Anzeige
Anzeige
22. Juni 2012, 13:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum auch Problemstaaten lukrativ sein können

Lee Freeman-Shor, Portfoliomanager, Skandia Best Ideas Funds, erläutert, weshalb auch in den PIIGS-Ländern mittels Einzelselektion Geld verdient werden kann.

Lee-Freeman-ShorDanske in Warum auch Problemstaaten lukrativ sein können

Lee Freeman-Shor, Skandia Investment Group

„Bullen verdienen Geld, Bären verdienen Geld. Und Schweine? Die werden geschlachtet!“ – so spricht der fiktive Investmentbanker Gordon Gekko im Film „Wall Street“. In diesen unsicheren Zeiten sind sich Investoren vieler Schattierungen darüber einig: In Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien zu investieren (die Länder rangieren in Finanzkreisen unter dem Kürzel PIIGS), ist keine gute Idee.

Wie schon Gordon Gekko feststellte: Die werden nämlich geschlachtet.

Doch die Realität sieht anders aus. Selbst unter den südeuropäischen EU-Ländern herrscht das Bestreben sich vom jeweils anderen zu distanzieren und nicht als Auslöser von Europas aktuellen Schwierigkeiten zu gelten. So wurde 2010 etwa Irland zum Unruhestifter erklärt. Sogar der griechische Finanzminister George Papaconstantinou erklärte damals: „Griechenland ist nicht Irland.“

Inzwischen wird Griechenland selbst als Problemstaat gesehen und die PIIGS-Länder werden allesamt gemieden als herrschte dort die Beulenpest. Dabei leiden Investoren, Politiker aber auch Normalbürger inzwischen an einer stark verzerrten Wahrnehmung. Das könnte sie zu Entscheidungen veranlassen, die sie bereuen.

Als allgemeines Vorurteil wird offenbar inzwischen angenommen, dass jede Aktie die an einer Börse irgendwo in den PIIGS notiert ist, als „schlecht“ zu gelten hat. Anleger fragen mich daher oft, ob mein European Best Ideas Fund noch in PIIGS-Ländern investiert. Sie würden diese Tatsache als „massives Risiko“ ansehen.

Und wie ein Mensch, der zum Doktor geht, nur um zu hören, dass er nicht krank ist, will dieser Typ Anleger dann von mir hören, dass der Fonds dort auf keinen Fall investiert. Am liebsten würden sie wohl hören, wenn ich sage: „Sehe ich vielleicht wie ein Wahnsinniger aus?!“ Leider muss sie dann aber enttäuschen. Ich habe tatsächlich ein paar PIIGS-Aktien.

Ich investiere zum Beispiel in Spanien in ein Unternehmen mit dem Namen Industrias de Diseño Textil S.A. (auch als Inditex bekannt). Der Konzern ist Eigentümer der Bekleidungslabels Zara oder Massimo Dutti, beides sind Weltmarken.

Daher kommen nur 27 Prozent des Umsatzes von Inditex aus Spanien, wodurch das Unternehmen seine Erlöse seit Ausbruch der Eurokrise jedes Jahr steigern konnte. Mehr noch: Während der spanische Aktienmarkt wegen der Krise abgestürzt ist, hat Inditex seit Beginn des Jahres um 5 Prozent zugelegt.

Auch aus Portugal habe ich Aktien, von Jeronimo Martins. Der Konzern betreibt auch Supermärkte in Polen, von wo 60 Prozent seiner Erlöse stammen. Auch hier stiegen die Einnahmen jedes Jahr. Und ähnlich wie bei Inditex ist die Aktie seit Januar um 9 Prozent gestiegen während der portugiesische Aktienmarkt schwächelte.

Weiteres Beispiel Italien. Dort lege ich zurzeit im weltbekannten Reifenhersteller Pirelli an. Das Unternehmen bietet mit 3,5 Prozent eine attraktive Dividende, ist mit dem Siebenfachen des Gewinns günstig bewertet und bezieht nur 8 Prozent seiner Umsätze aus Italien. Tatsächlich stammen 60 Prozent aus Ländern außerhalb Europas, 34 Prozent sogar allein aus Lateinamerika. Auch hier stieg die Aktie in diesem Jahr bereits um 22 Prozent.

Mein Fazit: Die momentanen Märkte bieten durchaus gute Renditechancen in den Problemländern der Eurozone. Man muss nur durch das negative Gemälde hindurchblicken, die Ärmel hochkrempeln und ein paar lukrative Werte auswählen – oder in einen Fonds wie den European Best Ideas investieren, der genau das tut.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Brasilien bietet ausgezeichnete Reformdynamik

In den vergangenen Jahren war das Image von Brasilien bei Anlegern deutlich angekratzt. Allerdings hat sich in dem bevölkerungsreichsten Land viel bewegt, so dass die Situation neu bewertet werden muss. Gastkommentar von Maarten-Jan Bakkum, NN Investment Partners

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...