29. November 2016, 08:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Alpha-Strategien stabilisieren Performance

Absolute-Return-Fonds und Multi-Asset-Strategien erfreuen sich schon länger einer hohen Nachfrage. Der Multi-Strategie-Fonds First Private Wealth verbindet beide Ansätze. Cash. sprach mit Martin Brückner, Portfoliomanager des Multi-Strategie-Fonds First Private Wealth über seine Investmentphilosophie und seine Strategie.

Portrait Martin-Brueckner-Kopie in Alpha-Strategien stabilisieren Performance

Die Strategie von Martin Brückner kombiniert zwei große Trends.

Cash.: Wie entwickelt man mit Multi-Asset-Bausteinen ein Absolute-Return-Konzept?

Brückner: Ein ernstzunehmendes Absolute-Return-Konzept sollte vor allem eine glaubhafte Begrenzung des Risikos beinhalten. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist immer, dass der Fonds für potenziell große Krisen gut gewappnet ist. Zunächst wird dies durch eine breite Diversifikation erreicht. Ein robustes Portfolio kann aber aus unserer Sicht nur entstehen, wenn dauerhaft Absicherungsstrategien im Fonds verankert sind. Selbstverständlich muss man dennoch in der Lage sein, interessante Renditequellen aufzuspüren. Entscheidend ist dabei, eine echte Diversifikation hinzubekommen, also die Korrelationen kritisch zu analysieren. Wesentlicher Erfolgsfaktor einer robusten Absolute-Return-Strategie ist die richtige Mischung der verschiedenen Anlageklassen und der professionelle Einsatz möglichst vieler Instrumente.

Der First Private Wealth verfolgt die Absolute-Return-Strategie mit dem vorrangigen Ziel, das Anlegerkapital zu erhalten. Wo genau liegen die Vorzüge des Fonds?

Brückner: Das Risikomanagement steht an erster Stelle und soll das Portfolio gegen sogenannte “Fat-Tail-Risiken” absichern, also Phasen extremer Marktschwankungen. Auf der Begrenzung des maximalen Verlusts beziehungsweise Drawdowns liegt die oberste Priorität. Um realen Kapitalerhalt zu gewährleisten, sollten Chancen immer aus einer kontrollierten Defensive wahrgenommen werden. Der Fonds beinhaltet eine echte Multi-Asset-Strategie, die auch Long/Short-Strategien umsetzt. Gewinne sind daher grundsätzlich nicht nur in steigenden, sondern auch in fallenden Märkten möglich. Dieses Konzept verringert die Abhängigkeit von traditionellen Asset-Klassen wie Renten und Aktien.

Welchen Beitrag leisten andere Anlageklassen als Aktien und Renten für das Ertragsprofil des Fonds?

Brückner: Historisch betrachtet haben zur Hälfte sicher unsere alternativen Strategien zur Performance beigetragen. Dies sind beispielsweise Ansätze, die über Derivate abgedeckt werden und bestimmte, unkorrelierte Marktchancen ausnutzen. So sind beispielsweise Long-Short-Ansätze im Aktien- oder Rohstoffbereich ein wichtiger Baustein. Wir suchen stets nach Ideen, die unser Portfolio gegenüber dem klassischen Mischfondskonzept abgrenzen, da wir diesen für zu anfällig halten – gerade im Fall von Nullzinsen oder gar einer Zinswende.

Was unterscheidet Ihr Konzept von klassischen Mischfonds?

Brückner: Mit der traditionellen Long-Only-Streuung über Assetklassen wie Aktien, Renten oder Rohstoffe wird das Risiko gerade in Niedrigzinsphasen nicht mehr ausreichend entlohnt. Anders als klassische Mischfonds diversifizieren wir zusätzlich neben Aktien, Anleihen und alternative Anlagen wie Währungen und Rohstoffe auch in marktunabhängige Alpha-Strategien, mit der sich die Rendite- und Risikoentwicklung des Fonds von der Zins- und Aktienkursentwicklung abkoppeln lässt. Unabhängig von der Entwicklung der jeweiligen Märkte tragen Alpha-Strategien zu einer stabileren Fondsperformance bei. Wichtiger Unterschied ist sicher auch, dass wir die Verlustwahrscheinlichkeit konsequent begrenzen, und zwar nicht taktisch, sondern permanent.

Wie sieht so eine Alpha-Strategie aus?

Brückner: Ein Beispiel ist unsere marktneutrale Dividendenstrategie. Hier kaufen wir die attraktivsten Dividendenaktien Europas und sichern das Portfolio über Optionen beziehungsweise Futures ab. Die meist bessere Performance des Portfolios gegenüber dem Markt, also die Outperformance, ist dann der als Alpha bezeichnete Zusatzertrag, der unabhängig von der Marktperformance verdient wird. Ein anderer Ansatz ist unsere Rohstoffstrategie, in der wir beispielsweise Energierohstoffe wie Rohöl auf Termin verkaufen, und dagegen Industriemetalle kaufen.

Für wen eignet sich das Konzept?

Brückner: Die Strategie des First Private Wealth wurde für Anleger konzipiert, die dem Erhalt ihres Kapitals eine vorrangige Bedeutung beimessen und die Chancen der Kapitalmärkte kontrolliert nutzen wollen. Im First Private Wealth geht Stabilität und Werterhalt vor Renditemaximierung. Gegen Verwerfungen ist der Fonds dementsprechend bestens gerüstet. Hierzu werden dauerhaft Absicherungsstrategien aufgebaut, die permanent vor größeren Verlusten schützen sollen.

Interview: Tim Rademacher

Foto: First Private

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grundrente für 100 000 Menschen weniger

Weniger Menschen mit kleinen Renten als ursprünglich geplant sollen von der geplanten Grundrente profitieren. Im Einführungsjahr 2021 sollen es 1,3 Millionen Menschen sein – zuletzt war das Bundesarbeitsministerium von 1,4 Millionen ausgegangen. Auf die Rentenversicherung dürften Verwaltungskosten von mehreren hundert Millionen Euro zukommen. Das geht aus dem Referentenentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

mehr ...

Immobilien

Bundesbank sieht in Deutschland weiterhin überhöhte Immobilienpreise

Die Bundesbank sieht trotz eines schwächeren Preisanstiegs im vergangenen Jahr nach wie vor ein überhöhtes Preisniveau am Immobilienmarkt in Deutschland. Auch wenn sich die Preisdynamik in den Städten 2019 abgeschwächt habe, hätten die Preise das fundamental gerechtfertigte Niveau weiterhin übertroffen, schreiben die Währungshüter in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

mehr ...

Investmentfonds

Nachhaltigkeit hört auf, wenn die Rendite sinkt

Ökologische Nachhaltigkeit hört bei vielen Deutschen auf, wenn es um das eigene Bankkonto geht. Das zeigt eine neue Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint. Deutsche sind dabei im Vergleich an grünen Finanzprodukten deutlich weniger interessiert als Österreicher und Schweizer.

mehr ...

Berater

UDI-Emission “te Solar Sprint IV” vor dem Totalverlust?

Die Emittentin der im Oktober 2016 aufgelegten Vermögensanlage “te Solar Sprint IV” warnt vor der Gefahr eines vollständigen Forderungsausfalls eines ausgereichten Nachrangrangdarlehens. Den Anlegern droht dann wohl der Totalverlust ihres Investments.

mehr ...

Sachwertanlagen

Hep tütet 600 Megawatt Solar-Projektvolumen in den USA ein

Hep, ein baden-württembergisches Unternehmen für Solarparks und Solarinvestments, erweitert die Aktivitäten in den USA und hat sich mit dem lokalen Projektentwickler Solops auf eine zu entwickelnde Gesamt-Kapazität von 600 Megawatt in den nächsten drei Jahren geeinigt.

mehr ...

Recht

Viele Betriebsrentner müssen auf Entlastung bei Beiträgen warten

Hunderttausende Betriebsrentner müssen voraussichtlich noch Monate auf eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen warten. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

mehr ...