Eiopa-Chef: „Zu viel Information tötet Information“

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Eiopa-Chef Gabriel Bernardino

Der Chef der Europäischen Versicherungsaufsicht (Eiopa), Gabriel Bernardino, hat verständlichere Informationen für Versicherungskunden angemahnt.

Zwar habe es in den vergangenen zehn Jahren Fortschritte gegeben, doch die Informationen seien zu komplex und würden gewöhnlich nicht von den Kunden gelesen, sagte Bernardino am Donnerstag bei einer Online-Konferenz zum zehnjährigen Bestehen der Eiopa. „Zu viel Information tötet Information.“ Radikal vereinfachte Kundeninfos sollten durch verstärkte Aufsicht und das Vorgehen gegen schlechte oder irreführende Praktiken begleitet werden, sagte Bernardino.

Zugleich schlug er eine Reform des Aufsichtssystems für Versicherungen in Europa vor. „Nach meiner persönlichen Einschätzung ist es unmöglich, die verbleibenden Herausforderungen ohne eine tiefere Strukturreform zu meistern.“ Notwendig sei eine Zentralisierung einiger Elemente der Aufsicht in der EU insbesondere für international aktive Versicherungsunternehmen sowie für grenzüberschreitend tätige Unternehmen.

Im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB), die die größten Banken im Euroraum direkt beaufsichtigt, hat die Eiopa keine derartigen Befugnisse, sondern eher beratende und koordinierende Funktionen. Die Versicherungsaufsicht liegt bei den nationalen Behörden. (dpa-AFX)

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