Renditen nahe der Zehn-Prozent-Marke: Die Spar-Illusionen der Sparer

Die Zinsen für Spareinlagen sinken auf immer neue Tiefstände. Doch davon wollen viele Sparer nichts wissen und erwarten satte Erträge, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Insbesondere junge Anleger rechnen mit fantastischen Gewinnen nahe der Zehn-Prozent-Marke – eine riskante Fehleinschätzung.

Dr. Wolfgang Krüger: „Einerseits überschätzen viele die Bedeutung von Geld, andererseits interessieren sich die meisten Menschen kaum für die eigenen Finanzen“

Die Deutschen sparen auch 2019 fleißig: Eine aktuelle Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank ergibt, dass drei von vier Bundesbürgern (74 Prozent) Geld zur Seite legen. Jeder Zweite (49 Prozent) parkt seine Ersparnisse auf dem Girokonto, jeder Dritte (32 Prozent) nutzt ein klassisches Sparkonto.

Immerhin jeder Dritte (30 Prozent) besitzt Aktien und Fondsanteile, um sein Geld rentabel anzulegen. Die Höhe dieser Gewinne schätzen allerdings viele falsch ein. Sparer, die Angaben zu ihrer voraussichtlichen Rendite machen, erwarten einen jährlichen Ertrag von durchschnittlich 4,6 Prozent, so die Umfrage.

„Dies ist eine unrealistische Schätzung. Auf Sparbuchguthaben gab es solch hohe Zinsen zuletzt in den 1980er-Jahren“, erklärt Dr. Marco Bargel von der Postbank. „Derzeit tendiert der Zinssatz Richtung null Prozent. Selbst eine Rendite, die zumindest einen Inflationsausgleich erreicht, lässt sich im derzeitigen Zinstief mit konservativen Anlagen kaum erzielen.“

 

Seite 2: Spar-Illusion – Keine Wissen, kein Gewinn

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