11. Februar 2020, 14:04
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Orkantief “Sabine”: Wehe und Wohl liegen dicht zusammen

Von Sonntag, den 9. Februar 2020 bis Dienstag, den 11. Februar 2020 erfasste das Sturmtief “Sabine” Deutschland und sorgte besonders im Süden Deutschlands für zahlreiche Schäden und Einschränkungen im Bahn-und Flugverkehr. “Sabine” war der erste schwere Sturm im Winter 2019/2020. Nach Schätzungen von Aon liegt der versicherte Schaden hierzulande in einer Größenordnung von 500 bis 700 Millionen Euro. Es gibt jedoch auch einen positiven Effekt von “Sabine”.

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Folgen von Orkantief “Sabine”: Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle steht während einer Sturmflut unter Wasser.

Deutschland war auf das Orkantief “Sabine” sehr gut vorbereitet. So wurde unter Anderem bereits im Vorwege der gesamte Fernverkehr der Deutschen Bahn, der Flugverkehr von Eurowings und der Fährbetrieb an den Küsten vorsorglich eingestellt. Das Fußballspiel Mönchengladbach gegen Köln wurde abgesagt. In vielen Bundesländern blieben die Schulen am Montag, den 10. Februar geschlossen. Dennoch kam es zu zahlreichen Schäden.

“Sabine” hat zahlreiche Schäden hinterlassen: In Frankfurt am Main knickte ein Baukran ab, bei dem sein Ausleger in das Dach des Doms stürzte. In Bayern waren Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom, da die Oberleitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt wurden. In nahezu ganz Deutschland stürzten Bäume um, die zum Teil auf parkende Autos stürzten. Die Autobahn A7 war als zentrale Nord-Süd-Verbindung in Niedersachsen zwischen Hildes-heim und dem Dreieck Salzgitter die komplette Nacht von Sonntag auf Montag und am Morgen wegen Sturmschäden gesperrt. An der Nordseeküste kam es zu Sturmfluten. Am Montagnachmittag wurde der Fischmarkt in Hamburg überschwemmt. Das Wasser stieg nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie auf 2,70 Meter über dem mittleren Hochwasser. Damit handelte es sich um eine schwere Sturmflut.

Es gibt aber auch einen positiven Nebeneffekt: “Sabine” hat die Stromproduktion aus Windkraft kräftig angetrieben: Zeitweise wurden in Deutschland rund 43,7 Gigawatt Windstrom ins Netz eingespeist. Damit wurde der bisherige Rekordwert von etwa 43,4 Gigawatt übertroffen.

In Teilen Europas wurden durch das Sturmtief leichte Schäden verursacht. In einigen Regionen Großbritanniens brachte “Sabine” (CIARA im nicht-deutschsprachigen Raum, ELSA in Skandinavien) innerhalb von 24 Stunden so viel Regen wie sonst in eineinhalb Monaten fällt. Überschwemmungen und umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr auf Straßen und Schiene erheblich. Mehr als 20.000 Haushalte waren in der Nacht vom Strom abgeschnitten. Auch in Frankreich, Polen, Tschechien, Litauen und Estland waren in Summe Hunderttausende Haushalte vorübergehend ohne Elektrizität. “Sabine” hat in Europa mindestens sieben Menschen das Leben gekostet.

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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