber ein grober Verstoß gegen ordnungspolitische Grundsätze, wenn der Staat das Geld seiner Bürger einsammelt, verwaltet und anlegt. Die Bürger müssen selber entscheiden dürfen, welcher Bank, Sparkasse oder Versicherung sie ihr Geld anvertrauen und wie es für sie angelegt werden soll. Andernfalls drohen Interessenkonflikte und Wettbewerbsverzerrungen zum Schaden der Bürger”, so Pellengahr.

Foto: picture-alliance

1 Kommentar

  1. Eine Erkenntnis die schon lange vorherrscht und Riesterrente zum erliegen gebracht hat. Dabei handelt es sich doch um Millionen von Verträgen und eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. Das “Mehr an Freiheit” bei der Anlage – ohne oder mit Beitragsgarantie würde die Ergebnisse wieder attraktiver machen. Leider traut sich an das “verbrannte” Wort kein Berufspolitiker mehr ran, da dies immer negativ auf ihn medial zurückfallen würde. Schade, aber damit bleibt es wohl beim langsamen Sterben der Riesterrente.

    Kommentar von André Perko — 10. Dezember 2019 @ 13:30

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Waldbrand: Wer zahlt die Schäden? 

Noch ist der August nicht zu Ende und Waldbrandgefahr steigt weiter. So gilt in vielen Landkreisen Brandenburgs seit dem Wochenende höchste Gefahrenstufe. Auch im Norden Bayerns, im südlichen Hessen oder etwa in Niedersachsen muss laut Deutschem Wetterdienst aufgrund der anhaltenden Hitze mit Waldbränden gerechnet werden. Doch wer zahlt überhaupt die entstandenen Schäden?

mehr ...

Immobilien

Neues BGH-Urteil zu Modernisierungskosten

Der BGH stellt klar: Instandhaltungsanteil muss von Modernisierungskosten abgezogen werden. Der Mieterbund begrüßt Urteil als längst überfällig.

mehr ...

Investmentfonds

„Großbritannien droht der wirtschaftliche Doppelhammer“

Im zweiten Quartal 2020 hat das Vereinigte Königreich den schwersten Konjunktureinbruch unter allen entwickelten Volkswirtschaften der G7-Staaten erlitten. Damit ging die britische Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2020 um annähernd 22 Prozent zurück – das ist mehr als das Dreifache dessen, was während der globalen Finanzkrise 2008 bis 2009 vom Höchst- bis zum Tiefststand verzeichnet wurde. Ein Kommentar von David Riley, Chief Investment Strategist bei BlueBay Asset Management.

mehr ...

Berater

OVB erzielt Umsatzplus im 1. Halbjahr 2020

Nach einer dynamischen Geschäftsentwicklung im ersten Quartal des Jahres konnte der europäische Finanzvermittlungskonzern
OVB im zweiten Quartal 2020 – trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie – das gute Umsatzniveau des Vorjahresquartals erreichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bergfürst-Crowdinvestment: Büros zu Wohnungen

Die Crowdinvesting-Plattform Bergfürst sucht sechs Millionen Euro in Tranchen ab zehn Euro, um ein Bürohaus in Frankfurt am Main in Mikro-Apartments umzubauen. Vertrags-Detail: Wer wenig investiert, bekommt sein Geld unter Umständen als erster zurück.

mehr ...

Recht

Geldwäsche bekämpfen: Neufassung des Geldwäsche-Tatbestands im Strafgesetzbuch

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat heute den Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der strafrechtlichen Bekämpfung der Geldwäsche veröffentlicht. Der Referentenentwurf ist in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Finanzen erarbeitet worden. Länder und Verbände können bis zum 7. September 2020 dazu Stellung nehmen.

mehr ...