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16. Mai 2012, 11:48
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BVK: „Honorarberatung gefährdet Vermittleragenturen“

Der größte Vermittlerverband Deutschlands, der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) plädiert für eine Festigung und Bewahrung des Provisionssystems in der Versicherungsvermittlung und kritisiert die von der Politik geforderte Förderung der Honorarberatung.

BVK gegen HonorarberatungAuf der Jahreshauptversammlung stimmten die BVK-Delegierten einstimmig für den Leitantrag des Präsidiums „Festigung der Provisionen“. Im Leitantrag kritisiert der BVK, dass die rund 260.000 registrierten Versicherungsvermittler von einigen politischen Entscheidungsträgern und Verbraucherschützern unzulässigerweise für die Finanzkrise verantwortlich gemacht würden.

Der Berufsstand sei aber nicht Auslöser der Wirtschaftskrise gewesen, so dass auch eine Abschaffung von Provisionsvergütungen zugunsten eines Honorarsystems bei der Versicherungsvermittlung kein Mittel zu deren Vermeidung sein könne.

Durch die Honorarberatung würden Kunden doppelt belastet, so BVK-Präsident Michael H. Heinz. Denn die honorarpflichtige Versicherungsberatung führe nicht zum Versicherungsschutz, so dass bei Vertragsabschluss in der Regel zusätzliche Kosten entstehen würden. Daher würden gerade diejenigen mit schwacher Finanzkraft und mit einer häufig unzureichenden Absicherung ihrer Lebensrisiken auf die wichtige Beratung verzichten.

Zudem würde die Umstellung des Vermittlermarktes auf eine Honorarberatung dazu führen, dass abertausende Vermittleragenturen mit ihren Mitarbeitern gefährdet wären, so der BVK-Präsident weiter. Eine flächendeckende Beratung sei außerdem durch die derzeit 240 registrierten Versicherungsberatern gar nicht möglich.

Der BVK warnt auch vor Umstellungskosten und Steuermindereinnahmen bei der Versicherungsteuer, die auf den Staat zukommen. Zudem würde der Bürokratieaufwand für die Versicherungsunternehmen und die Verwaltung enorm zunehmen. Die BVK-Delegierten richteten außerdem einen Appell an die Versicherungsunternehmen, das Kundenwohl und den Solidargedanken, der diese Branche auszeichnet, zu erhalten und nicht einseitig die Unternehmensgewinne zu maximieren. (jb)

Foto: BVK

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17 Kommentare

  1. @ Herr Rauch.
    Interessante Statistik. Doch daraus aussagekräftige Schlussfolgerung zu ziehen halte ich für mutig. Eine solche Stichprobe, wenn ich das im Studium richtig gelernt habe, erklärt grade eine Grundgesamtheit von 20.000 Teilnehmern.
    Natürlich ist das Maklertum eine Mischkalkulation. Anders gesagt: Jäger und Farmer gleichzeitig zu sein..und kontinuierlich am Ball bleiben. Anders gesagt auch im Service Cross and Upselling betreiben.
    Kurz gesagt, ich komme zu komplett anderen Schlussfolgerungen und auch zu anderen Zahlen.
    Ich weiß nicht welchen Taschenrechner Sie haben, ich empfehle mal den Blick in die Branchenbriefe der VR Bank, Statistiken von Creditform oder gar vom statistischen Bundesamt. Das Zahlenwerk kommt zu diametral anders gelagerten Ergebnissen als ihrer Befragung. Doch ich lerne gerne dazu.

    Kommentar von Christian Müller — 22. Mai 2012 @ 23:42

  2. Hallo Frau K.,

    meine Bitte an Frau B. war keinesfalls ein »Reflex«, welcher aus »Produktorientiertheit« geboren wurde. Vielmehr hätte mich interessiert, wie die glühenden Verfechter der so genannten Honorarberatung einen Kunden kalkulieren, der lediglich den Bedarf an Sachversicherungen hat. Wenn ich das Credo der Honorarberater richtig verstehe, dann soll ja, im Gegensatz zur provisionsorientierten Beratung, eben gerade keine Quersubventionierung stattfinden. In Ihrem Beitrag argumentieren Sie dann aber genau damit, dass erst durch »ein langjähriges umfassendes Vertrauensverhältnis« eine wirtschaftlich tragbare Konstruktion entsteht.

    Herr R. geht sogar noch einen Schritt weiter und unterstellt, dass Vermittler (wen genau meint er damit) nicht rechnen können. In der Tat kämpft die Finanzbranche auch nach der verspäteten Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie noch immer mit dem Umstand, dass Versicherungsvermittlung jahrelang ohne jede fachliche Kenntnis zulässig war. Die großzügige Regelung, dass Branchenzugehörigkeit als Nachweis für fachliche Kompetenz ausgereicht hat, zeigt auch hier ihre negative Wirkung. Es wird mithin noch einige Jahre dauern bis wir flächendeckend eine spürbare Verbesserung innerhalb der Vermittlerschaft spüren werden.

    Es ist zu befürchten, dass einige Marktteilnehmer (Produktlieferanten) sehr gut damit leben können, wenn weniger kritische Fragen aus dem Kreise der Berater/Vermittler kommen.

    Wenn die Beratung gegen Honorar ein nachgefragtes Modell für die Allgemeinheit wäre, dann müsste die Zahl der Versicherungsberater sprunghaft ansteigen. Dies ist nicht der Fall. Dass es Marktteilnehmer gibt, die »neue« Modelle fördern wollen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen, ist Marktwirtschaft und damit völlig in Ordnung. Zu behaupten, das eigene Modell sei das einzig zukunftsträchtige ist Demagogie und damit nicht in Ordnung.

    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass wir den Gesetzgeber weiterhin dazu auffordern sollten, es dem mündigen Bürger zu überlassen in welcher Form er eine erhaltene Dienstleistung vergüten möchte. Es ist nicht einzusehen warum die Modelle »Honorar« und »Provision/Courtage« nicht transparent nebeneinander angeboten werden sollten. Im gewerblichen Sachversicherungsbereich ist dies bereits in vielen Sparten gelebte Praxis.

    Kommentar von Stefan Rumpp — 22. Mai 2012 @ 14:28

  3. Warum lese ich nie von Honorarberatung zu Schutzbriefen, Transportversicherung, Reisekasko, etc. ? Ich erinnere an den Aufruf zu flexiblen Tarifen mit und ohne Vergütung und die “Gemeinsame Erklärung”-damals haben es viele verlacht bzw. nicht verstanden.

    Kommentar von Matthias Glesel — 18. Mai 2012 @ 21:03

  4. Kleine Ergänzung:

    Ich habe in meiner Argumentation reale Beispiel genannt. Berücksichtigt man die Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist auf eine Honorarberatung zu treffen, so ist das Ergebnis sehr ernüchternt.

    Ich möchte eine Qualitätsverbesserung, keine Statusänderung. Die einzige Argumentation der Honorarberater lautet: Keine Provision daher fair.

    Wie wäre es denn einmal damit: Qualität und Transparenz !

    Mein Ansatz wäre: Beratungspflicht in einige Bereichen (z.B: KV). Mindestanforderungen die besprochen werden müssen. Sämtliche Beratungen unterliegen der gleichen Haftung. Auch Onlineabschlüsse, Banken usw. .

    Kommentar von Frank Eßmann — 18. Mai 2012 @ 20:06

  5. Interessant ist, dass niemand auf meine Argumentation eingegangen ist. Insofern danke ich herzlich für die freundliche Unterstützung meiner Thesen. Diese sind wohl also auch durch Honorarberater nicht widerlegbar.

    Das wir uns nicht falsch verstehen. Ich bin für die parallele Installation der Honorarberatung, fände es ideal beides gleichzeitig anbieten zu können und mit transparenten Mitteln beides gegenüber stellen zu können.

    Gleichzeitig müsste Rosinenpickerei, auch seitens der reinen Honorarberater unterbunden werden.

    Ich wäre sogar für die Installation einer Gebührenordnung, die dem Kunden einen Orientierungspunkt liefern kann.

    Die reine Honorarberatung funktioniert jedoch nicht zur Qualitätsverbesserung. Durch Nichtnutzung der Bürger nur zur Verschlechterung. Siehe meine Argumentation !

    Nochmals herzlichen Dank an die Honorarberater, welche sich wie immer einer offenen Diskussion entziehen und seit 10 Jahren die gleichen Phrasen dreschen.

    Schade, dabei unterstütze ich das Modell.

    Kommentar von Frank Eßmann — 18. Mai 2012 @ 20:00

  6. Wir haben im September 2011 eine Umfrage bei 261 Vermittlern durchgeführt. Das Ergebnis:
    Nur 3% der Vermittler besitzen einen Businessplan.
    Ebenfalls nur 3% kennen ihren Deckunsgbeitrag
    Nahezu alle Vermittler verdienen zwar auskömmlich über den Erstverkauf (ca. 10 Stunden Beratung sind damit finanzierbar), allerdings die Betreuung über Jahre hinweg ist betriebswirtschaftlich betrachtet nicht möglich. Hier sind durch provisionsvergütete Berater nur 0,57 Stunden pro Jahr finanzierbar.
    Die Folge: Es muss permanent Neugeschäft produziert werden, um den bestehenden Kunden einen Service zu bieten. Das Problem: Mit jedem Neukunden entsteht ein zusätzlicher Betreuungskunde, der wiederum nur durch Neugeschäft subventioniert werden kann. Darunter leidet die Beratungsqualität und oft auch die Gesundheit der Vermittler.
    Der einzige Profiteur in diesem Modell ist der Produktgeber.
    Es ist nicht zu verstehen, wie Provisionsvermittler diesem System, bei dem sie permanent kostenlose Überstunden leisten, dauernd unter Umsatzzwang stehen und gleichzeitig zu wenig verdienen, so vehement die Stange halten. Eine mögliche Ursache: Hier wird nicht gerechnet, was die Umfrage aus dem vergangenen Jahr belegt. Das Argument der Vergütung für eine PHV ist ein Witz. Kennen Sie einen Produktgeber der 150 Euro Provision/Courtage für eine PHV bezahlt – hier zahlt jeder Vermittler drauf. Ebenso wenig erhält ein Honorarberater für die Vermittlung ein Honorar, er bekommt seine Beratung vergütet – unabhängig vom Beratungsanlass. Der BVK hat in einer Präsentation ausgerechnet, dass der Stundensatz eines Vermittlers bei 40 Euro liegt. Entweder sind Vermittler nicht mehr wert oder sie verkaufen sich unter Preis – dieses System verteidigt jedoch der BVK. Für den Verbraucher wird die Honorarberatung insgesamt deutlich günstiger, da jeder das bezahlt was er nutzt. Berater müssen nicht mehr verkaufen, sondern kalkulieren ihre Zeit und ihr Know-how. Der Kunde bezahlt durch völligen Provisionsverzicht deutlich weniger. Es ist erschreckend, wie wenig betriebswirtschaftliche Grundlagen beim “Unternehmer” in dieser Vermittlerbranche vorzufinden sind. Niemand arbeitet unter Preis: Versicherungsvermittler allerdings schon!

    Kommentar von Dieter Rauch — 18. Mai 2012 @ 15:48

  7. Unabhängig davon dass sowohl klassische Makler wie auch Honorar- Makler eine gute Arbeit leisten <>, sind die Aussagen der BVK Vertretung als polarisierend und falsch zu bezeichnen!
    Und lügen wir uns doch alle nicht in die Taschen. Eine Haftpflicht & Co. mit allen Sonderklauseln zu besprechen und dokumentieren kostet gute 90 Minuten Zeit, keines der Bezahlmodelle kommt ohne eine Quersubventionierung aus, egal ob Provision, Direktvergütung oder Flat Fees…

    Es hängt also – genau – wieder an dem Berater/ Vermittler!

    Kommentar von Walter Benda — 18. Mai 2012 @ 15:00

  8. Hilfe!! Ich verdiene nichts, wenn ich eine kleine Hausratversicherung gegen Honorar verkaufen soll! :(
    Es sind immer die gleichen Reflexe: Produktorientiertheit – statt wirklich beim Kunden anzusetzen!
    Ich bleibe mal bei meinem Beispiel mit Patient und Arzt aus meinem Kommentar vom 17.05. Auch bei einem Arzt werden oft überraschend kleine Minihonorare in Rechnung gestellt, wie ich manchmal den privatärztlichen Rechnungen meines Mannes entnehme.
    Aber: Wir haben es auch hier mit einem langjährigen und umfassenden Vertrauensverhältnis zu tun, und im Schnitt kommt der Arzt sicher auf seinen Verdienst. Wie wäre es also übertragen auf die Honorarberatung mit Flatrates? Da ist dann alles drin, von der Hausratversicherung bis zur umfassenden Altersvorsorge. Beachtet man jetzt noch das Patientenverhalten beim Arzt (Besuch kostet irgendwie nichts, wenn ich eine Versichertenkarte habe), gäbe es beim Finanzkunden möglicherweise das gleiche Gefühl: Es kostet nichts extra, also geh ich hin und hol mir Rat. Sehr wünschenswert. Hat mal jemand ausgerechnet, was er verdient bei einer Flatrate von 25 Euro mtl. und 300 Kunden?
    Apropos Beratungsqualität: natürlich heißt Provision nicht “schlechte Beratung” und Honorar “gute Beratung”. Zu unterstellen, der Berater würde bei zweifelhafter Verdienstaussicht aber nicht pflichtgemäß die Gesundheitsfragen stellen, grenzt ja schon an kriminell. Damit ist hoffentlich nicht die Masse der Finanzberater gemeint.
    Abschließend würde ich mir gerne mehr Sachlichkeit für die ganze Diskussion wünschen. Demokratische Sichtweise würde ohnehin beide Vergütungssysteme parallel erlauben. Müssen Berater eigentlich immer FÜR den Kunden entscheiden? Soll er doch selbst wählen.

    Kommentar von Christel Kemmler — 18. Mai 2012 @ 13:14

  9. Ich bin immer wieder verwundert, wie sich Makler und Honorarberater gegenseitig schlechtreden. Das ist völliger Unsinn, wie ich finde. Beide sind unabhängige Makler nach § 34 d GewO, nur die Vergütungsform ist unterschiedlich. Beides kann Vorteile haben je nach Fall. Aus der Unabhängigkeit, die beide besitzen resultiert eine besondere Verantwortung. Andere Vertriebsformen sind deutlich eingeschränkter. Ist die Zeit nicht reif, sich gegenseitig positiv zu würdigen?

    Kommentar von Karl Alexander Marx — 18. Mai 2012 @ 13:13

  10. @Marx: Zitat – Ein Honorarberater, der Versicherungen vermittelt, MUSS einen Maklerstatus nach § 34 d haben. Das geht aus der lfd. Rechtsprechung zur Honorarberatung eindeutig hervor. Insofern treffen die “lobenden” Aussagen zum Versicherungsmakler 1:1 auch für Honorarberater zu.

    Wie das ein Versicherungsmakler mit Honorarberatung???
    Welches Honorar nehmen sie für die Beratung einer Privathaftpflichtversicherung? Oder ist es doch eher so, dass sich sich die Rosinen herauspicken wie Herr Eßmann das so schön sagt.

    Kommentar von Niklaus — 18. Mai 2012 @ 09:56

  11. @ Claudia Bischof:
    Können Sie für die interessierten Leser hier einmal offen legen, wie Sie eine Beratung abrechnen bei der Ihr Kunde eine Motorad versichern, sowie eine Unfall- und Privathaftpflicht haben möchte? Für Altersvorsorge, unterstellen wir mal, hat er momentan nicht die Mittel. Ach ja und zeigen Sie doch bitte noch auf, was dieser Kunde dann von Ihnen berechnet bekommt, wenn er mit dem € 200,– PH-Schadensfall um Ihre Mithilfe bei der Schadenregulierung bittet.
    Das sich Honorar im KV, BU und AV-Bereich prima darstellen lässt, hat niemand bezweifelt.
    Warum läßt man es nicht den Kunde entscheiden wie er die Leistung seines Beraters vergüten will, per Courtage oder per Honorarzahlung ggf. auch unter Anrechnung der eingepreisten Courtage, da längst nicht alle guten Anbieter echte Nettotarife, also nicht nur mit rausgerechnterer Provision, anbieten.
    Beste Grüße

    Kommentar von Stefan Rumpp — 18. Mai 2012 @ 09:48

  12. @Niklaus: …”Ein Versicherungsmakler hat die höchste Verantwortung für das was er empfiehlt. Er haftet für Falschberatung. Dafür braucht er eine extra Vermögensschadenshaftpflicht-Versicherung. Kein Honorarberater braucht das bisher.”…

    Diese Aussage ist sachlich falsch. Ein Honorarberater, der Versicherungen vermittelt, MUSS einen Maklerstatus nach § 34 d haben. Das geht aus der lfd. Rechtsprechung zur Honorarberatung eindeutig hervor. Insofern treffen die “lobenden” Aussagen zum Versicherungsmakler 1:1 auch für Honorarberater zu.

    Ansonsten wurde von Claudia Bischoff bereits zutreffend kommentiert.

    Kommentar von Karl Alexander Marx — 18. Mai 2012 @ 09:40

  13. Honorarberatung verbessert nicht die Qualität, sondern öffnet einen zusätzlichen Weg.

    Neben den vielen seriös arbeitenden Vermittlern gibt es dann nicht nur den “Provisionsgeier”, sondern auch den “Honorargeier”.

    Das kann nicht der gewünschte Weg zur Verbesserung der Qualität sein.

    Unabhängig davon, dass die Honorarberatung hier Rosinenpickerei betreibt, möchte ich dies mit einem Beispiel unterlegen. Die Erfahrung durfte ich bisher mehrmals machen.

    Der Interessent geht bzgl. einer PKV, BU Beratung zum Berater. Dieser führt mit ihm eine gute Beratung durch. Fachlich gab es nur in einer Beratung etwas zu bemängeln. Das Problem: In bekannten Fällen hätte der Kunde aufgrund von Vorerkrankungen einen Risikozuschlag oder Ablehnung bekommen.

    Der Honorarberater bekommt trotzdem sein volles Honorar. Der Provisionsberater bekommt nichts, da er nichts vermitteln konnte.

    Welche Motivation hat jetzt der Umsatzgesteuerte Berater, die Gesundheitsfragen im Vorfeld seriös zu bearbeiten, Voranfragen an die Gesellschaften zu senden ?

    Zum Thema Rosinenpickerei: Lt. einer kürzlich veröffentlichten Studie wären die Deutschen bereit sich tlw. für 50 Euro beraten zu lassen.

    Die Honorarberatung fokussiert sich auf PKV, Altersvorsorge und tlw. biometrische Risiken. Also die traditionell provisionsträchtigen Bereiche.

    Wollte man so seriös und verbraucherorientiert sein wie man angibt, müsste man auch den Sachbereich abdecken. Nur welcher Kunde ist bereit ein Beratungshonorar in Höhe von mehreren 100 Euro, zzgl. einem Betreuungshonorar zu zahlen, wenn Haftpflicht, Hausrat usw. im Jahr nicht einmal das Beratungshonorar kosten ?

    Wie finanziert dies der Provisionsmakler ? Vor allem durch Provisionen aus anderen Bereichen.

    Was passiert nun wenn die Provision weg fällt ? Der schadenträchtige Bereich wird nicht mehr unabhängig betreut. Höchstens für einen kleinen, elitären Kreis.

    Das alle will wohl kein Bürger. Der will lediglich fair, transparent und korrekt beraten werden.

    Und dazu müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, da müssen wir den Verbrauchern Instrumente an die Hand geben.

    Dies schafft oder will aber anscheinend kein Politiker. Die “Verbraucherschützer” scheinen es nicht zu verstehen, oder wollen es nicht verstehen. Denn auch dort fordert man keine seriöse Lösung.

    Kommentar von Frank Eßmann — 18. Mai 2012 @ 09:35

  14. Ein Versicherungsmakler hat die höchste Verantwortung für das was er empfiehlt. Er haftet für Falschberatung. Dafür braucht er eine extra Vermögensschadenshaftpflicht-Versicherung. Kein Honorarberater braucht das bisher. Ein Versicherungsmakler ist Sachverwalter des Kunden, Er kann mit Maklervertrag und -auftrag im Namen des Kunden Versicherungen abschließen und kündigen. Er kann Versicherungsbeiträge Inkasso einziehen.

    Kein vernünftiger Selbständiger würde wegen einer höheren Provision für ein Produkt, die nur im Nachkommastellenbereich anders ist eine langfristige Kundenbeziehung aufs Spiel setzen. Das wäre höchst unproduktiv. Denn die Kosten für Neukundengewinnung sind um ein vielfaches höher als eine gute Kundenbeziehung aufzubauen und zu pflegen. Die Kunden sind heute aufgeklärt durch Internet sowie Finanztest & Co. ein Kunde würde recht schnell merken, wenn er mit einem zu hohen Beitrag übervorteilt würde. Das dumme Geschwätz von der provisionsabhängigen Beratung ist nur eine Wiederholung von hohlen Phrasen, die zu dem noch falsch sind.

    Also eine Versicherungsmakler ist unabhängig, weil ihm der komplette Versicherungsmarkt offen steht und er über professionelle und unabhängige Vergleichsrechner verfügt

    Unabhängigkeit und Neutralität ist keine Sache der Vergütung sondern des Charakters. Honorarberatung hat nichts mit Qualität zu tun sondern ausschließlich mit Vergütung. Das müsste doch bekannt sein.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 18. Mai 2012 @ 09:19

  15. Nicht überraschend, dass diese Branche versucht, ihre Pfründe zu sichern. Leider ist dieses Argument für den Erhalt der Provision zu durchsichtig. Lassen wir doch einfach den Markt entscheiden, welche Versicherungsberater ihr Geld (und wieviel) Wert sind.

    Kommentar von Brambor — 18. Mai 2012 @ 09:05

  16. @ Claudia Bischof: allen genannten Punkten kann ich zu 100% zustimmen.
    Zum Beitrag selbst möchte ich ein Beispiel aus dem Alltag nennen: Geht ein Patient zum Arzt, wird er von diesem keine kostenfrei Konsultation bekommen (vgl.: Diagnose und Beratung durch Spezialisten). Holt sich der Patient anschließend aus der Apotheke das verordnete Medikament, wird auch dieses angesichts der wenig karitativ eingestellten Pharmabranche mit Kosten belastet sein (vgl.: Lösung durch Produktbeschaffung). Beides – Arzt und Apotheke – fühlt sich für viele Patienten irgendwie fast kostenlos an, wenn man als Kassenpatient einfach mal nur sein Plastikkärtchen zückt.
    Genau dieses dumme Grundgefühl wurde den Verbrauchern seit Jahrzehnten vorgegaukelt. Es ist höchste Zeit, die Augen zu öffnen und nicht mit Scheinargumenten alte Besitzstände zu wahren.

    Kommentar von Christel Kemmler — 17. Mai 2012 @ 13:35

  17. Lobby-Arbeit ist ja schön und gut, sie muss sein, aber was hier publiziert wird, verschlägt einem logisch denkenden Menschen wirklich die Sprache.

    1) Herr Heinz schein noch nie etwas von Netto-Tarifen gehört zu haben, in deren Genuss Verbraucher über die Honorarberatung kommen => keine Doppelbelastung, sondern erhebliche Ersparnis bei neutraler Beratung, da Honorare deutliche niedriger als Provisionen

    2) Es interessiert mich wirklich, wer ernsthaft behauptet, dass die bösen Vermittler für die Finanzkrise verantwortlich gemacht werden. Hier wird ein Buhmann aufgebaut, den es gar nicht gibt, um Stimmung zu machen. Das ist lächerlich!

    3) Warum eine Umstellung des Vermittlermarktes die Agenturen gefährden, entzieht sich meinem Verständnis. Meine Umstellung vor 5 Jahren auf Honorarberatung hat meinen Mandanten und mir nur Vorteile gebracht. Man muss allerdings richtig kalkulieren und unternehmerisch denken können. Und- wenn alle umstellen, dann sind doch genug Berater da.

    4) Ach ja, der Solidargedanke der Branche! Vermeintliche Pfründe sichern – zum Wohl der Kunden? Wohl eher zum Wohl der Agenturen, die zu bequem sind, sich mit einem Entlohnungssystem auseinander zu setzen, das in anderen Ländern seit langem praktiziert wird und das dem Berater endlich die Freiheit gibt, zum Wohle des Verbrauchers unabhängig und neutral zu beraten.

    5) Gößerer Verwaltungsaufwand für die Versicherungsgesellschaften? Sicher, Netto-Tarife müssen separat kalkuliert und verwaltet werden. Aber es gibt bereits etliche Gesellschaften, die das seit Jahren tun – und es werden immer mehr. Fragt sich, warum tun die das? Sicher nicht, weil sie dadurch in die Verlustzone rutschen!

    6) Zu guter letzt die Steuer. Es ist schon erstaunlich, wie sich Herr Heinz mehr um die Staatseinnahmen Sorgen macht als um das Portemonnaie der Verbraucher -so viel zur neutralen Beratung zum Wohle der Kunden!

    Jeder, der diesen “Leitantrag” liest, wird die tatsächlichen Absichten leicht erkennen können.

    Kommentar von Claudia Bischof — 17. Mai 2012 @ 08:12

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