Paradox oder vernünftig? Vorsorgesparer trotzen Krisen und Inflation

Foto: Prisma Life

Corona-Pandemie, Russland's Angriffskrieg auf die Ukraine, massive Preissteigerungen bei Energie oder Lebensmitteln verunsichern oder schüren Ängste und führen dazu, dass Menschen ihre Aufwendungen reduzieren. Für Sparprozesse und die Altersvorsorge scheint dies aber nicht zu gelten. Ein Kommentar von Holger Beitz, CEO Prisma Life AG.

Grundsätzlich könnte man meinen, dass sowohl die Corona-Pandemie als auch die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine verursachten Ängste dazu führen, dass die Menschen laufende Aufwendungen reduzieren und vorsichtig sind. Doch scheint dies für Sparprozesse und Vorsorge nicht immer zu gelten. Im Gegenteil: Viele Sparer nutzen günstige vertraglichen Möglichkeiten, um ihre Vorsorgeleistungen aufzustocken.

Zuzahlungen steigen deutlich an

So verzeichnet die Prisma Life im Rahmen ihrer Verträge mit Fondspolicen in den beiden vergangenen Jahren hohe Zuzahlungen. Im Coronajahr 2021 stiegen die über die regelmäßigen Prämien hinausgehenden Zuflüsse in bestehende Verträge um fast 50 Prozent. In den ersten drei Quartalen 2022 waren es erneut 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – und dies vor dem Hintergrund der hohen Inflation. Wohlgemerkt: Es handelt sich nicht um klassische Einmalbeiträge, sondern um Extra-Zahlungen in laufende Verträge.

Ist das paradox oder vernünftig?

Aus unserer Sicht tun diese Sparer genau das Richtige: Sie kompensieren zusätzliche bzw. neue Risiken. Dieses Verhalten ist hoch rational und spiegelt zugleich die Tatsache, dass Vorsorgeverträge flexibel sein müssen.

Flexibilität der Verträge nutzen

Die Sparer nutzen aktiv die in vielen Tarifen der PrismaLife gebotene Möglichkeit, kostenfrei Zuzahlungen zu leisten. Damit kombinieren sie hohe Flexibilität im Hinblick auf ihre individuellen finanziellen Möglichkeiten und erzielen zugleich eine hohe Effizienz bei der Aufstockung der Vorsorge.

Die Umkehrung des Reflexes, in Krisenzeiten Aufwendungen zugunsten einer konsequenten Sparpolitik zu reduzieren, war bereits während des ersten Corona-Jahres aufgefallen. Seinerzeit war vorübergehend zu beobachten, dass Sparer ihre Beitragszahlungen aussetzten.

Auch das war die Nutzung einer flexiblen Regelung. Doch bereits nach wenigen Monaten hatte der größte Teil der Kunden die laufenden Zahlungen wieder aufgenommen. Eine echte Stornowelle war trotz großer Ängste hinsichtlich der Verlässlichkeit des eigenen Arbeitseinkommens nicht zu verzeichnen.

Einsicht in Notwendigkeit der Vorsorge

Mit diesem Verhalten handeln die Sparer also keineswegs paradox oder irrational, sondern zeigen Einsicht in die Notwendigkeit privater Vorsorge und zugleich eine klare Sicht auf die Realität. Die aktuell hohe Inflation darf nämlich keinesfalls zu einer Reduzierung der Vorsorgeleistungen führen, sondern im Gegenteil: Die Vorsorge muss die sinkende Kaufkraft der Beiträge berücksichtigen. Auch wenn es nicht immer leicht ist: Eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Vorsorgeleistungen ist sinnvoll – gerade in Krisenzeiten. Die Finanzberater müssen dabei mitwirken, und sie tun es offensichtlich.

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