„Künstliche Intelligenz wird persönliche Beratung nicht ersetzen“

Foto: Christian Daitche
Walter Capellmann, Dela

Die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft hat in den letzten zwei Jahren einen deutlichen Schub erfahren – auch im Bereich der künstlichen Intelligenz. Warum weiterhin die persönliche Beratung gefragt ist und die generationenübergreifende Vorsorge an Bedeutung gewinnt. Ein Kommentar von Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Dela Lebensversicherungen in Deutschland.

Wir nehmen eine entscheidende Erkenntnis mit in das laufende Jahr: Kunden möchten weiterhin persönlich beraten werden – ganz gleich ob vor Ort oder „persönlich digital“. Und das gerade dann, wenn es um wichtige Finanz- und Vorsorgethemen geht. Es ist noch immer zu unterscheiden, ob jemand ein Buch oder eine Pizza online bestellt, oder ob er wichtige Vorsorgeentscheidungen für sich und seine Familie zu treffen hat.

Nachhaltigkeit fest in der Beratungsagenda verankert

Neben der Digitalisierung gewinnt das Thema Nachhaltigkeit im Beratungsalltag weiter an Bedeutung. Das Bewusstsein in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hat sich gewandelt. Nachhaltig zu handeln ist heute der Schlüssel dazu, sich als Anbieter von Versicherungsprodukten und als Makler und Vermittler langfristig erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten und sich verändernde Kundenpräferenzen zu bedienen.

Provisionsdeckel und Provisionsverbot braucht es nicht

Die im Wahljahr 2021 viel diskutierten Themen Provisionsdeckel und Provisionsverbot dürften auch unter der neuen Bundesregierung nicht vom Tisch sein. Umso wichtiger ist es für unsere Branche, darauf aufmerksam zu machen, welchen Wert eine gute fachliche Beratung für jeden Einzelnen und für unsere Gesellschaft insgesamt hat. Ob die Bezahlung nun über die Provision erfolgt oder ob der Berater mit seinem Kunden ein Honorar vereinbart, ist am Ende eine individuelle Entscheidung. Das Angebot für beide Optionen ist im Markt vorhanden und die Kosten sind heute transparent ersichtlich. Eine weitergehende Bevormundung des Kunden braucht es unserer Ansicht nach nicht.

Beratungsbedarf und Vertriebspotenzial für die Hinterbliebenenvorsorg

Mit Blick auf die Beratungs- und Vertriebsthemen haben zwei Jahre Covid-Pandemie mit all ihren Folgen die Aufmerksamkeit der Menschen für die Hinterbliebenenvorsorge gestärkt. Unabhängig von der weiteren pandemischen Entwicklung sind wir überzeugt, dass die Sensibilisierung für diese Vorsorgethemen auch künftig bestehen bleibt.

Dennoch ist die Diskrepanz zwischen Nachdenken und Handeln oftmals groß. Noch immer hat nur ein Bruchteil der Deutschen in irgendeiner Form selbstbestimmt für die Folgen des eigenen Todes vorgesorgt. Wer weiß, welche erheblichen finanziellen, organisatorischen und emotionalen Belastungen ein Todesfall nebst Bestattung und Trauerfeier für Angehörige mit sich bringt, der erkennt die vielzitierte Vorsorgelücke. Der Bedarf an Aufklärung über die tatsächlichen Kosten und fachliche Beratung zur Absicherung der Hinterbliebenen liegt auf der Hand.“

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