10. April 2020, 08:08
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Vier von zehn Deutschen schon von Cyberattacken betroffen

Viele Menschen verbringen gerade durch die Corona-Krise mehr Zeit vor dem Computer zuhause. Das dürfte Hackerangriffe nochmals verstärken, warnen Behörden.

Cyber-Risiken in Vier von zehn Deutschen schon von Cyberattacken betroffen

In Deutschland sind rund 40 Prozent der privaten Internetnutzer schon einmal Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das belegt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Wurde jemand von einem Angriff betroffen, waren vor allem Viren und Hackerangriffe die Ursache. Rund 75 Prozent der Befragten fühlen sich am stärksten von Identitäts- und Datendiebstahl und von Hackerangriffen bedroht. Cyber-Mobbing empfinden vor allem junge Leute als größtes Risiko (über 20 Prozent).

Vorsicht bei Freundschaftsanfragen im Web

Rund zwei Drittel gaben an, dass sie sich gegen Cyber-Risiken schützen. Über 80 Prozent setzen dabei auf Firewalls und Virenscanner und achten darauf, keine Anhänge von unbekannten Absendern zu öffnen. Aber auch bei Freundschaftsanfragen von Unbekannten in sozialen Netzwerken und bei der Veröffentlichung persönlicher Daten lassen über 60 Prozent Vorsicht walten.

In der Corona-Krise nimmt die Cyberkriminalität nach Erkenntnissen der europäischen Polizeibehörde Europol nochmals zu. Der Grund: Wegen der Corona Pandemie bleiben viele zu Hause und nutzen dort verstärkt Online-Dienste. Dadurch erhöht sich die Möglichkeiten für Cyberkriminelle Schwachstellen auszunutzen, mahnt die EU-Polizeibehörder. Vor allem sieht Europol Anzeichen für vermehrte Phishing- und Ransomware-Attacken.

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Cyber-Risiken versichern

Nach dem Versicherungsschutz für Cyber-Risiken gefragt, würden sich rund 40 Prozent der Deutschen vor allem gegen das Risiko eines Hackerangriff absichern. Für weitere 20 Prozent wäre die Versicherung von Identitäts- und Datendiebstahl wichtig.

Mittlerweile bieten zahlreiche Versicherer Cyberversicherungen für private Internetnutzer an. Der GDV hat dazu seine unverbindlichen Zusatzbausteine (Cyber-Assistanceleistungen) für private Versicherungen entwickelt und nun veröffentlicht. Versichert werden können mit diesen Musterbedingungen verschiedene Hilfeleistungen, etwa nach einem Datenverlust oder bei Cyber-Mobbing. Auch der Ersatz eines Vermögensschadens nach einem Identitätsdiebstahl kann versichert werden.

Durch die steigende Vernetzung technischer Geräte nehmen die Möglichkeiten von Straftaten im Netz zu, beispielsweise Urheberrechtsverletzungen oder die widerrechtliche Verbreitung von Fotos. Ein rechtliches Vorgehen gegen diese Bedrohungen aus dem Netz kann teuer werden. Um das Kostenrisiko zu minimieren, hat der GDV in seine unverbindlichen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung optionale Cyberbausteine, als Ergänzung des Privat-Rechtsschutzes, aufgenommen. Die Versicherung greift, wenn ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Daten bzw. Medien besteht, also ein typisches Cyberrisiko betroffen ist.

Foto: Shutterstock

 

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