Strafzinsen: Über 600 Banken und Sparkassen greifen Kunden in die Tasche

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603 Banken und Sparkassen berechnen inzwischen Strafzinsen und Verwahrentgelte für private Verbraucher. In der Regel verlangen die Institute -0,50 Prozent Zinsen ab einer gewissen Einlage – dieser Freibetrag liegt meist zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Das ergab eine aktuelle Erhebung des Finanzportals Tagesgeldvergleich.net im Oktober 2021.

Die meisten Banken und Sparkassen, die ihre Kosten an Kunden durchreichen, werden in Bayern gelistet. Dort greifen 155 Anbieter mittels Strafzinsen bzw. Verwahrentgelte in die Kundentasche. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen (106) und Baden-Württemberg (77). 

Besonders teuer sind Gebühren u. a. bei der Bank 1 Saar, die bis zu -0,75 Prozent für Neukunden berechnet, bei der Merkur Bank mit bis zu -1,00 Prozent ab 100.000 Euro Tagesgeldanlage, der Volksbank Emmerich-Rees mit 0,70 Prozent für vermögende Kunden ab 500.000 Euro auf dem Konto sowie dem Fintech bunq mit einem Verwahrentgelt von 0,04 Euro pro Tag und pro 1.000 Euro für Beträge über 100.000 Euro.

„Ein Freibetrag ist unserer Meinung nach unabdingbar. Verwahrentgelte bzw. Strafzinsen ab dem 1. Euro sind nicht akzeptabel, weil sie selbst Kleinsparer, ähnlich wie die Kosten beim Basiskonto, stark belasten. Wir gehen davon aus, dass mindestens ein jährliches Durchschnittseinkommen ohne Strafzinsen auf einem Konto liegen können muss“ so Mario Hess, Sprecher des Finanzportals.

An den Verwahrentgelten werde sich bis auf Weiteres wenig ändern. Solange die EZB ihren Kurs nicht ändere, reichten die Banken die entstehenden Kosten an den Kunden durch.

Die komplette Übersicht über alle entsprechenden Banken findet sich unter https://www.tagesgeldvergleich.net/veroeffentlichungen/negative-zinsen.html#banken

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