25. März 2020, 16:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnungsverlust durch Corona? Das neue Rettungspaket für Mieter

Durch die Corona-Krise stehen viele Menschen plötzlich mit weniger oder gar ohne Einnahmen da. Die meisten laufenden Kosten bleiben derweil die gleichen. Das stellt viele vor die Frage: Wovon die Miete zahlen? Was machen Immobilienbesitzer, die mit genau diesen Mieteinnahmen den Kredit für die Immobilie bedienen?  Und welche Fristen gelten für ausgesetzte Mieten? Rechtsexperten der Arag geben Antworten zu dem neuen Gesetz, das der Bundestag verabschiedet hat.

110255288 in Wohnungsverlust durch Corona? Das neue Rettungspaket für Mieter

 

Die Sonderregelung
Normalerweise dürfen Vermieter Mieter fristlos vor die Tür setzen, wenn diese zwei Monate lang ihre Miete oder zumindest einen Großteil davon nicht gezahlt haben. Doch da durch die Coronakrise vielen Mietern weniger Geld zur Verfügung steht, werden diese Kündigungsmöglichkeiten nun bis zum Sommer ausgesetzt.

Wer darf die in Anspruch nehmen?
Die Maßnahme dürfen sowohl private als auch gewerbliche Mieter in Anspruch nehmen, die vor dem 8. März 2020 einen Mietvertrag unterschrieben haben. Wer danach – also mitten in der Coronakrise – noch einen Vertrag geschlossen hat, wird durch das neue Gesetz hingegen nicht geschützt.

Nicht geschützt sind nach Auskunft der Rechtsexperten auch Mietschulden, die vor April aufgelaufen sind, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass bereits vorher säumige Mieter auch nach Corona Schwierigkeiten mit Mietzahlungen hätten.

Vermieter, die beispielweise mit den Mieteinnahmen den Immobilienkredit abtragen, können die Zahlungen für ihren Kredit aussetzen. Die Kreditlaufzeit verlängert sich dann entsprechend um die ausgesetzten Monate zu gleichen Bedingungen.

Die Voraussetzungen
Wer betroffen ist, darf nach Auskunft derExperten nun nicht wortlos die Miete einbehalten. Vielmehr muss dem Vermieter glaubhaft nachgewiesen werden, dass man die Miete aufgrund weggebrochener Einnahmen durch Covid-19 nicht mehr zahlen kann. Das kann etwa eine Bescheinigung des Arbeitgebers sein, die den Verdienstausfall bestätigt oder aber ein Nachweis, dass man sich um staatliche Soforthilfen bemüht.

Wer seine Miete nun einbehalten darf, muss den Mietrückstand mit Zinsen später nachzahlen, sobald wieder normale Kündigungsbedingungen herrschen. Allerdings haben Mieter dann bis zum 30. Juni 2022 Zeit, die Rückstände auszugleichen.

Ab wann gilt die Sonderregelung?
Der erst am Montag vorgelegte Gesetzentwurf der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft wurde vor wenigen Stunden im Bundestag beschlossen und gilt zunächst ab 1. April bis 30. Juni 2020.

Zeigt sich, dass die Corona-Pandemie bis dahin noch nicht unter Kontrolle ist, kann die Bundesregierung die Frist ohne erneute Zustimmung des Bundestages bis 30. September 2020 verlängern. Sollte darüber hinaus eine Verlängerung notwendig sein, muss der Bundestag darüber entscheiden. Dem heute verabschiedeten Gesetz muss am Freitag noch der Bundesrat zustimmen. (dr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

bAV im Mittelstand: Mehr Gesundheits- und weniger Altersvorsorge?

Der Mittelstand ist skeptisch, dass das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) zum großen Treiber in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wird. Dennoch setzen die Verantwortlichen auf die betriebliche Vorsorge. Vor allem gemischt finanzierte Pläne und die betriebliche Gesundheitsvorsorge stoßen auf Interesse. Das sind einige Ergebnisse der neuen Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2020“, die das  F.A.Z.-Instituts im Auftrag der Generali in Deutschland erstellt hat.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfonds im Interesse des Privatanlegers

Privatanleger setzen verstärkt auf alternative Kapitalanlagen wie Immobilien. Doch ein Direktinvestment zur Kapitalanlage kommt für die wenigsten in Frage – erst recht nicht, wenn es sich um Gewerbeimmobilien handelt, unter Umständen sogar im europäischen Ausland. Doch ein über zahlreiche Objekte in unterschiedlichen Ländern gestreutes Portfolio aus Gewerbeimmobilien stellt nicht nur für institutionelle Investoren, sondern gerade auch für Privatanleger das im Vergleich zu Direktinvestments günstigere Verhältnis aus Renditechancen und eingegangenen Risiken dar. Ein Beitrag von Tobias Kotz, Leiter Client Relations and Capital Funding, Real I.S. AG

mehr ...

Investmentfonds

“Gold bleibt Favorit bei Geldanlagen”

Die Nachfrage nach Edelmetallen, allen voran Gold, stagniert nicht, sondern nimmt weiter zu. Dazu gibt es statistische Erhebungen des World Gold Councils aus London, welcher die erstaunliche Entwicklung des Goldpreises und seiner Fördermengen dokumentiert. Ein Beitrag von Ronny Wagner, Gründer und Geschäftsführer der Noble Metal Factory

mehr ...

Berater

Mehr Beschwerden wegen Kreditstundungen

In Not geratene Verbraucher profitieren Verbraucherschützern zufolge nicht immer in vollem Umfang vom Zahlungsaufschub für Kredite in der Coronakrise.

mehr ...

Sachwertanlagen

Alle TSO-Beteiligungen schütten trotz Corona aus

Ende Mai kann die auf Immobilieninvestitionen im Südosten der USA spezialiserte TSO Europe Funds, Inc. für alle Beteiligungen Ausschüttungen vornehmen. Hinzu kommen für zwei Beteiligungen Sonderausschüttungen, die aus Objektverkäufen resultieren.

mehr ...

Recht

Reisewarnung für 31 Länder aufgehoben – Wo Urlaub wieder möglich ist

Nach fast 90 Tagen wird sie zumindest teilweise wieder aufgehoben: Pünktlich zum Beginn der Sommerferien in Deutschland wird die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes durch länderspezifische Sicherheitshinweise ersetzt. Dies erklärte Außenminister Heiko Maas in Berlin. Was das für Urlauber bedeutet und welche Auswirkungen das auf Stornobedingungen haben könnte, zeigt eine Analyse der Arag.

mehr ...