Nachhaltigkeit: wichtig, aber zu teuer

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Thomas Bischof, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine

Die Großindustrie ist aktiv dabei, wenn es um Solaranlagen, nachhaltige Lieferketten und soziales Engagement geht. Wie sieht es aber im Kleingewerbe und Mittelstand aus? Die Gothaer KMU-Studie zeigt eine Bereitschaft, über Nachhaltigkeit nachzudenken. Allerdings ist das Thema für viele Firmen vorrangig eine Frage des Geldes.

Nachhaltigkeit umfasst die drei Dimensionen Umwelt- und Klimaschutz, verantwortungsvolle Unternehmensführung und – im Sinne der sozialen Gerechtigkeit – die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Ergab die Frage nach der persönlichen Gewichtung dieser drei Dimensionen im Jahr 2020 eine nahezu gleiche Verteilung – alle drei Antwortmöglichkeiten hatten jeweils 33 bis 34 Prozent – führt 2021 die verantwortungsvolle Unternehmensführung mit 40 Prozent (bzw. sogar 48 Prozent bei den KMU mit 201 bis 500 Mitarbeitenden), gefolgt von der sozialen Gerechtigkeit mit 37 Prozent. Schlusslicht ist mit 22 Prozent der Anteil der Befragten, denen der Umwelt- und Klimaschutz am wichtigsten ist

Der Wunsch an Unternehmen: Nachhaltiger werden

49 Prozent der Befragten ist es sehr wichtig, dass sich ihr Unternehmen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes nachhaltig entwickelt. Damit beantworten nur 14 Prozent die Frage mit „weniger wichtig“ bzw. „unwichtig“. Mit der Unternehmensgröße steigt dieser Anteil sogar noch: So ist es 59 Prozent der Mitarbeitenden in Unternehmen mit 201 bis 500 Mitarbeitenden „sehr wichtig“, dass sich ihr Unternehmen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes nachhaltig entwickelt.

In ihrer KMU-Studie fragte die Gothaer auch nach den größten Hindernissen für mehr Nachhaltigkeit. Die häufigsten Antworten: Zu teuer (35 Prozent), fehlende Zeit für die Recherche (33 Prozent), Umstellung ist zu aufwendig (24 Prozent) und es fehlt an Ideen (24 Prozent).

Zu teuer und zu aufwendig

Gerade die Unternehmen mit einem bis zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geben mit 30 Prozent an, kein Interesse daran zu haben, noch nachhaltiger zu werden. Bei den Unternehmen mit 201-500 Mitarbeitern sind es nur zwölf Prozent, die dem zukünftigen Umweltschutz die rote Karte zeigen.

„Im Rahmen unserer Konzernstrategie „Ambition25“ und den damit verbundenen Maßnahmen rund um die Ausrichtung „Führender Partner für den Mittelstand“, wollen wir auch unsere Kunden auf dem Weg zur Nachhaltigkeit unterstützen“, sagt Thomas Bischof, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine Versicherung AG.

Nicht nur Politik und Gesellschaft, auch Unternehmen erwarten die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl Ihrer Geschäftspartner. Daher gilt es Arbeitsabläufe und Infrastruktur, Energiebedarfe, aber auch Einkauf und Produkte daraufhin auszurichten.

Bei diesem permanenten Prozess zur Nachhaltigkeit wolle man die Kunden aktiv begleiten, so der Vorstand. Die Befragung zeige, dass es mehr Information und guter Netzwerke bedarf, um Unternehmen nachhaltiger auszurichten.

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