Kfz-Versicherung: Allianz umwirbt brave Autofahrer

In ihrem Zweikampf um die Marktführung umwerben die beiden größten deutschen Kfz-Versicherer verstärkt die besonders vorsichtigen Fahrer. Auch die Allianz Deutschland weitet ab nächster Woche ihr Telematik-Angebot mit Rabatt für eine defensive Fahrweise aus.

Bei den Telematik-Tarifen wird das Fahrverhalten elektronisch überwacht. Die Daten werden an die Kfz-Versicherung weitergeleitet.

Ab nächster Woche sollen alle Altersgruppen dieses Angebot nutzen können. Das sagte der für Privatkunden zuständige Manager Frank Sommerfeld am Donnerstag in Unterföhring.

Bisher gibt es die Rabatte nur für die besonders unfallträchtige Altersgruppe unter 29. „Bei Jungfahrern hat das hervorragend geklappt“, sagte Sommerfeld.

Die derzeit 90.000 Telematik-Kunden verursachen demnach im Schnitt weniger Schäden und Unfälle als diejenigen mit Normaltarif ohne Rabatt.

Allianz ist nur die Nummer zwei

Bei den Telematik-Tarifen wird das Fahrverhalten (Geschwindigkeit, Brems-, Beschleunigungs- und Kurvenverhalten) elektronisch überwacht.

Die Daten werden an die Kfz-Versicherung weitergeleitet. Diese errechnet daraus einen Punktewert. Je besser er ausfällt, umso höher ist der Rabatt.

Die Allianz ist größter deutscher Versicherer, aber in der Sparte Auto zum Leidwesen der Konzernspitze nur die Nummer zwei hinter der HUK Coburg. Die Konkurrenz aus Oberfranken ist mit ihrem Telematik-Angebot für alle Altersgruppen seit April am Start.

Telematik wird deutlich an Fahrt gewinnen

Da junge Fahrer mehr Unfälle verursachen, müssen sie auch mehr für die Kfz-Versicherung zahlen – nach Sommerfelds Worten im Schnitt etwa doppelt so viel wie die Jahrgänge mittleren Alters, die am seltensten Unfälle verursachen.

Von den jungen Neukunden schließt nach Sommerfelds Angaben etwa ein Drittel einen Telematik-Vertrag ab. „Wir gehen davon aus, dass das deutlich an Fahrt gewinnt“, sagte Sommerfeld.

Da Autofahrer mittleren Alters aber ohnehin vergleichsweise sicher fahren, erwartet die Allianz im Vergleich eine etwas geringere Nachfrage als bei den Jungen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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