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7. Februar 2013, 10:19
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Zeit für ein Stück vom Kuchen

2013 könnte das Jahr der Aktionäre werden, nachdem ihre Erträge in den vergangenen Jahren mit denen von Anlegern in Unternehmensanleihen nicht mithalten konnten.

Gastbeitrag von Christophe Bernard, Chefstratege der Vontobel-Gruppe

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Christophe Bernard, Vontobel

Die Wahrscheinlichkeit, dass Aktionäre wieder stärker zum Zuge kommen, ist deutlich gestiegen – vorausgesetzt, dass sich der globale Konjunkturausblick weiter verbessert, was unserem Basisszenario entspricht.

Mögliche Gegenwinde in Form von Steuererhöhungen oder negativen regulatorischen Veränderungen seitens finanzschwacher Regierungen dürfen dabei getrost außer Acht gelassen werden: Eine fundamentale Risiko-Ertrags-Analyse für Aktionäre zeigt hinsichtlich jedem erdenklichen Szenario (mit Ausnahme einer weiteren Rezession) einen besseren Ausblick als für Halter von Unternehmensanleihen.

Im Hinblick auf das Risiko-Exposure müssen Anleger stets eine grundlegende Entscheidung treffen: Sollen sie sich als Aktionär in einem Unternehmen engagieren, indem sie Stammaktien kaufen, oder aber als Gläubiger, indem sie Anleihen erwerben. Gläubiger nehmen im Konkursfall einen höheren Rang innerhalb der Nahrungskette ein. Jedoch beschränkt sich ihr Gewinnpotenzial auf Kapitalrückzahlungen und Kuponausschüttungen. Aktionäre können sowohl von variablen Dividenden als auch, bei planmäßiger Entwicklung, von einer Wertsteigerung der Aktie profitieren.

Unternehmensanleihen erzielen seit 2007 starke Erträge

Seit dem Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 sind die Anleger von Unternehmensanleihen als klare Gewinner hervorgegangen. Die Anlageklasse erzielte im Vergleich zu Aktien durchschnittlich stärkere Erträge, bei einer gleichzeitig deutlich niedrigeren Volatilität.

Da die Kreditvergabe-Aktivitäten der Banken ab 2008 stark zurückgingen, mussten die Unternehmen relativ hohe Zinsen zahlen, um ihre Schulden zu refinanzieren. Die Folge waren solide Gewinne für Anleiheinvestoren, während die Aktionäre zurücktreten mussten. Zahlreiche Unternehmen aus verschiedensten Branchen, aber insbesondere aus dem Banksektor, mussten ihre Dividenden senken, um ihren Cashflow zu unterstützen. In den letzten 18 Monaten ist die laufende Rendite der globalen Unternehmensanleihen von fünf Prozent auf rund drei Prozent gesunken, wobei auch ratingschwächere Emittenten (BBB-Rating und schwächer) keine Schwierigkeiten haben, bei rekordniedrigen nominalen Renditen Schuldtitel zu platzieren.

Ungeachtet möglicher Fallstricke, beispielsweise durch die ungelöste fiskalpolitische Debatte und Schuldenproblematik, hat sich das Konjunkturumfeld in vielen Regionen verbessert. Die US-Wirtschaft erscheint widerstandfähig. Sie könnte wieder an Fahrt aufnehmen, sobald die Diskussion um die fiskalische Klippe abgeschlossen ist, und sich die Wirtschaft ab dem 2. Halbjahr 2013 stärker als erwartet entwickelt.

Eurozone im Aufwärtstrend

Wobei der anhaltende Investitionsboom im Energiesektor und die fortschreitende Erholung am inländischen Wohnimmobilienmarkt für Unterstützung sorgen dürften. Gleichzeitig ist in der Eurozone zumindest eine Stabilisierung des Wirtschaftsausblicks zu beobachten, und die jüngsten Indikatoren haben eine Konjunkturbelebung in China bestätigt. Angesichts der Unterstützung durch die Zentralbanken und der ermutigenden Unternehmensgewinne könnte sich der jüngste Positivtrend an den Finanzmärkten fortsetzen.

Aktien erscheinen jedoch überkauft, und die optimistische Stimmung hat ein Niveau erreicht, das in der Vergangenheit auf eine Konsolidierung hingedeutet hat. Wir haben uns zu einem angemessenen Preis kurzfristig nach unten abgesichert – mit einem Put Warrant auf den S&P-500-Index – ohne dadurch die zugrunde liegende Struktur unserer Portfolios zu beeinflussen.

Zudem haben wir unser Engagement in als sichere Häfen geltenden Staatsanleihen weiter verringert, indem die Gewichtung von US-Treasuries gesenkt wurde. Gleichzeitig haben wir unsere substanzielle Cash-Position erhöht.

Während die Anleger nach einer starken Rallye der Kredit- und Aktienmärkte danach streben, ihre Liquidität anzulegen, haben wir durch die Erhöhung unserer Cash-Position unsere Flexibilität gesteigert. Dadurch sind wir in der Lage, bei einer zukünftigen Konsolidierungsphase das Exposure zu unseren bevorzugten Themen, wie dem US-Wohnimmobiliensektor und intelligenten Ressourcen, zu verstärken.

Christophe Bernard ist Chefstratege bei der Schweizer Vontobel-Gruppe.

Foto: Vontobel

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