Katastrophenjahr 2020: Schäden kosten Versicherer so viel wie selten zuvor

Hurrikane "Florenz" über dem Atlantik in der Nähe der US-Küste

Das Jahr 2020 dürfte nach Einschätzung des schweizer Rückversicherer Swiss Re zum fünfteuersten in der Geschichte werden.

Das Jahr 2020 dürfte für die weltweite Versicherungsbranche laut einer Studie auch abseits der Corona-Pandemie zu einem der teuersten ihrer Geschichte werden.

Nach vorläufigen Schätzungen kosteten Naturkatastrophen und von Menschen ausgelöste Großschäden die Assekuranz in diesem Jahr rund 83 Milliarden US-Dollar (68 Mrd Euro), wie der schweizerische Rückversicherer Swiss Re mitteilte. „Damit ist das Jahr 2020 das fünftteuerste Jahr für die Versicherungsindustrie seit 1970.“

Als Hauptursachen nannte das Unternehmen nicht die Hurrikane, sondern eine Rekordzahl schwerer Gewitter mit Tornados, Überschwemmungen und Hagel sowie die Waldbrände in den USA. Insgesamt hätten Naturkatastrophen versicherte Schäden von etwa 76 Milliarden Dollar angerichtet – rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zerstörungen durch Hurrikane im Nordatlantik kosteten die Branche der Swiss Re zufolge rund 20 Milliarden Dollar.

Klimawandel hat kein Verfallsdatum

„Wie Covid-19 wird auch der Klimawandel eine enorme Belastungsprobe für die globale Widerstandsfähigkeit sein“, sagte Swiss-Re-Chefökonom Jerome Jean Haegeli. Im Gegensatz zu der Pandemie habe der Klimawandel jedoch kein Verfallsdatum. Wenn es nicht gelinge, die wirtschaftliche Erholung „grün“ zu gestalten, dürften die Kosten für die Gesellschaft in Zukunft noch weiter steigen.

Die tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden fielen der Studie zufolge auch in diesem Jahr noch deutlich höher aus. Die Versicherer deckten nur rund 45 Prozent der gesamten Summe ab. Der Anteil liege diesmal allerdings vergleichsweise hoch. Im Zehn-Jahres-Schnitt liege die Quote lediglich bei 37 Prozent, hieß es. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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