28. Februar 2020, 09:27
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Munich Re verfehlt trotz Gewinnsprung Erwartungen

Der Rückversicherer Munich Re hat seinen Gewinn 2019 trotz deutlich gestiegener Großschäden kräftig gesteigert. Dank lukrativer Finanzgeschäfte und Währungsgewinnen kletterte der Überschuss um 18 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen sein ursprüngliches Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro, verfehlte jedoch die noch optimistischeren Erwartungen von Analysten.

Wenning Munich-Re in Munich Re verfehlt trotz Gewinnsprung Erwartungen

Joachim Wenning

Vorstandschef Joachim Wenning zeigte sich am Freitag in München zuversichtlich, dass die Munich Re ihren Gewinn 2020 wie geplant auf 2,8 Milliarden Euro steigern kann.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten jedoch mit einem Kursrutsch quittiert. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate verlor die Munich-Re-Aktie am Morgen fast sieben Prozent an Wert und damit deutlich mehr als der einmal mehr vom Coronavirus geschwächte Gesamtmarkt.

Dabei sollen die Aktionäre für das abgelaufene Jahr eine von 9,25 auf 9,80 Euro erhöhte Dividende erhalten und damit etwas mehr als von Experten geschätzt. Außerdem will die Munich Re – wie bereits bekannt – erneut für eine Milliarde Euro eigene Aktien vom Markt zurückkaufen.

Allerdings musste der Konzern 2019 im Rückversicherungsgeschäft 3,1 Milliarden Euro für Großschäden ausgeben, rund eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Besonders teuer schlugen die Taifune “Hagibis” und “Faxai” zu Buche, die in Japan gewütet hatten. Die Munich Re verbuchte für beide zusammen Schäden von rund 1,3 Milliarden Euro.

In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung reichten die Beiträge daher nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich im Vergleich zu 2018 von 99,4 auf 101,0 Prozent. Analysten hatten im Schnitt einen besseren Wert erwartet. Im Jahr 2017 – dem bisher schwersten Naturkatastrophenjahr für die Versicherungsbranche – hatte die Quote allerdings noch deutlich weiter im roten Bereich gelegen.

Im Segment Leben/Gesundheit zehrten Belastungen in Australien und die Erwartung höherer Schäden im Invaliditätsgeschäft am Gewinn. Dass der Gewinn insgesamt dennoch stieg, lag an guten Geschäften bei der Kapitalanlage. Konzernweit legte das Kapitalanlageergebnis um fast 19 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu, was einer Rendite von 3,2 Prozent entspricht. Für 2020 geht der Vorstand nur von drei Prozent aus.

Ergo soll für Aufwind sorgen 

Dass die Munich Re für 2020 mit einem weiteren Gewinnanstieg rechnet, erklärte das Management auch mit steigenden Preisen im Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz und Axa. Bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum Jahreswechsel erzielte der Konzern im Schnitt 1,2 Prozent höhere Preise und baute sein Geschäftsvolumen um 4,4 Prozent aus. Das Management erwartet, dass das Preisniveau bei den weiteren Erneuerungsrunden im April und Juni weiter steigt. Denn dann stehen Verträge aus Regionen wie Japan an, in denen zuletzt hohe Schäden entstanden waren.

Für weiteren Aufwind soll die Düsseldorfer Konzerntochter Ergo sorgen, die lange Zeit als Sorgenkind der Munich Re galt. Der Erstversicherer sei auf gutem Weg, die im Zuge seines Strategieprogramms gesetzten Ziele zu erreichen, hieß es. Von den Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft der Ergo blieb 2019 deutlich mehr übrig als im Vorjahr. Insgesamt steigerte der Erstversicherer seinen Gewinn um sieben Prozent auf 440 Millionen Euro. Im neuen Jahr sollen es rund 530 Millionen werden. (dpa-AFX)

Foto: Munich Re

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