19. Februar 2020, 16:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grundrente beschlossen: Das sollten Sie wissen

Das Bundeskabinett hat die Grundrente beschlossen. Laut Bundesministerium bekommen ab 2021 rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Renten einen Zuschlag zu ihren Bezügen, wenn sie mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit nachweisen können. Kosten für den Steuerzahler im Einführungsjahr: Mindestens 1,3 Milliarden Euro. Die Finanzierung ist aber noch unklar. Eine Einkommensprüfung soll sicherstellen, dass Bedarf besteht.
 Rechtsexperten der Arag informieren über die neue Grundrente ab 2021
.

123644356 in Grundrente beschlossen: Das sollten Sie wissen

Die Grundrente ist nach langem Hickhack in der Koalition vom Bundeskabinett beschlossen worden. Die Finanzierung ist dagegen noch unklar.

 
Alleinstehende Rentner mit einem monatlichen Einkommen von maximal 1.250 Euro und Eheleute oder Lebenspartner mit bis zu 1.950 Euro erhalten den vollen Aufschlag. Einkommen, die über diese Freibeträge hinausgehen, werden zu 60 Prozent auf den Grundrentenzuschlag angerechnet. Beispiel: Erhält ein Rentner 1.300 Euro, liegt seine Rente 50 Euro über dem maximalen Freibetrag. 60 Prozent dieser 50 Euro, also 30 Euro, werden von der Grundrente abgezogen.

Einkommensgrenzen

Übersteigt das Einkommen 1.600 Euro für Alleinstehende und 2.300 Euro bei Paaren wird der Betrag, der über der Freigrenze liegt, vollständig auf den Zuschlag angerechnet. Beispiel: Hat ein alleinstehender Rentner 1.700 Euro Einkommen, vermindert sich seine Grundrente um 100 Euro.

Wie hoch ist die Grundrente?


Die genaue Berechnung ist höchst kompliziert und hängt von der Anzahl der individuell erworbenen Entgeltpunkte für die Rente ab. Ein Durchschnittsverdiener erhält pro Jahr einen Entgeltpunkt. Wer weniger verdient, bekommt entsprechend weniger Rentenpunkte. Bei Geringverdienern, die 35 Jahre eingezahlt haben, aber nur auf 0,4 bis 0,8 Punkte kommen, wird auf maximal 0,8 Punkte aufgestockt.

Dieser Wert wird schließlich um 12,5 Prozent verringert, um sicherzustellen, dass diejenigen, die ihr Leben lang mehr eingezahlt haben, auch mehr ausgezahlt bekommen. Damit liegt der höchstmögliche Zuschlag nach Angaben des Arbeitsministeriums bei rund 404 Euro brutto.

Davon werden nach Angaben der Arag-Experten die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen, so dass am Ende maximal etwa 360 Euro netto mehr Rente im Geldbeutel bleiben.

Muss die Grundrente beantragt werden?
Nein.

Die Arag weist darauf hin, dass die Einkommensprüfung über die Rentenversicherung automatisch durchgeführt wird, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten. Die Daten werden von den Finanzämtern geliefert. (dr)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Warum hat die CDU/CSU die Grundrente so zusammengekürzt
    Das ist weder christlich noch sozial und bringt Stimmenverlust
    vor allem im Osten.
    MfG
    A. Zinkl

    Kommentar von Andreas Zinkl — 20. Februar 2020 @ 11:58

Ihre Meinung



 

Versicherungen

“Es gibt einen großen Bedarf nach persönlicher Beratung”

Die Ergo gehört zu den größten Versicherern in Deutschland. Und musste sich im Zuge der digitalen Transformation neu erfinden. Cash. sprach mit Vertriebsvorstand Olaf Bläser über die vertrieblichen Herausforderungen des digitalen Umbaus und die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell. Teil 2 des großen Interviews.

mehr ...

Immobilien

Megatrend Smart Cities: Wie Anleger davon profitieren können

Unsere Städte befinden sich im Wandel. Der Megatrend der Zukunft, die Urbanisierung, hat schon längst eingesetzt. Das stellt uns vor immer mehr neue Herausforderungen, die einen Wandlungsprozess in Richtung intelligenter Städte (Smart Cities) anstoßen. Für Anleger bieten Smart Cities aber auch interessante Chancen – wenn sie auf Unternehmen setzen, die ihre Aktivitäten auf diese Wandlungsprozesse ausgerichtet haben. Die Fürpaß-Peter-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Amundi bringt drei neue Klima-ETFs

Der Vermögensverwalter Amundi hat sein Angebot nachhaltiger Investments mit der Lancierung drei neuer ETFs weiter ausgebaut, die die Paris-abgestimmten EU-Benchmarks (EU Paris-Aligned Benchmarks – PAB) abbilden. Die Benchmarks sollen helfen, das Ziel des Pariser Klimaabkommens – die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau – zu erreichen. Die ETFs werden zu sehr wettbewerbsfähigen laufenden Kosten ab 0,18 Prozent p.a. angeboten.

mehr ...

Berater

Hypoport legt im ersten Halbjahr kräftig zu

Der Finanzdienstleister Hypoport hat im ersten Halbjahr von einer hohen Nachfrage nach Krediten profitiert. So zog das Transaktionsvolumen auf der Plattform Europace, einem Kreditmarktplatz für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, um 31 Prozent auf fast 42 Milliarden Euro an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...