Plus 29,2 Prozent: HanseMerkur mit glänzender Bilanz

Foto: Hanse Merkur
Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der Hanse Merkur präsentierte glänzende Zahlen.

Die Hanse Merkur hat für das Geschäftsjahr 2021 glänzende Zahlen vorgelegt. So verbuchten die Hanseaten ein Beitragsplus von 29,2 Prozent, die Einnahmen stiegen auf 3,3 Milliarden Euro und die Zahl der Kunden wuchs auf 11,3 Millionen. Bemerkenswert: In den vergangenen 20 Jahren legten die Unternehmensgewinne um durchschnittlich 16 Prozent pro Jahr zu.

Neben der Prämieneinnahme konnte die hanseatische Versicherungsgruppe auch die finanzielle Substanz weiter stärken. Der konsolidierte Jahresüberschuss nach Steuern lag mit 134,8 Millionen Euro das dritte Jahr in Folge über der 100-Millionen-Euro-Schwelle.

Beim Eigenkapital legte der Konzern um 145,7 Milllionen Euro zu und erreicht mit 949,7 Millionen Euro einen neuen Höchstwert. Die finanzielle Stärke der Hanse Merkur Gruppe (SCR-Quote Q4/2021: 279 Prozent) spiegelte sich 2021 auch in den Solvenzquoten der Einzelgesellschaften wie der HanseMerkur Lebensversicherung AG mit 283 Prozent und der Hanse Merkur Krankenversicherung AG mit 410 Prozent wider.

Quelle: Bilanzkennzahlen HanseMerkur

„Trotz anhaltender Herausforderungen konnten wir erneut sehr gute Ergebnisse realisieren. Die Hanse Merkur hat sich 2021 in sämtlichen Geschäftsfeldern stärker als der Markt entwickelt. Dies entspricht unserem Unternehmensziel ganzheitlich und profitabel zu wachsen. So haben wir in den vergangenen 20 Jahren unsere Brutto-Beitragseinnahme durchschnittlich um rund zehn Prozent jährlich erhöht und gleichzeitig eine jährliche Gewinnsteigerung von durchschnittlich 16 Prozent erreicht. Diese Überschüsse führen zu einer hohen Eigenkapitalausstattung“, freute sich Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur, auf der erstmals hybrid stattfindenden Bilanz-Pressekonferenz des Hamburger Unternehmens.

Das erstmalige Überschreiten der drei-Milliarden-Marke im Geschäftsjahr 2021 nennt Sautter einen vorzeitig erreichten Meilenstein, der die Stärke des sehr plural aufgestellten Vertriebe unterstreiche. Erklärtes Zukunftsziel sei es, dieses Beitragsaufkommen zu verstetigen, so Sautter weiter.

Laut Sautter trugen die im Niedrigzinsumfeld sehr gute Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 3,2 Prozent der Hanse Merkur Gruppe, die hohe Beitragsstabilität sowie niedrigen Verwaltungs- und Abschlusskosten maßgeblich zum Geschäftserfolg mit bei. Insgesamt waren zum Berichtszeitraum rund 11,3 Millionen Personen bei der Hanse Merkur versichert. Damit sei nahezu jeder siebte Bundesbürger bei der Hanse Merkur versichert, so Sautter.

Geschäftsfeld „Gesundheit und Pflege“ mit 5,2 Prozent Zuwachs

Im Hauptgeschäftsfeld „Gesundheit und Pflege“ stiegen die Beitragseinnahmen um 5,2 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro. Bei den Krankenvollversicherten verzeichneten die Hanseaten ein Plus von 7.500 Personen. Die Zahl der Zusatversicherten liegt laut Sautter bei 1,26 Millionen. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen beziffert Sauter auf 3,4 Prozent. Damit liegt die Hanse Merkur 0,5 Prozentpunkte über dem Branchenschnitt.

Die durchschnittliche Beitragsanpassung über den Gesamtbestand der HanseMerkur betrug im vergangenen Jahr 3,4 Prozent. Im aktuellen Geschäftsjahr sind es 0,66 Prozent. Den Marktanteil der Hanse Merkur im KV-Vollversicherungsneugeschäft bezifferte der Vorstandsvorsitzende mittlerweile auf 12,4 Prozent. Der Marktanteil des KV-Vollbestand liege ei rund sechs Prozent. Das Geschäft im Segment der Beamtenvollversicherungen sei aufgrund der Dominanz des Marktführers Debeka dort hingegen noch auf niedrigem Niveau.

Reiseversicherung zieht wieder an

In der Reiseversicherung-Sparte gehört die Hanse Merkur laut Sautter zu den marktführenden Unternehmen. Diese Rolle habe man 2021 im Geschäftsfeld „Reise und Freizeit“ mit einem Beitragswachstum von 14,9 Prozent auf 183,4 Millionen Euro untermauern können. Der größte Anteil am Gesamtgeschäft der Hanse Merkur Reiseversicherung entfiel auf die Sparte Reiserücktritt mit 46,8 Prozent, gefolgt von der Sparte Reisekranken mit 45,4 Prozent.

Obwohl 2021 weiterhin stark von pandemiebedingten Reiseeinschränkungen geprägt war und die Nachfrage noch deutlich unter Vor-Pandemie-Niveau lag, ist nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden gelungen, eine Trendwende einzuleiten und auf den Erfolgspfad zurückzukehren.

Entscheidend hierfür sei gewesen, dass man als Reiseversicherungsexperte sich verändernde Kundenbedürfnisse und Marktanforderungen frühzeitig erkannt und die entsprechenden neuen Produkte schnell und flexibel verfügbar gemacht habe.

„Wir waren 2020 die ersten, die einen Corona-Reiseschutz auf den Markt gebracht haben. Diese Absicherung hat 2021 vielen Verbrauchern das Vertrauen ins Reisen zurückgegeben. Mit der Einführung des Corona-Reiseschutzes in Österreich und in die Schweiz konnten wir wesentlichen Nutzen für die DACH-Region bzw. den deutschsprachigen Tourismussektor stiften“, sagt Sautter. Auf dem polnischen Markt war die Hanse Merkur mit ihrem Corona-Reiseschutz laut Sautter ebenfalls Vorreiter.

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr geht der Vorstandsvorsitzende davon aus, dass es in diesem Jahr zu Nachholeffekten kommen und eine Absicherung der Reise noch stärker gewünscht sein werde. Das würden die Ergebnisse der „HanseMerkur Reiseumfrage 2022“, bestätigen. Demnach sehen sich 82 Prozent der Befragten danach, 2022 wieder zu verreisen.

Gleichzeitig ist der Wunsch nach Sicherheit und damit nach einem Reiseschutz groß. Für die Reisebranche blieb der Hamburger Versicherungskonzern auch und gerade in den krisenbehafteten vergangenen zwei Jahren ein zuverlässiger Partner. So steht die HanseMerkur über ihren Abschlussagenten tourVERS touristischen Unternehmen bei der Kundengeldabsicherung auch weiterhin als einer der wenigen Anbieter am Markt verlässlich zur Seite.

Risiko- und Altersvorsorge: Wachstum fast verdoppelt 

Im Geschäftsfeld „Risiko und Altersvorsorge“ konnte der Versicherungskonzern das Beitragswachstum nahezu verdoppeln. Mit einem Plus von 96 Prozent (Markt: minus 1,4 Prozent) gegenüber 2020 betragen die Beitragseinnahmen 1,3 Milliarden Euro. Das Wachstum speiste sich nach Sautters Angaben insbesondere aus einer deutlichen Steigerung der Einmalbeiträge auf 1,1184 Milliarden Euro. Diese legten um satte 132,6 Prozent zu.

„Mit unserer starken Eigenkapitalquote, einer der geringsten Zinsverpflichtungen im Markt und einem hervorragend aufgestellten Asset Management können wir so chancenorientiert anlegen, dass unsere Kunden auch in Niedrig- bzw. Nullzinsphasen von einer attraktiven Verzinsung profitieren“, kommentiert Sautter die bisherige Einmalbeitragsstrategie des Unternehmens.

Das starke Einmalbeitragsgeschäft hat laut Sautter den Vorteil, dass nur noch 16 Prozent des Deckungsstockes der Hanse Merkur Leben mit einem Garantiezins zwischen drei bis vier Prozent verzinst werden müssen. 2020 lag der Anteil noch bei 27 Prozent. Im Branchenschnitt liegt der Anteil derzeit noch bei 41 Prozent. Den aktuell durchschnittlichen Rechnungszins der Hanse Merkur Leben bezifferte Sautter mit 1,69 Prozent vor ZZR.

Sauter kündigte allerdings an, das Annahmegeschäft bei den Einmalbeiträge herunterfahren zu wollen. Die Netto-Verzinsung der HanseMerkur Lebensversicherung betrug 3,1 Prozent (Branche: 2,8 Prozent). Die Verwaltungskostenquoten konnte um 0,3 Prozentpunkte gesenkt werden. Die Abschlusskostenquote lag bei 3,4 Prozent.

Geschäftsfeld „Schaden und Unfall“:  Wachstumsmarkt Tierversicherung

Im Geschäftsfeld „Schaden und Unfall“ wurde ein Prämienwachstum von zehn Prozent (Markt: 2,2 Prozent) und eine Beitragseinnahme von 88,6 Millionen Euro erreicht. Am stärksten entwickelten sich gegenüber 2020 die Segmente Sachversicherungen (plus 39,6 Prozent) und Kraftfahrtversicherungen (plus 11,4 Prozent).

Die Gesamt-Schadenquote in der Sachversicherung lag mit 75,2 Prozent über der des Vorjahres (43,8 Prozent). Dies war in erster Linie auf das Unwetter „Bernd“ und die daraus resultierenden Elementarschäden zurückzuführen.

Die Unfallversicherung konnte ein Beitragsplus von 3,8 Prozent erzielen. Maßgeblich hierfür war vor allem das strategische Feld der Tierversicherungen. „Tierversicherungen sind ein Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. Die Anzahl der Haushalte mit Haustier in Deutschland wird stetig größer. Zudem nimmt die soziale und emotionale Bedeutung von Haustieren stetig zu, was sich in dem Wunsch nach Absicherung des Vierbeiners wiederspiegelt“, zeigt Sautter die Perspektive auf. 

Rund 17 Prozent der Beitragseinnahmen im Bereich „Schaden und Unfall“ stammten aus den Tierversicherungen. Laut Sautter bleiben die Tierversicherungen für die Hanse Merkur ein strategisches Fokusthema mit weiterem Wachstumspotenzial. Der Vorstandsvorsitzende kündigte einen Ausbau der Produktpalette an.

Hohe Expertise im Asset Management: Erfolgsfaktor bei Drittinvestoren

Zu einer wesentlichen Ertragsquelle hat sich das Geschäftsfeld „Asset Management“ entwickelt. So verwaltete die Hanse Merkur Trust AG  (HMT) 2021 ein Vermögen von 12,2 Mrd. Euro. Das neu aufgebaute Geschäftsfeld der illiquiden Assets erfuhr im Negativ- beziehungsweise Niedrigzinsumfeld eine deutlich gestiegene Nachfrage seitens institutioneller Investoren.

Der 2021 aufgelegte Dachfonds HanseMerkur Private Debt S.C.Sp. mit einem Zielvolumen von einer Milliarde Euro hat bereits Kapitalabrufe von knapp 500 Millionen Euro  erreicht. Insbesondere die Interessenkongruenz – die HanseMerkur ist dauerhafter Ankerinvestor der Dachfondsprodukte – zwischen HMT und möglichem Investor findet sehr hohe Zustimmung.

Die Assets under Management der Immobilientochter HanseMerkur Grundvermögen AG (HMG) in Immobilien- und Immobilienfinanzierungen erreichten 2021 etwa 5,3 Milliarden Euro.  Das abgeschlossene Geschäftsjahr ist für die HMG das bislang erfolgreichste Investmentjahr mit 1,2 Milliarden Euro. Darunter zunehmend großvolumige Immobilien im dreistelligen Millionenbereich. Laut Sautter nimmt inzwischen auch das Drittgeschäft in Form insitutioneller Investoren massiv an Fahrt auf. 2021 verwalteten HMG und HMT bereits drei Milliarden Euro für Drittinvestoren.

Positive Entwicklungen 2022

Der positive Trend setzt sich nach Angaben Sautters weiter fort. Die Hanse Merkur sei in allen Segmenten erfolgreich in das Geschäftsjahr 2022 gestartet. „Im Bereich Risiko und Altersvorsorge wird sich im Jahresverlauf plangemäß ein etwas anderes Bild als 2021 zeichnen, da wir den bewusst hohen Einmalbeitragsanteil der vergangenen drei Jahre nun drosseln werden. Wir streben etwa ein Fünftel des Einmalbeitragsgeschäfts aus 2021 an. Dies ist im Wesentlichen eine Reaktion auf die Absenkung des Höchstrechnungszinses auf 0,25 Prozent“, gibt Sautter den Ausblick auf 2022.

Aufgrund der aktuellen weltpolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet Sautter insbesondere im Bereich der Kapitalanlage ein anspruchsvolles und herausforderndes Jahr: „Der schreckliche Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf Inflation sowie Wirtschaftsentwicklung werden das Jahr prägen. Für eine Prognose, welche Effekte dies auf den Geschäftsverlauf haben wird, ist es noch zu früh – zumal auch mit indirekten Folgen zu rechnen ist. So verändert der Krieg die politische Agenda und ursprünglich geplante Vorhaben wie die Einführung einer aktienorientierten Rentenversicherung werden möglicherweise nachgelagert vorbereitet.“

Mittelfristiges Ziel ist laut Sautter, bis zum 150jährigen Bestehen im Jahr 2025 ein dauerhaftes Beitragsaufkommen von über drei Milliarden Euro zu erzielen. Geplant sei zudem ein stabiler Jahresüberschuss von 100 Millionen Euro nach Steuern. Zudem sei es das Ziel, die Hanse Merkur dauerhaft unter den Top-10 der deutschen privaten Gesundheitsversicherer zu platzieren.

Geschäftsverlauf von Januar bis März 2022

Im März informierte die Hanse Merkur, dass sie ab Juli 2022 als neuer Hauptsponsor ihre langjährige Partnerschaft mit dem HSV deutlich ausweiten wird. Das ist nach Angaben des Hanseaten ein klares Bekenntnis des Hamburger Versicherers zum Traditionsverein und zur Hansestadt. Die mit der Kooperation einhergehende Präsenz will die Markenbekanntheit der Hanse Merkur weiter steigern und die Marke für Fans und Kunden noch erlebbarer machen.

In der Geschäftsentwicklung setzte sich im 1. Quartal 2022 der positive Trend aus 2021 fort.  Mit insgesamt 300.000 neuen Versicherten erreichte die Hanse Merkur im ersten Quartal einen Rekord bei den Neukunden. Im Hauptgeschäftsfeld „Gesundheit und Pflege“ konnten die Beitrageinnahmen um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeiraum auf 444,9 Millionen Euro gesteigert werden.

Im Geschäftsfeld „Reise und Freizeit“ erholte sich das Marktvolumen zusehends, so dass Prämien in Höhe von 68,4 Mio. Euro knapp unter Vor-Corona-Niveau erzielt wurden. Im Geschäftsfeld „Risiko und Altersvorsorge“ sei die Überschussbeteiligung mit 2,1 Prozent stabil gehalten worden, so Sautter. Die gebuchten Beiträge sind aufgrund des angekündigten geringeren Einmalbeitragsgeschäft rückläufig.

Im Geschäftsfeld „Schaden und Unfall“ stiegen die Beiträge um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Träger dieser Entwicklung ist erneut die Tierversicherung. Mit „Unfall Best Gold“ hat das Unternehmen zudem ein neues Unfallprodukt eingeführt, das mit seinem umfassenden Leistungspaket die sich verändernde Lebenswirklichkeit der Menschen abbildet.

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