Anzeige
10. Dezember 2015, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infinus: Erste Aussage enttäuscht

Im Prozess gegen den Infinus-Gründer sowie fünf weitere Manager der Infinus-Gruppe hat der einzig geständige aus der Führungsriege ausgesagt. Auf erhellende Aussagen hofften Staatsanwaltschaft und Richter jedoch vergebens. Nun sollen Versicherungen über ihre Geschäfte mit dem Finanzkonzern berichten.

Infinus: Aussage des Kronzeugen enttäuscht

Im Prozess gegen den Infinus-Gründer sowie fünf weitere Manager der Infinus-Gruppe hat der einzig geständige aus der Führungsriege ausgesagt.

Im Februar 2014 war Jens Pardeike, der ehemalige Vorstand des Haftungsdachs der Infinus-Gruppe, aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Zwickau entlassen worden. Er hatte bereits eine Aussage gemacht und zugesagt, auch weiterhin mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Während die anderen ehemaligen Infinus-Köpfe weiterhin in Untersuchungshaft blieben, kam er auf freien Fuss.

Keine Sonderregelung für Pardeike

Vor der Vernehmung hatte Pardeikes Verteidiger um eine Verständigung gebeten. Rechtsanwalt Stefan Heinemann wollte erfahren, mit welchem Strafmaß sein Mandant bei einem Geständnis rechnen könne und was dafür notwendig sei. Ein Verständigungsgespräch und eine Sonderbehandlung wurden Pardeike jedoch verwehrt.

Darüber, welchen Einfluss eine solche Verständigung auf Pardeikes Aussage gehabt hätte, kann man nur mutmaßen. Laut einstimmigen Medienberichten hat der ehemalige Infinus-Manager nach ihrer Ablehnung jedoch kaum zu einer Klärung beigetragen.

Keine Befragung durch andere Verteidiger

Obwohl die Vernehmung Pardeikes drei der bisher sechs Verhandlungstage in Anspruch nahm, bleibt der Erkenntnisgewinn gering. So beantwortete der Angeklagte beispielsweise Fragen nach dubiosen Geschäften mit Lebensversicherungen mit einem lapidaren “kann sein” und dem Hinweis, dass das nicht sein Geschäftsbereich gewesen sei.

Bei anderen Nachfragen des Richters berief sich Pardeike auf sein schlechtes Gedächtnis. Im Großen und Ganzen gab sich der ehemalige Infinus-Manager schuld- beziehungsweise ahnungslos: Statt eine aktive Rolle einzuräumen, flüchtete er sich – auch sprachlich – immer wieder in den Passiv oder gab an, “der falsche Ansprechpartner” zu sein. Eine Befragung durch die Verteidiger der anderen Infinus-Köpfe hatten Pardeikes Anwälte abgelehnt.

Ab heute (10. Dezember) sollen nun Versicherungen zu ihren Verträgen mit der Infinus-Gruppe befragt werden. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens diese mit ihren Aussagen für einen Erkenntnisgewinn sorgen. Weitere Termine der Hauptverhandlung sind der 11., 14., 17., 21. und 22. Dezember 2015, jeweils 9:30 Uhr. (jb)

Foto: Shutterstock

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...