Aon-Marktreport D&O-Versicherungen: Es wird teurer

Die Corona-Krise hat deutliche Auswirkungen auf den Markt für D&O-Versicherungen (Directors & Officers-Versicherungen). Unternehmen, die Verträge verlängern müssen, stehen nicht nur erhebliche Prämienerhöhungen ins Haus, sondern auch harte Verhandlungen über den Deckungsumfang. Zudem ziehen sich Versicherer aus dem Geschäft zurück. Das zeigt der jüngste Marktreport des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon.

Die Corona-Krise hat deutliche Auswirkungen auf den Markt für D&O-Versicherungen (Directors & Officers-Versicherungen). Unternehmen, die Verträge verlängern müssen, stehen nicht nur erhebliche Prämienerhöhungen ins Haus, sondern auch harte Verhandlungen über den Deckungsumfang. Zudem ziehen sich Versicherer aus dem Geschäft zurück. Das zeigt der jüngste Marktreport des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon.

Covid-19: Haftungsrisiken steigen

Während auf der einen Seite die Haftungsrisiken für Manager nicht zuletzt durch die Covid-19-Krise immer größer werden, ziehen sich immer mehr  Versicherer aus dem D&O-Markt zurück. Aon hat einen Rückgang von rund 50 Prozent der Kapazitäten festgestellt.

Weniger Anbieter und höhere Risiken führen zu deutlichen Preissteigerungen. Der Aon D&O-Pricing-Index zeigt, dass sich die Prämien mit einen durchschnittlichen Steigerungssatz von 102,7 Prozent im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben. Im zweiten Quartal lag dieser Steigerungssatz immer noch bei 74,4 Prozent.

Gleichzeitig versuchen die Versicherer, den Umfang der Deckung zu reduzieren und angeblich auf den Kern der Managerhaftung zurückzuführen. Teils bergen jedoch vermeintlich kleine Änderungen bei den Vertragsverlängerungen erhebliche Risiken für einen Manager.

Dies gilt zum Beispiel, wenn es um Absicherung von Sachverhalten aus der Vergangenheit geht. Hinzu kommen Deckungsausschlüsse und gezielte Fragestellungen, insbesondere im Bereich Insolvenz-, Cyber- und Covid-19-Risiken.

Keine exakte Risikoanalyse

Die Aon-Berater haben ausserdem festgestellt, dass Versicherer sich oftmals nicht detailliert mit dem konkreten Risiko eines Kunden auseinandersetzen. Stattdessen erfolgen gleichsam automatisch Deckungsablehnungen bei sogenannten Problembranchen oder pauschale Prämienerhöhungen.

„Kunden müssen sich darauf einstellen, dass bei der Vertragsverlängerung wesentlich umfassender Informationen bereitgestellt werden müssen. Unbedingt sollte sowohl für die Ausschreibung als auch die Vertragsverhandlungen mehr Zeit eingeplant und vor allem die technischen Auswirkungen von Änderungen sorgsam geprüft werden”, erläutert Marcel Roeder, Chief Broking Officer Specialty bei Aon in Deutschland.

„Ein zu enges Zeitfenster am Ende des Renewals kann die Verhandlungsposition des Versicherungsnehmers ebenso deutlich schwächen, wie unerkannte Versicherungslücken bei künftigen Schadenfällen”, ergänzt er.

D&O-Policen sichern Vorstände, Geschäftführer und Aufsichträte gegen Schadenersatzansprüche ab, die aus ihrer Tätigkeit als Organ einer Gesellschaft entstehen können. Der Aon Marktreport zum Thema D&O-Versicherung kann hier heruntergeladen werden: www.aon.de/marktreport (dr)

Foto: Aon / Shutterstock

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