Grundsicherung: Bis zu 1 Million Menschen müssen aufstocken

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jubelt: Nur drei Prozent aller Rentner benötigen Leistungen aus der Grundsicherung. Dabei verkennt sie die steigende Entwicklung. Die Anzahl der Aufstocker im Rentenalter steigt von 2,7 Prozent 2017 auf 3,3 Prozent 2018. Prognosen halten fünf Prozent für möglich. Über die Gründe und ihre künftige Entwicklung.

Die Rente für die Generation Babyboomer wird nicht reichen.

Wer vorgesorgt hat, der profitiert von den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. So könnte man die Ausführungen der DRV auf ihrem Portal Ihre-Vorsorge.de verstehen. Wer mit 65 Jahren bereits Anspruch auf die gesetzliche Rente besitzt, der benötigt weniger Leistungen der Grundsicherung als gleichaltrige Personen ohne Anspruch auf die gesetzliche Rente. Von 17,7 Millionen Personen dieser Gruppe beziehen 560.000 Menschen Grundsicherung. Das sind über 100.000 Personen mehr als im Vorjahr. 2017 beziehen 421.600 Personen über 65 Jahren Leistungen zur Aufstockung ihrer Einkünfte.

Babyboomer lassen erhöhtes Wachstum erwarten

Denkt man diese Kurve weiter, so ist ein verstärktes Wachstum zu erwarten, da die ersten Jahrgänge der Generation Babyboomer damit beginnen, in Rente zu gehen. Dies belegt auch die Deutsche Rentenversicherung, wenn sie schildert, dass Neurentner häufiger Bedarf an grundsicherung haben. Die obere Grenze von 5,5 Prozent aller Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, scheint somit nicht zu halten, wenn gleich Experten sich eher auf eine flachere denn eine steilere Kurve festlegen.

Quelle: Allianz.com

Dabei ist die Belastung des Sozialsystems durch den vermehrten Übergang geburtenstarker Jahrgänge vom Arbeitsleben in die Rente längst kein Geheimnis mehr. Neben der Rentenversicherung müssen sich auch Kranken- und Pflegeversicherung auf den sprunghaft ansteigenden Bedarf anpassen. Aufwind erhält diese Entwicklung dadurch, dass sich immer mehr Babyboomer die Rente herbeiwünschen. (fm)

Foto: picture-alliance

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