29. Juli 2019, 08:45
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Sozialversicherung: So viel kosten die Negativzinsen

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet nicht nur die Sparer, sondern auch die Beitragszahler in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Deutsche Rentenversicherung, der Gesundheits- und der Pflege-Ausgleichsfonds haben im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 67 Millionen Euro Strafzinsen gezahlt, wie eine Umfrage des Tagesspiegel unter Sozialversicherungsträgern ergeben hat.

Banken-Euro-EZB-Strafzinsen in Sozialversicherung: So viel kosten die Negativzinsen

Die gegebenen Antworten der zitierten Umfrage sind überraschend. Insbesondere die Deutsche Rentenversicherung (DRV) steht nicht zuletzt aufgrund der Demografie im Fokus. Nun zeigt sich, dass 2018 0,018 Prozent an Negativzinsen auf die Ausgaben von 302 Milliarden Euro angefallen sind.

Erstaunliche Ausgabenbilanz der Sozialversicherern

Dies entspricht laut Tagesspiegel 54,36 Millionen Euro. Auch für das laufende Jahr haben sich die Erwartungen nicht angepasst. Es sei mit einem “ähnlich negativen Zinsergebnis zu rechnen”, zitiert der Tagesspiegel die Rentenversicherung. 

Erstaunlich ist das Anfallen von Negativzinsen nicht. Bereits 2017 zahlt die Deutsche Rentenversicherung einen negativen Saldo aus den getätigten Geldanlagen. Es ist mit 4,8 Millionen Euro jedoch deutlich kleiner. Basis dieser Zahlen ist die Antwort des Bundesfinanzministeriums, die auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion erfolgt, berichtet der Tagesspiegel. 

Girokosten fressen Gesundheitsfonds auf

Mindestens genauso bedenklich wie das Handeln der Deutschen Rentenversicherung ist dasjenige des Gesundheitsfonds. So halten sich die Anlage der verwalteten Gelder und die für die Verwaltung bei der Bundesbank anfallenden Gebühren fast die Waage, berichtet der Tagesspiegel.

2018 seien laut den eigenen Recherchen 5,12 Millionen Euro für die Kosten in direktem Zusammenhang mit der Geldanlage angefallen. 4,1 Millionen Euro zahlt das Bundesversicherungsamt für Girogebühren direkt an die Bundesbank. Auch in diesem Jahr setzt sich der negative Trend weiter fort.

Die Rechnung zahlt der Beitragszahler

Insgesamt 2,4 Milliarden Euro führen deutsche Banken im vergangenen Jahr an Strafzinsen ab. Die Millionen der deutschen Sozialversicherung stellen dabei lediglich einen Tropfen auf dem heißen Stein dar. 

 

Draghis Ankündigung bis Mitte 2020 den geldpolitischen Kurs nicht signifikant anpassen zu wollen, so der Tagesspiegel, belaste zunehmend die erzielten Beitragseinnahmen. sie werden durch derlei Aktivitäten weiter geschmälert. 

Ein positives Beispiel, wie es auch anders sein kann, liefert der Tagesspiegel mit der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenversicherung verursacht lediglich 3.417 Euro. 2017 fielen sogar keine Zinsen an, heißt es im Bericht weiter. 

 

Foto: Shutterstock

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