Pflegekosten: 2.300 Euro – und das ist nur der Eigenanteil

Laut Berechnungen des Verbands der Privaten Krankenversicherung beträgt der von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zu tragende Eigenanteil für vollstationäre Pflege im Bundesdurchschnitt rund 1.800 Euro pro Monat, mit steigender Tendenz.

Je nach Bundesland schwankt der zu zahlende Beitrag, da personelle Ausstattung und Personalkosten unterschiedlich hoch sind. Mit über 2.300 Euro ist Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter. Vergleichsweise gering fällt der Eigenanteil in Sachsen mit rund 1.200 Euro aus.

Eigenanteile falsch eingeschätzt

Viele Teilnehmer der Postbank Umfrage, die nicht von einer Kostendeckung durch die gesetzliche Pflegeversicherung ausgehen, schätzen den zu leistenden Eigenanteil viel zu niedrig ein:

41 Prozent glauben, dass sie weniger als 1.000 Euro monatlich für einen vollstationären Pflegeplatz hinzuzahlen müssen. „Es ist wichtig, die Pflegekosten realistisch einzuschätzen, weil man nur dann angemessen vorsorgen kann“, mahnt Maultzsch.

Zwar gäben 59 Prozent der Befragten an, privat für die Pflege im Alter vorzusorgen, da jedoch zwei von drei Deutschen den Eigenanteil – zum Teil massiv – unterschätzen, ist es möglich, dass diese Aussage für viele nur ein Lippenbekenntnis sei.

36 Prozent derjenigen, die privat für die Pflegekosten vorsorgen, schaffen oder erhalten Vermögenswerte für diesen Zweck; 33 Prozent sparen oder verwahren Ersparnisse. 22 Prozent geben an, dass sie über eine private Pflegeversicherung verfügen.

Als Begründung für mangelnde Vorsorge wird besonders häufig angeführt, dass Geld fehle (48 Prozent), dass der Staat sich darum kümmern solle (44 Prozent) und dass es ausreiche, wenn die Befragten in die gesetzliche Pflegeversicherung eingezahlt hätten (38 Prozent). Ein fataler Irrtum, die offenbart, wie groß die Unwissenheit beim Thema Pflege ist.  (dr)

Foto: Postbank

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