6. September 2012, 12:15
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„Wir erwarten ein sehr gutes Jahresendgeschäft“

Der Münchener Maklerpool Fonds Finanz sieht sich gut gerüstet für den Vertriebsendspurt 2012, der diesmal ganz im Zeichen der Einführung von Unisex-Tarifen steht. Im Cash.-Interview äußert sich Christine Liebenow, Abteilungsleiterin Kranken, zur Vertriebsunterstützung.

Das Interview führte Lorenz Klein, Cash.

Christine Liebenow, Fonds Finanz

Christine Liebenow, Fonds Finanz

Frau Liebenow, der Geschäftsführer des Analysehauses Morgen & Morgen, Stephan Schinnenburg, merkte an, dass bei Unisex-Tarifen bislang nur das Einführungsdatum sicher sei. Vor allem in der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es noch viele offene Fragen. Wie geht Ihr Unternehmen und die Maklerschaft mit dieser Unsicherheit um?

Liebenow: Die Einführung der Unisex-Tarife ist derzeit das meist diskutierte Thema in der KV-Branche. Das Problem ist in der Tat, dass die Prämien und die Konditionen der neuen Tarife noch nicht verbindlich bekannt sind. Hochrechnungen und intensiven Gesprächen mit Gesellschaften zufolge, müssen wir bei der PKV von einem enormen Preisanstieg für Männer ausgehen, wobei wir nicht wissen, ob es im Gegenzug zu einer bedeutenden Preissenkung für Frauen kommen wird. Aus diesem Grund erwarten wir vor allem bei Männern eine Art Schlussverkauf bei privaten Krankenversicherungen zu den aktuellen Bisex-Konditionen. Wann die genauen Prämien für die Unisex-Tarife veröffentlicht werden, bleibt abzuwarten.

Mit welchen Fragen kommen die Vermittler auf Sie zu?

Liebenow: Die Unsicherheiten und Fragen unserer Vertriebspartner beziehen sich in der Regel genau auf die genannten Themenbereiche. Unsere Aufgabe ist es, die Entwicklungen sehr sorgfältig zu analysieren und für jede Eventualität schnell eine gute Lösung parat zu haben. Wir geben alle unsere Informationen sofort an unsere Vertriebspartner weiter, berichten über mögliche Tendenzen und über die daraus resultierenden Handlungsoptionen. Wir haben hierfür beispielsweise eine eigene Unisex-Seite auf unserer Online-Plattform eingerichtet, auf der wir spartenübergreifend für unsere Vermittler alle Informationen der Produktegeber bündeln, ihnen Online-Schulungen und einen Vorteilsrechner anbieten, der auch für Endkunden geeignet ist. Außerdem haben wir das Thema auf allen unseren Messen und den Roadshows in das Programm aufgenommen.

Glauben Sie, dass einige PKV-Anbieter noch vor dem Stichtag am 21. Dezember 2012 mit Unisex-Volltarifen in den Markt gehen werden?

Liebenow: Aktuell liegen uns keine Informationen vor, dass KV-Versicherer vor dem Stichtag Unisex-Tarife im Krankheitskostenvollversicherungsbereich einführen wollen.

Wird es durch Unisex einen Abschluss-Boom im Jahresendgeschäft 2012 geben?

Liebenow: Wir erwarten in diesem Jahr ein sehr gutes Jahresendgeschäft. Der 30. September 2012 ist ein enorm wichtiger Stichtag, den jeder Vermittler im Auge behalten sollte. Aufgrund der vielfach ausgesprochenen Beitragsgarantien im Neu- sowie im Bestandsgeschäft ist die Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist für wechselwillige Kunden von elementarer Bedeutung. Zusätzlich führt die Einführung der Unisex-Tarife bereits jetzt zu einem Anstieg des Neugeschäfts, da viele Makler ihre Kunden schon heute auf die Möglichkeit eines Wechsels in die PKV ansprechen beziehungsweise den bestehenden Versicherungsschutz überprüfen lassen.

In welchen Bereichen erwarten Sie noch viel Bewegung?

Liebenow: Gerade der Pflegetagegeldbereich erfährt momentan einen starken Aufschwung, da Branchenexperten hier bei Männern mit Einführung der Unisex-Tarife mit starken Preissteigerungen rechnen. Ausschlaggebend für den Einfluss von Unisex auf das Jahresendgeschäft ist aber mit Sicherheit die Veröffentlichung der genauen Unisex-Prämien durch die Gesellschaften.

Seite zwei: Wie Männer und Frauen jetzt handeln sollten

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