4. Februar 2016, 08:15

Honorarberatung: Königsweg oder Sackgasse

Im deutschen Markt hat sich die Honorarberatung noch nicht etablieren können. Ihre Befürworter glauben jedoch weiterhin an die Alternative zum Provisionssystem. Cash. hat mit Beratern und Branchenkennern über den Status quo und die Zukunft der Beratungsvergütung gesprochen.

Honorarberatung: Königsweg oder Sackgasse

Bei Politikern und Verbraucherschützern gilt die Honorarberatung als Königsweg – Kritiker sehen in ihr indes eine Sackgasse. 

Bei Politikern und Verbraucherschützern gilt die Honorarberatung als Königsweg. Nach Ansicht ihrer Befürworter dient sie, anders als die Beratung mit Provisionsvergütung, ausschließlich dem Kundeninteresse.

Ihre Kritiker sehen in der Honorarberatung indes eine Sackgasse, die sich nur an eine wohlhabende Klientel richtet und im Falle eines Provisionsverbots sogar zur Unterversorgung der Bevölkerung mit Vorsorgeprodukten führen würde.

Kritik an Honoraranlageberatungsgesetz

Um sie zu fördern, hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren eine Regulierung angestoßen, die am 1. August 2014 mit dem Inkrafttreten des “Gesetzes zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente” (Honoraranlageberatungsgesetz) ihren vorläufigen Höhepunkt fand.

Zwar wurde die Einführung des Gesetzes von den Befürwortern der Honorarberatung als wichtiger und überfälliger Schritt begrüßt, an der konkreten Durchführung und Zielerreichung wurde jedoch Kritik laut. Insbesondere, dass das Gesetz nur die Honorarberatung zu Finanzprodukten, nicht aber zu Versicherungen umfasst, wurde von Beratern und Verbraucherschützern moniert.

“Honorarberater sollen unabhängige Konzepte für eine vollumfängliche Finanzplanung ihrer Kunden erstellen. Die Honorarberatung muss aus einem Guss sein. Deshalb muss ein Berater zu allen Produkten provisionsfrei beraten”, kommentierte Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzen bei der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), das Gesetz nach Inkrafttreten.

Weitere Kritikpunkte der Befürworter sind unter anderem die Versäumnisse des Gesetzgebers, eine steuerliche Gleichbehandlung von Provisionen und Honoraren herzustellen, sowie eine gesetzliche Bezeichnungspfl icht für Vermittler gemäß ihrer Vergütungsart zu schaffen.

 

Seite zwei: Vergütungssysteme bei Verbrauchern unbekannt

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1 Kommentar

  1. Dass eine Dienstleistung vergütet werden muss, versteht jeder Bundesbürger.
    Es ist halt nur die Frage, wie „wertvoll“ diese Dienstleistung verkauft wird.
    Wer den Produkt-Verkauf vor Augen hat, sucht dazu krampfhaft den Nutzen für den Kunden. Wer aber weiß, dass alle Menschen die gleichen Wünsche & Ziele haben, kann diese auch „von oben“ abholen. Ob man dann seine Vergütung als „Honorar-Option“ oder Vermittlungsvergütung offeriert, ist eine Durchführungsfrage.

    Bis 2018 muss diese Umstellung erfolgt sein, oder der Spaß am Beruf geht verloren.
    Die „Beweislastumkehr“ bei der Altersvorsorge-/Geldanlagenberatung (IDD+MiFID II) erfordern sowieso die ganzheitliche Finanzberatung mit 3-4 Terminen vor Durchführungshilfen, oder das Storno ist impliziert, vor jedem Amtsgericht.

    Wohl dem, der ab sofort den „weichen Übergang“ vom Verkäufer zum Berater einleitet, wie z.B. Joachim König es im Internet berichtet „Für Finanzplanung wird-gerne-Honorar-gezahlt“ oder eBooks bei mwsbraun.de.

    Kommentar von Frank L. Braun — 5. Februar 2016 @ 10:43

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