Anzeige
11. Juni 2013, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

USA: Gesteigerte Nervosität an den Zinsmärkten

Gestützt durch die Maßnahmen der Notenbank befindet sich die US-Wirtschaft auf einem Höhenflug. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange die US-Notenbanker ihre Niedrigzinspolitik noch fortsetzen werden.

Gastbeitrag von Robert Haselsteiner, Interhyp.

Haselsteiner in USA: Gesteigerte Nervosität an den Zinsmärkten

Robert Haselsteiner, Interhyp AG

Während in den USA die von der Notenbank festgesetzten Leitzinsen weiterhin bei 0,25 Prozent festgeschrieben sind, haben sich die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen um rund 0,5 Prozent auf jetzt 2,1 Prozent erhöht. Und das obwohl die amerikanische Zentralbank jeden Monat für 45 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen am Markt kauft.

Dazu kommen noch einmal 40 Milliarden US-Dollar an Anleihen, die mit Hypotheken besichert sind. Ein riesiges Kaufprogramm, das seit mehr als zwei Jahren läuft und dafür sorgen soll, dass sich sowohl der Staat als auch private Kreditnehmer zu niedrigen Zinsen finanzieren können. So soll die Konjunkturentwicklung gestärkt und der Immobilienmarkt stabilisiert werden.

Positive Effekte niedriger Zinsen bereits erkennbar

Als schöner Zusatzeffekt führen langfristig tiefe Zinsen natürlich auch zu einer höheren Attraktivität von Aktieninvestments, da plötzlich Dividenden höher liegen als Zinskupons und damit Investoren in den Aktienmarkt gezogen werden. Betrachtet man die Entwicklung in den USA während der vergangenen zwei Jahre, so sind die beabsichtigten Resultate klar erkennbar.

Die Banken haben sich mit Hilfe günstiger Refinanzierung wieder erholt. Die Konjunktur läuft mit rund 2,5 Prozent Wachstum wieder ganz ordentlich: Am Immobilienmarkt sind wieder Käufer unterwegs, die Preise steigen wieder und der Aktienmarkt gemessen am S+P 500 Index steht auf einem Allzeithoch.

Auswirkungen eines Strategiewechsels

So weit, so gut. Doch was passiert eigentlich, wenn die US-Notenbank aufhört jeden Monat den Anleihemarkt mit 85 Milliarden US-Dollar zu stützen? Gibt es auf diesen historisch tiefen Zinsniveaus auch noch genug andere Käufer, die so wie die Federal Reserve bereit sind, zu negativen Realzinsen (Inflation liegt höher als die Rendite der Staatsanleihen) langlaufende Anleihen zu kaufen? Wenn die Konjunktur schon so gut läuft, dass ein Ausstieg aus dem Stützungsprogramm für die Notenbank möglich ist, wird dann nicht auch die Inflation tendenziell steigen und werden dann die Anleiheinvestoren höhere Zinsen sehen wollen, bevor sie kaufen? Diese Themen beschäftigen derzeit die Investoren global sehr stark.

Historisch haben sich die langfristigen Kapitalmarktzinsen immer über Angebot und Nachfrage gebildet. Dabei haben die Investoren in der Regel eine Inflationserwartung unterstellt und dann einen Aufschlag von 1 bis 3 Prozent als Realverzinsung angesetzt. Aus dieser Betrachtung würde ein freier Markt die 10-jährigen US-Staatsanleihen heute irgendwo zwischen 3 und 5 Prozent Rendite preisen. Und nicht bei 1,5 Prozent, wo wir sie noch vor einigen Wochen gesehen haben. Nur die riesigen Aufkäufe der Notenbank und der Glaube an weitere Aufkäufe haben zu diesen Niveaus geführt.

Seite 2: Dilemma der Notenbank

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Insurtechs unterzeichnen “Berliner Digital-Erklärung”

Auf Initiative des Maklerpools Blau direkt und des Insurtech-Unternehmens Knip haben am 13. Januar 2017 insgesamt 22 Insurtechs sowie zwei Maklerpools die “Berliner Digital-Erklärung” abgegeben. Ziel der Erklärung ist es, den digitalen Wandel der Branche voranzutreiben.

mehr ...

Immobilien

JLL: Hohe Zuwächse bei den Wohnungsmieten

Die Angebotsmieten für Wohnungen haben nach Angaben von Jones Lang LaSalle (JLL) in 2016 den höchsten Zuwachs der vergangenen Jahre verbucht. Der größte Anstieg wurde in Berlin registriert.

mehr ...

Investmentfonds

Meag baut Vertriebsteam aus

Meag verstärkt sein Vertriebsteam mit Thomas Webers (54). Seit Anfang Januar kümmert sich Webers als Senior Relationship Manager schwerpunktmäßig um den Ausbau des Wholesale Bereichs.

mehr ...

Berater

Widerrufsmöglichkeiten von Honorarvereinbarungen

Honorarvereinbarungen im Vertrieb von Versicherungen rechtswirksam zu verwenden, ist äußerst schwierig. Für Versicherungsvermittler lauern eine Vielzahl rechtlicher Fallstricke. Gastbeitrag von Jens Reichow, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

mehr ...

Sachwertanlagen

Klumpe Rechtsanwälte: Neue Struktur, mehr Service

Die 1982 von Rechtsanwalt Werner Klumpe gegründete Anwaltskanzlei KSP mit Sitz in Köln firmiert seit dem 1. Januar 2017 unter dem Namen “Klumpe Rechtsanwälte” und hat sich neu positioniert.

mehr ...

Recht

Rentenberater muss Gewerbesteuer zahlen

Die Einkünfte eines selbstständigen Rentenberaters unterliegen der Gewerbesteuer. Sein Berufsbild entspricht nicht den Vergleichsberufen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Dies entschied das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil.

mehr ...