2. Februar 2016, 08:52

Trend in die Städte: Starke Anziehungskraft

Der Trend in die Städte und ins nahe Umland ist in Deutschland unübersehbar. Dies gilt nicht nur für die „Big Seven“ und die umgebenden Ballungsräume, sondern auch für Mittelstädte mit einer starken Bildungs- und Wirtschaftslandschaft, guter Infrastruktur sowie steigenden Bevölkerungszahlen. Die Ritter-Kolumne

von Poll Immobilien

“Auf die facettenreichen Angebote, die ein urbanes Umfeld bietet, möchten immer mehr Menschen heutzutage nicht mehr verzichten.”

Die Zahl der Zuzüge übersteigt die Zahl der Fortzüge. In Berlin beispielsweise betrug zwischen 2011 und 2014 das Verhältnis zwischen Zu- und Abwanderungen plus 33,1 Prozent, in München und in Koblenz je plus 18,3 Prozent und in Nürnberg plus 16,3 Prozent.

Trend so stark wie seit Jahren nicht mehr

Die demographischen Faktoren sprechen für die Städte. Die Menschen wollen hier wieder leben, und dies in einem Ausmaß, wie wir es seit 20 Jahren nicht mehr beobachtet haben. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Denn auf die facettenreichen Angebote, die ein urbanes Umfeld bietet, möchten immer mehr Menschen heutzutage nicht mehr verzichten.

Dazu zählen die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung mit den entsprechenden Einrichtungen, ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem, nahe Kindergärten und Schulen sowie ein flächendeckendes Angebot an Ärzten, Restaurants, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten.

Trend zur Stadt zieht Investoren an

Wenn immer mehr Menschen in die Ballungsräume ziehen, kommen auch immer mehr Investoren. Nach Erhebungen von Real Capital Analytics (RCA), einem amerikanischen Analysenunternehmen der Immobilienbranche, flossen beispielsweise in den ersten drei Quartalen 2014 2,4 Milliarden Euro in den Hamburger Immobiliensektor, rund die Hälfte davon von ausländischen Anlegern.

Die Investoren drängen derzeit geradezu auf den deutschen Markt. Sie schätzen die Kombination von Profitabilität und geringem Risiko. Geringes Risiko bedeutet im Umkehrschluss ein hohes Maß an stabilen Faktoren wie eine funktionierende Infrastruktur oder ein gesamtwirtschaftlich sowie politisch gesehen günstiges Umfeld.

Guter Arbeitsmarkt befügelt die Immobiliennachfrage

Bei der Profitabilität kommt es vor allem auf die Nachfrage an. Ein dafür entscheidendes Kriterium ist der Arbeitsmarkt. Tatsächlich: Das vielfach erhöhte Immobilieninteresse in den Ballungsgebieten geht einher mit dem dort günstigen Jobumfeld.

Nach einer bundesweiten Arbeitsplatzanalyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes in Kooperation mit PwC liegen die Arbeitsplätze der Zukunft in und um die großen Städte. Die Fachleute sagen eine positive Entwicklung bei den Erwerbstätigen voraus. Das erzeugt einen Nachfrageschub auch von Arbeitnehmern aus dem Ausland. Diese sind meist hochqualifiziert, mit gut dotierten Verträgen ausgestattet und suchen entsprechend hochwertigen Wohnraum.

Weitere Preisanstiege zu erwarten

Im Lichte dieser Entwicklung wird es auch weiterhin Preisanstiege in den Metropolregionen geben, zumal an vielen Orten immer noch zu wenig neuer Wohnraum entsteht. Auch wenn der Anstieg nicht mehr so stark wie in den vergangenen zwei bis drei Jahren sein wird: Immobilien in deutschen Großstädten sind eine attraktive Anlagemöglichkeit – und das ist weit mehr als nur ein Trend.

Nicht zu vergessen: Auch der Blick auf florierende Mittel- und Universitätsstädte lohnt sich. Viele Standorte sind vielversprechender als man allgemein annimmt und weisen ein günstigeres Rendite-Risiko-Verhältnis auf als eine Großstadt. Anlegern ist jedoch zu empfehlen, die individuellen Voraussetzungen im jeweiligen Markt stets sorgfältig zu prüfen.

Autor Daniel Ritter ist Geschäftsführender Gesellschafter der von Poll Immobilien GmbH.

Foto: von Poll Immobilien

 


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Immobilien


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

xbAV und Heubeck vereinbaren Kooperation

Der Münchener Technologie- und Serviceanbieter im Bereich der Betrieblichen Altersversorgung (bAV) xbAV  und das Kölner Beratungshaus Heubeck wollen künftig im bAV-Bereich zusammenarbeiten. Von der Kooperation sollen die Kunden beider Unternehmen profitieren.

mehr ...

Immobilien

Wohnkosten steigen auf bis zu 30 Prozent des Haushaltseinkommens

Immer mehr Menschen zieht es in die Stadt. Dies lässt die Miet- und Kaufpreise für Immobilien stetig steigen. Mit seinem Erschwinglichkeitsindex EIMX zeigt Immobilienscout24, wo das Wohnen immer teurer wird.

mehr ...

Investmentfonds

Fondshandel trotz Ferienzeit an der Börse Hamburg rege

An der Hamburger Börse sind die Umsätze im Fondshandel im Juli sehr stark ausgefallen. Insgesamt wechselten Papiere im Wert von 87 Millionen Euro den Besitzer. Nach dem Brexit-Referendum konnten  die Kurse zuletzt wieder zulegen.

mehr ...

Berater

N26 startet Investment-Produkt

Das Berliner Fintech N26 hat seine Finanzplattform ausgebaut. “N26 Invest” soll es N26-Kunden ermöglichen, ihr Geld in Portfolios anzulegen. Hierfür kooperiert N26 mit dem in Frankfurt ansässigen Robo-Advisor Vaamo. Ein weiterer Ausbau des Angebots ist geplant.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immovation legt Fokus jetzt auf institutionelle Anleger

Die Immovation AG hat die Emission von Kapitalanlagen für private Anleger vorerst eingestellt. Neue Genussrechte können seit Anfang Juli nicht mehr gezeichnet werden.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...