Anzeige
25. Juni 2014, 09:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Generation 50plus: Wettlauf um die Alten

Die Generation 50plus wird in den kommenden Jahren die potenziell ertragsstärkste Zielgruppe werden, meint Experte Helmut Muthers. In seinem Gastbeitrag erläutert er, welche Ansprüche Best Ager an die Finanzberatung haben.

Generation 50plus

“Aktuell scheint es leider so, dass die Vielzahl der Finanzdienstleister von der demographischen Entwicklung im Schlaf überrascht wurde.”

Noch vor 100 Jahren wurden die Menschen kaum älter als 50 – doch die Zeiten haben sich geändert: Fast 40 Prozent der deutschen Bevölkerung haben heute bereits dieses Alter erreicht. In wirtschaftlicher Hinsicht birgt diese demographische Entwicklung einen Megatrend, der sich weder steuern noch beeinflussen, wohl aber nutzen lässt.

Netto-Vermögen von schätzungsweise drei Billionen Euro

Das Netto-Vermögen der Generation 50plus beträgt schätzungsweise drei Billionen Euro. Sie wird damit künftig die potenziell ertragsstärkste Zielgruppe für Banken, Sparkassen und Kreditinstitute sein. Für die Finanzbranche wird es daher höchste Zeit, ihre Fokussierung stärker auf diese Zielgruppe zu verlagern.

Viele Finanzinstitute glauben immer noch, dass sie allen Kunden im “one size fits all”-Modus ein paar Angebote überstülpen können. Doch die Generation 50plus spielt da nicht mehr mit: Die jungen Alten wollen weder preiswerte Girokonten noch Anlagen, deren Laufzeitende sie selbst nicht mehr erleben. Hier sind Flexibilität und Kreativität gefragt, denn die “Best Ager” wünschen sich vor allem Leistungen, die ihren individuellen Lebensinteressen gerecht werden.

Zielgruppe der Zukunft

“Bei den Alten ist nichts zu holen, die stehen doch eh schon mit einem Bein im Grab …” Von wegen: Wer heute einen 50-Jährigen als Kunden gewinnt, kann noch gut 30 Jahre Geschäfte mit ihm machen. In den Köpfen vieler Verkäufer und Berater sind die idealen Kunden immer noch “schön, jung und erfolgreich” – doch die Zeiten haben sich geändert.

Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein, heißt das neue Erfolgsrezept “grau, rüstig und kaufkräftig”, denn die “typischen Senioren”, die genügsam von ihrer kargen Rente leben und als Highlight einmal wöchentlich zum Seniorenkaffee der Kirche gehen, gehören der Vergangenheit an.

Junggebliebenen stehen mitten im Leben

Die Junggebliebenen stehen mitten im Leben und genießen ihren zweiten Lebensabschnitt, sie gehen zu Konzerten, ins Kino und zur Kosmetikerin. Sie bleiben ihrer Bank nicht mehr aus Tradition treu, sondern feilschen um jedes Prozent bei der Geldanlage, kaufen sich PC, Tablet und Smartphone und erfüllen sich den Traum von einem Cabrio.

Um bei dieser höchst attraktiven Zielgruppe zu punkten, brauchen Banken kreative, flexible und individuell geprägte Angebote. Viele der derzeitigen Bankleistungen werden im Zuge dessen an Bedeutung verlieren und müssen überdacht werden, um die Bedürfnisse der neuen Zielgruppe zu erfüllen.

Passendes Marketing

Aktuell scheint es leider so, dass die Vielzahl der Finanzdienstleister von der demographischen Entwicklung im Schlaf überrascht wurde, denn anders lässt sich der zurückhaltende, unsichere und unvorbereitete Umgang mit den älteren, jedoch enorm finanzstarken Kunden nicht erklären.

Finanzberater, die mit Scheuklappen durch den Unternehmensalltag stolpern, werden schon bald das Nachsehen haben: Es reicht nicht mehr, sich bei den junggebliebenen Kunden darauf zu verlassen, dass sie auf Grund ihrer langjährigen Geschäftsbeziehung auch weiterhin loyal sein werden und dass ein paar kleine “Senioren-Bonbons” reichen, um die “Alten” bei der Stange zu halten.

Seite zwei: Schluss mit den Klischees

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...