4. November 2014, 08:04

Schulden erben: Achtung Nachlassschulden!

Wenn ein Nachlass überschuldet ist, wird das Erbe schnell zur Last statt zum Segen. Der Erbe sollte dann die Erbschaft ausschlagen, wenn er sein eigenes Vermögen nicht gefährden will – doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Gastbeitrag von Dr. Anton Steiner, Deutsches Forum für Erbrecht e.V.

Schulden erben

“Wer eine überschuldete Erbschaft nicht rechtzeitig ausgeschlagen hat, muss nicht gleich den finanziellen Ruin befürchten.”

Das Stichwort lautet Gesamtrechtsnachfolger: Wer einen Verstorbenen beerbt, tritt mit allen Rechten und Pflichten in dessen Fußstapfen ein.

Der Erbe kommt deshalb nicht nur in den Genuss des Vermögens des Erblassers sondern haftet auch für Schulden des Verstorbenen (wie etwa Darlehen oder offene Rechnungen) sowie für Verbindlichkeiten, die durch den Erbfall entstanden sind (zum Beispiel die Beerdigungskosten) – und zwar grundsätzlich auch mit seinem Eigenvermögen.

Gefahr versteckter Verbindlichkeiten

Besonders gefährlich sind dabei versteckte Verbindlichkeiten, die dem Erben auf den ersten Blick womöglich gar nicht auffallen, etwa bei Schwarzgeld im Nachlass. Hatte der Erblasser zum Beispiel ein Depot mit unversteuertem Vermögen bei einer ausländischen Bank, muss sein Erbe beim Fiskus Tabula rasa machen, wenn er sich nicht selbst strafbar machen will.

Er ist dabei auch dazu verpflichtet, die in der Vergangenheit vom Erblasser abgegebenen, falschen Steuererklärungen zu berichtigen und haftet für die nachzuzahlende Steuer samt Säumniszuschlägen und Zinsen. Solche Zahlungen können – vor allem bei Steuerhinterziehungen größeren Ausmaßes und über einen langen Zeitraum – dazu führen, dass ein ursprünglich werthaltiger Nachlass plötzlich empfindlich überschuldet ist.

Erbschaft ausschlagen

Wer zum gesetzlichen oder testamentarischen Erben berufen wird und dann feststellt, dass im Nachlass nur Schulden sind, kann die Erbschaft durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht ausschlagen.

Wichtig ist: Ein einfacher Brief an das Gericht reicht dafür nicht aus. Der Erbe muss für die Ausschlagung entweder zum Notar gehen, der die Erklärung beglaubigt und an das Nachlassgericht übersendet, oder die Ausschlagung direkt beim Nachlassgericht zu Protokoll geben.

Seite zwei: Knapp bemessene Frist problematisch

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Recht/Steuern


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

USA stemmen sich gegen Neuordnung des Krankenversicherungsmarktes

Die geplante Neuordnung des US-Krankenversicherungsmarktes bekommt heftigen Gegenwind von der Regierung.

mehr ...

Immobilien

Baugeldzinsen fallen unter Ein-Prozent-Grenze

Auf der jüngsten Ratssitzung hat die EZB eine Ausweitung der Anleihe-Käufe angekündigt: Das milliardenschwere Kaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen soll bis mindestens März 2017 laufen, notfalls auch darüber hinaus.

mehr ...

Investmentfonds

M&G-Experte Anthony Doyle zur jüngsten EZB-Sitzung

Aktuell achten die Börsianer sehr genau auf die EZB. Nach der jünstgen Sitzung am Donnerstag warten nun die Marktteilnehmer gespannt auf den September. Gastkommentar von Anthony Doyle, M&G Investments

mehr ...

Berater

BCA kooperiert mit Weltsparen

Wie der Oberurseler Maklerpool BCA mitteilt, arbeitet er künftig mit dem Fintech Weltsparen zusammen. Über ein eigens bereitgestelltes Portal sollen Makler gemeinsam mit ihren Kunden Festgeldangebote anbschließen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL kauft Windräder in Burgund

Der Asset Manager KGAL hat seinen zehnten Windpark in Frankreich erworben. Der Windpark Clamecy mit einer Gesamtgröße von 12,3 Megawatt ist seit Dezember 2013 in Betrieb. Verkäufer sind Abo Invest und Abo Wind.

mehr ...

Recht

Lebensversicherer verliert Klage gegen ‘ewiges Widerrufsrecht’

Die AachenMünchener Lebensversicherung ist mit ihren Verfassungsbeschwerden gegen ein “ewiges Widerrufsrecht” in Karlsruhe gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Beschwerden nicht zur Entscheidung an.

mehr ...