17. Februar 2020, 14:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Restschuldversicherung: Kreditnehmer zahlen bis zu 3.055 Euro on top

Restschuldversicherungen schützen vor Risiken wie Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Unfällen oder im Todesfall. Allerdings wird den Kreditnehmern für diesen Schutz tief in die Tasche gegriffen, wie ein Test von Kreditvergleich.net zeigt.

Shutterstock 157841786 in Restschuldversicherung: Kreditnehmer zahlen bis zu 3.055 Euro on top

Für einen Kredit von 10.000 Euro entstehen dem Kunden aktuell Mehrkosten zwischen 0,71 und bis zu 26,15 Prozent – je nach Laufzeit. Zu diesem Ergebnis kam aktuell das Fachportal Kreditvergleich.net. Die Kreditexperten berechneten die Kosten der Restschuldversicherung im Februar 2020 anhand eines Musterkunden für acht Banken und für verschiedene Laufzeiten. Im günstigsten Fall kostete der Versicherungsschutz 73,08 Euro, die teuerste Variante landete bei 3.055,68 Euro.

Für den Kredit von 10.000 Euro wurden bei einer Kreditlaufzeit von 12 Monaten durchschnittlich 225,16 Euro für eine Restschuldversicherung fällig, d. h. der Kreditnehmer legt am Ende ca. 2,21 Prozent auf seine Kosten ohne Absicherung drauf. Wurde eine 24-monatige Laufzeit angenommen, kletterte der Durchschnittswert auf 647,33 Euro. Bereits ab 48 Monaten lag der Mehrkostenanteil der Restschuldversicherung im Schnitt über der 1.000-Euro-Grenze. Der günstigste Anbieter verlangt hier 750,64 Euro, die teuerste Bank satte 1.633,92 Euro.

Die höchsten Mehrkosten im Test von Kreditvergleich.net zahlten 2020 in der Regel die Kunden der Santander Consumer Bank. Lediglich bei der 12-monatigen Laufzeit kommt der Kreditnehmer noch günstig mit einem Basispaket für 73,08 Euro davon. Bereits ab 24 Monaten lässt sich ein umfangreicherer Schutz abschließen, der aber mit 1.079,28 Euro zu Buche schlägt. Für den 96-monatigen Kredit stiegen die Kosten inkl. Restschuldversicherung auf sagenhafte 3.055,68 Prozent – 26,15 Prozent mehr als ohne.

Stabile Kosten in den letzten Jahren

„Es hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. Die Kosten für eine Restschuldversicherung sind weiterhin mehr als bedenklich“, so Tina Reisewitz von Kreditvergleich.net. Die Kreditexpertin verweist insbesondere auf den vergleichsweise kleinen Anteil von lediglich 0,2 bis 0,4 Prozent aller Verträge, bei denen ein Versicherungsfall überhaupt eintritt. „Die Mehrkosten einer Restschuldversicherung sind aus unserer Sicht nur bei kurzen Laufzeiten vertretbar. Dass der Kunde aber für 12 oder 24 Monate einen entsprechenden Schutz benötigt darf angezweifelt werden.“ Kreditvergleich.net führt den Check der Restschuldversicherungen jährlich aus. 2018 lagen die Werte ähnlich hoch. Damals gab es max. Mehrkosten von 3.056,64 Euro.

Hintergrund

Für den Test wurden die Mehrkosten der Restschuldversicherung (jeweils das max. Versicherungspaket) für folgende Banken untersucht: CreditPlus, DKB, netbank, Oyak Anker Bank, Postbank, Santander Consumer Bank, SKG Bank sowie Targobank. Die gesamte Analyse findet sich unter: www.kreditvergleich.net/ratgeber/restschuldversicherung/

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer kommen Kunden in der Krise entgegen

Gegen eine Pandemie sind nur sehr wenige Unternehmen versichert. Privatbürger haben zwar ihre Krankenversicherung, aber keinen Schutz gegen Einkommensverluste. In dieser Lage wollen führende Unternehmen der Branche großzügig sein.

mehr ...

Immobilien

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose – Dividende bleibt

03Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt. Ein Beitrag von Professor Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, und Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Homeoffice: Der richtige Versicherungsschutz für Laptop und Co.   

Um in der Heimarbeit effektiv und produktiv arbeiten zu können, bedarf es der richtigen Grundausstattung. Hier stehen Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Welcher Mitarbeiter benötigt neben Laptop oder PC noch ein Headset oder gar einen Multifunktionsdrucker? Welche Software wird benötigt, um einen reibungslosen Kommunikationsfluss zu schaffen? Ein Überprüfen der bisherigen Arbeitsprozesse schafft hierbei Klarheit über die bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen sowie fehlendes Equipment.

mehr ...